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AssCompact 01/2019

AssCompact ist das führende Fachmagazin für Assekuranz, Kapitalanlagen, Finanzierung und Immobilien. Die Online-Ausgabe liefert tagesaktuelle Beiträge ...

FINANZEN © oatawa –

FINANZEN © oatawa – Fotolia.com Digitale Unternehmensfinanzierung: Eine Chance für professionelle Berater Die digitale Revolution hat bei Unternehmensfinanzierungen bisher noch kaum Einzug gehalten. Das ändert sich nun allerdings, indem sich die ersten Produkte und Unternehmen etablieren. Professionellen Maklern und Finanzberatern eröffnet das neue Chancen – wenn sie sich auf die neuen Angebote einlassen. Digitalisierung verändert unser Leben. Alles ist jederzeit von überall aus in Sekundenschnelle abrufbar. Wir scrollen durch Tausende Bilder von Kleidungsstücken, senden Geburtstagswünsche an unsere Verwandten, wir streamen die neueste Musik und buchen unsere nächste Reise nach Italien – alles online, während wir gemütlich zu Hause auf unserem Sofa sitzen. Ohne je einen Fuß aus den eigenen vier Wänden gesetzt zu haben, regeln wir eine Vielzahl an Aktivitäten unseres täglichen Lebens mit ein paar Klicks. Einfachheit und Schnelligkeit entscheidend Wenn alles so leicht zu handhaben ist, wieso dann nicht auch unsere Finanzen? Die Anzahl an digitalen Playern in Deutschland in der Finanz- und Versicherungsbranche wächst stetig. Einfachheit und Schnelligkeit spielen eine wichtige Rolle. Innerhalb weniger Augenblicke kann man auf Suchmaschinen verschiedene Angebote einholen und miteinander vergleichen. Es gibt sogar eigens dafür generierte Vergleichsportale, die es noch leichter machen. Durch die immer höher werdende Transparenz von Finanzierungsangeboten kann sich jeder selbst ein Bild von den verschiedensten Produkten machen – ohne je mit einem Berater gesprochen zu haben. Erhöhte Transparenz Durch die immer höher werdende Transparenz von Finanzierungsangeboten kann sich jeder selbst ein Bild von den verschiedensten Produkten machen – ohne je mit einem Berater gesprochen zu haben. Klassische Finanzdienstleister und Banken können hier nicht Schritt halten. Nach wie vor ist oft das persönliche Gespräch mit dem eigenen Bankberater eine Voraussetzung, um beispielsweise einen Unternehmenskredit zu beantragen. Doch wer hat im 21. Jahrhundert noch wirklich Zeit dafür oder besser gefragt, wer will sich dafür noch Zeit nehmen, wenn es auch anders geht? Neue Player in der digitalen Unternehmensfinanzierung Simple Prozesse wurden auch bereits seitens klassischer Finanzdienstleister vollzogen. So können Kunden seit Jahren ihre Konten im Online-Banking selbst verwalten, Überweisungen tätigen und eigenständig neue Sparbücher eröffnen. Bei der Kreditvergabe, insbesondere an Unternehmen, stoßen viele Kunden jedoch nach wie vor auf Hindernisse. Unterlagen müssen unterschrieben per Post nachgereicht werden, Formulare müssen ausgefüllt werden, zahlreiche Rücksprachen werden abgehalten – all dies verzögert den Prozess maßgeblich und ist für den Kunden sehr zeitraubend. Zu langwierige Anträge Einfachheit und Schnelligkeit werden vernachlässigt. Besonders bei der Kreditvergabe an Klein- und Mittel - unternehmer (KMU) und Selbstständige tun sich klassische Finanzdienstleister 64 Januar 2019

schwer. Oft müssen selbst für Kleinst - beträge langwierige Prozesse vom Kunden getragen werden, die trotzdem nicht selten in Kreditabsagen enden. Dabei benötigen gerade diese oft schnelle Liquidität, sei es um unerwartete Rechnungen zu bezahlen oder Waren in großen Mengen aufzustocken. Klassische Finanzdienstleister und Banken stehen bei der Umsetzung tiefgreifender Innovation noch relativ am Anfang. Bisher haben sie ihre hauseigenen Prozesse nur digitalisiert. Das ist für viele aber nicht mehr ausreichend, um weiterhin Bestandskunde zu bleiben. Neue digitale Player, in der Finanz - branche auch FinTech-Unternehmen genannt, haben diese Chance gesehen und auch ergriffen; angelehnt an die Entwicklung im Privatkundenbereich wie etwa bei Konsumentenkrediten, in dem Kunden bereits seit Jahren einfache und schlanke Prozesse gewohnt sind. Sie haben den Kreditprozess für Unternehmen von Grund auf neu gebaut und strukturiert. Komplett digitalisierte Prozesse iwoca ist eines der ersten FinTech- Unternehmen im deutschen Markt für Unternehmensfinanzierungen und vergibt mittlerweile europaweit Kredite an KMU und Selbstständige. iwoca hat den Prozess für die Kunden vereinfacht und komplett digitalisiert – vom Antrag bis zur Auszahlung läuft alles online ab. Diese erstmals voll digitale Kreditstrecke ermöglicht wesentlich schnellere und einfachere Prozesse, die nicht zu vergleichen sind mit klassischen Bankprozessen, die teilweise Wochen dauern. Ein reibungsloser Prozess, maßgeschneiderte Produkte und Kundenservice sind das A und O. Durch diese neue Vielzahl an Angeboten am Markt kann sich der Kunde seine eigene „Produktpalette“ zusammenstellen. Doch diese Freiheit hat auch ihre Kosten: Oft muss der Kunde bei mehreren Anbietern Produkte beantragen, da die meisten nur sehr spezifische und an den eigenen Kundenstamm angepasste statt gebündelte Produkte anbieten. Klassische Finanzdienstleister hingegen decken einen sehr großen Kundenstamm ab und bieten viele verschiedene Produkte meist auch als gebündeltes Paket an. Der Vorteil für den Kunden ist die Einfachheit, auch wenn die Produkte meist nicht so ganz das sind, was er wirklich möchte. Digitaler Wandel birgt neue Chancen für Makler Dritte Parteien wie Makler spielen bei vielen FinTechs wie iwoca eine wichtige Rolle. Makler mit einem Kundenstamm – vor allem im gewerblichen Bereich – haben in der Regel einen persönlichen Kontakt zu den Kunden. Diese Vertrautheit ist nicht käuflich. Auch das beste Produkt kann sie nicht ersetzen. Kunden vertrauen ihren Maklern, und Makler möchten ihren Kunden im Gegenzug auch die besten Produkte anbieten. FinTechs bieten Produkte auch für gewerbliche Kunden an, die klassische Finanzdienstleister nicht abdecken oder gar ablehnen – sei es, weil die Branche nicht betreut wird oder weil das interne Scoring ausgereizt ist. Besser heute als morgen Manchmal dauert der Weg zur Bank dem Kunden auch einfach zu lange. Er braucht den Kredit oft besser heute als morgen. Genau in solchen Fällen können FinTechs helfen. Makler profitieren durch die neuen Angebote am Markt, da sie ihren Kunden eine Lösung anbieten können, die herkömmliche Finanzdienstleister nicht haben oder die zumindest nur nach einem langwierigen Prozess möglich sind. Makler als ideale Schnittstelle Makler mit einem Kundenstamm haben – vor allem im gewerblichen Bereich – in der Regel persönlichen Kontakt zu den Kunden. Diese Vertrautheit ist wichtig und nicht käuflich. Makler bringen einen bestehenden Kundenstamm mit neuen Produkten zusammen. Durch diese Produkte bekommen Makler neue Chancen, da sie mit ihnen einen breiteren Kundenstamm betreuen können. Ebenso können Makler Kunden ansprechen, die vielleicht nicht sehr gut mit Online-Produkten vertraut sind oder denen schlicht die Kenntnis dieser Produkte fehlt. Makler sind somit ein idealer Verknüpfungspunkt zwischen alt und neu und ein wichtiger Grundbaustein für die Umsetzung des digitalen Wandels. W Von Oliver Schmid, Geschäftsführer der iwoca Deutschland GmbH Januar 2019 65

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