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AssCompact 01/2020

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HAFTPFLICHT FÜR PRIVAT

HAFTPFLICHT FÜR PRIVAT Mit nachhaltigen Versicherungen sind Vermittler am Puls der Zeit Interview mit Arend Arends, Vorstandsvorsitzender der NV-Versicherungen Bereits seit einigen Jahren haben die NV-Versicherungen nachhaltige Versicherungen im Portfolio, darunter auch eine Privathaftpflicht. Mit einem neuen Label will der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit dem Thema noch mehr Bedeutung verleihen. Doch nicht nur das Interesse von Kunden an nachhaltigen Versicherungen wächst, sondern auch die Nachfrage nach Tarifen speziell für die Zielgruppe 50plus. Die NV-Versicherungen konnten in der Vergangenheit vor allem auch aufgrund der Haftpflichtsparte wachsen. Wie war das 2019 und welcher Anteil entfiel dabei auf Privatkunden? Da haben Sie recht. Vor allem durch unsere sowohl preis- als auch leistungsstarke Tierhalterhaftpflicht konnten wir in den vergangenen Jahren bei den Vermittlern punkten. Auch für 2019 sind wir mit dem Wachstum weiterhin zufrieden. In unserer Privathaftpflicht merken wir, dass Vermittler stark nach einer Privathaftpflicht für Kunden über 50 Jahren anfragen. Auch in diesem Segment bieten wir ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn wir bei der Privathaftpflicht bleiben, was sind Ihrer Meinung nach die allgemeinen Trends in dem Bereich? Generell entwickeln sich die Preise im Bereich der Privathaftpflicht kritisch. Wir sehen immer mehr Versicherer, die höhere Deckungssummen mit abspeckten Leistungen zu einem sehr günstigen Preis anbieten. Das ist im Schadenfall für den Kunden in Bezug auf die reduzierten Leistungen nicht von Vorteil, kann aber auch für die Versicherer auf Dauer nicht gesund sein. Ein Trend der Vergangenheit hat sich mittlerweile zum Standard entwickelt: Best-Leistungs-Garantien, die auch wir in unserem Premium-Produkt eingebaut haben, sind im Markt längst keine Neuheit mehr. Einen weiteren Trend sehen wir in dem sich ständig erweiternden mitversicherten Personenkreis, der mittlerweile viele Eventualitäten abdeckt. Außerdem werden viele Hobbys im Alltag mit abgedeckt. Welche Risiken bzw. welche Bausteine sollten heute unbedingt mit rein bzw. zumindest in der Beratung beachtet werden? Die Internetnutzung ist heutzutage wichtiger denn je, deshalb müssen auch Cyberrisiken mit abgesichert sein. Für 2020 rechnen wir zudem mit fast einer halben Million Menschen, die eine Drohne besitzen. Auch hier haben wir in unserem Premium-Produkt Drohnen mit bis zu 5 kg abgedeckt. Ganz wichtig sind zudem Forderungsausfalldeckungen (inklusive Vorsatz) sowie die dazugehörigen Ergänzungen der Rechtsschutzfunktion und Opferschutz. Diese Aspekte sollten in der Beratung unbedingt berücksichtigt werden. Auch Klassiker wie geliehene, gemietete oder gepachtete Sachen, aber auch die Absicherung von Gefälligkeitshandlungen sind Bausteine, die beachtet werden sollten. Wie unterscheiden sich da die Tarife von Familien und Singles? Beim Familientarif sind vor allem der mitversicherte Personenkreis, die Ausübung von Hobbys, Vermietung von Immobilien, Wohnungen oder auch die Absicherung ehrenamtlicher Tätigkeiten wichtige Bausteine. Beim Singletarif geht es meist um die Absicherung von Hobbys sowie Mietsachschäden. Der Familientarif ist also meist weit umfangreicher, was den Bedarf anbelangt. Zudem haben Sie einen Tarif speziell für die Altersgruppe 50plus im Angebot. Was zeichnet dieses Produkt aus? Das Risikobewusstsein in der Altersgruppe 50plus ist ein anderes, da wir dort weniger Schäden registrieren. Dadurch sind natürlich attraktivere Beiträge möglich. Aufgrund des demografischen Wandels wird die Altersgruppe zukünftig noch viel stärker in den Fokus rücken, da wir hier ein Wachstum wahrnehmen. Der Ver - sicherungsschutz ist deckungsgleich zum gängigen Familientarif, aber preislich eben deutlich günstiger. Nun rückt auch im Kompositbereich das Thema Nachhaltigkeit immer mehr oder vielleicht auch wieder in den Fokus. Welche Bedeutung messen Sie dem Thema zu? 44 Januar 2020

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der öffentlichen Diskussion immer weiter an Zustimmung und Akzeptanz. In vielen Branchen sehen wir schon seit einigen Jahren, dass der Trend zu nachhaltigen Produkten auch aktiv nachgefragt wird. Wir sind bereits seit einigen Jahren mit nachhaltigen Versicherungen am Start und haben erst Mitte 2019 zusammen mit den Itzehoer Versicherungen ein neues Unternehmen, die bessergrün GmbH, gegründet, um dem Thema noch mehr Bedeutung zu schenken. Wir wollen soziale und ökologische Verantwortung übernehmen. Inwieweit trägt da auch Ihr grüner Haftpflichttarif dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung? All unsere Tarife beinhalten drei Nachhaltigkeitsversprechen. Zum einen wird ein Baum in Schleswig-Holstein für jeden neuen Vertrag gepflanzt, zum anderen wird das Beitragsaufkommen in nachhaltige Kapitalanlagen investiert. Das weisen wir transparent nach. In unseren Tarifen haben wir zusätzlich noch den Aspekt der nachhaltigen Mehrleistungen im Schadenfall. Das bedeutet beispielsweise im Bereich der Haftpflichttarife, dass sich die NV an den Mehrkosten für die Wiederbeschaffung bzw. Reparatur über nachhaltige Unternehmen mit bis zu 50% beteiligt. Aktuell intensivieren Sie Ihre Anstrengungen. Zusammen mit der Itzehoer Versicherung haben Sie einen nachhaltigen Marktplatz gegründet. Was steckt da dahinter? Genau. Gemeinsam haben wir mit bessergrün eine nachhaltige Gesellschaft gegründet. Auf diesem Marktplatz wollen wir transparent zeigen, wie wir soziale und ökologische Verantwortung übernehmen. Bessergrün soll im ersten Schritt ein Marktplatz für nachhaltige Versicherungen und dann im nächsten Schritt ein branchenübergreifender Marktplatz für vielseitige nachhaltige Dienstleistungen und Produkte werden. Wollen Sie damit auch unabhängiger von fremden Portalen werden? Arend Arends rechnet mit weiterem Wachstum in der PHV für die Altersgruppe 50plus. Wir wollen vor allem eines: soziale und ökologische Verantwortung übernehmen. Mit bessergrün haben wir ein Label gegründet, unter dem man zukünftig nachhaltige Dienstleistungen erkennen kann. Das sollen Vermittler und Endkunden sehen können. Auf der letztjährigen DKM haben Sie zudem ein neues nachhaltiges Produktangebot gestartet. Was sind denn die wichtigsten Neuerungen? Grundsätzlich bieten wir all unsere Sachversicherungen seit der DKM in einer nachhaltigen bessergrün-Variante an. Auch vorher konnten wir mit unseren grünen Versicherungen Erfahrung sammeln und wollen dies nun noch transparenter und wirkungsvoller gestalten. Wie ist denn die Resonanz von Maklern und Kunden? Die Resonanz ist enorm und vor allem positiv! Wir haben in den letzten Wochen viel positives Feedback zu der Neugründung von bessergrün, aber auch zu unseren nachhaltigen Versicherungen bekommen. Unsere Vermittler sind zudem froh, mit nachhaltigen Versicherungen am Puls der Zeit zu sein und gerade in der aktuellen Diskussion um den Klimawandel etwas Passendes im Portfolio zu haben. Wir hören oft, dass viel weniger über den Preis als über das Thema Nachhaltigkeit diskutiert wird. Würden Sie sich denn generell in der Assekuranz ein größeres Engagement in Sachen Nachhaltigkeit wünschen? Ja, grundsätzlich kann es für alle nur von Vorteil sein, wenn sich noch mehr Versicherer nachhaltig aufstellen. Das könnte auch das Image der Branche verbessern. Das ist die Zukunft. Aber gerade bei dem Thema müssen wir alle darauf achten, dass wir kein Green Washing betreiben und uns aus den richtigen Gründen nachhaltig aufstellen. Uns als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit einer über 200-jährigen Tradition fällt es da sehr leicht, nachhaltige Versicherungen anzubieten, weil unser gesamtes Geschäftsmodell auf Nachhaltigkeit beruht. W Januar 2020 45

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