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AssCompact 01/2020

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INVESTMENT

INVESTMENT „Vertriebspartner individuell und persönlich zu betreuen, war mir schon immer wichtig“ Interview mit Peter Stowasser, Head of Business Development der Dolphinvest Consulting GmbH Peter Stowasser wechselte im November nach vielen Jahren bei großen Fondsgesellschaften wie Franklin Templeton zu Dolphinvest. Dort schätzt er vor allem die Flexibilität und dass Entscheidungen zeit- und kundennah getroffen werden können. Dem freien Vermittler kommt auch in seinem neuen Bereich eine Schlüsselfunktion zu. Herr Stowasser, Sie sind nach vielen Jahren bei einem großen Haus wie Franklin Templeton zu einem kleineren Investmenthaus gewechselt. Warum? Vertriebspartner individuell und persönlich zu betreuen, war mir schon immer wichtig. In einer kleineren Organisation ist man dazu viel besser in der Lage, auch wenn das oft eine große Herausforderung darstellt. Schließlich stehen Ressourcen ja nicht „unendlich“ zur Verfügung. Hier kommt die Erfahrung „Ich finde bedauerlich, dass zunehmend kleinere Vermittler meinen, sich aus dem Geschäft zurück - ziehen zu müssen, weil die Kosten den Aufwand häufig nicht mehr rechtfertigen.“ Peter Stowasser und Motivation des Teams ins Spiel, und beides ist bei uns hier hervorragend ausgeprägt. Gerade das und die Möglichkeit, stärker als Entrepreneur tätig zu sein, macht für mich den besonderen Reiz aus. Ich durfte mehr als 30 Jahre in großen Konzernen arbeiten und konnte in dieser Zeit viele Erfahrungen sammeln, die ich jetzt bei Dolphinvest einbringe. Was sonst reizt Sie an Dolphinvest? „Made in Germany“ finde ich immer noch toll, auch wenn wir uns richtigerweise im Rahmen von Europa bewegen. Ein weiterer Punkt, der eine wesentliche Rolle für mich spielt, ist Flexibilität. Kleine Unternehmen mit einer eigen - tümergeführten Struktur sind in der Lage, Entscheidungen zeit- und kundennah zu treffen. Interne Politik und Machtansprüche sind von keinem Belang. Das Stakeholder- Value-Prinzip spielt hier eine völlig andere Rolle – das gefällt mir. Wie sehr hat sich der Fondsvertrieb geändert, seit Sie 1998 damit begonnen haben? Die Veränderungen in der gesamten Vermarktung sind extrem vielschichtig: Denken Sie nur an Regulierungen, Produkte und Skalierungen, Digitalisierung sowie den Negativzins. All das hat auf das Vertriebsgeschäft mit Fonds direkte Auswirkungen. Auch wenn der Gesetzgeber für meinen Geschmack mit einigen Regelungen über das Ziel hinausschießt, begrüße ich doch insgesamt die dadurch voranschreitende Professionalisierung des Beratungsgeschäfts. Gibt es Branchenentwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte, die Sie bedauern? Bedauerlich finde ich, dass zunehmend kleinere Vermittler meinen, sich aus dem Geschäft zurückziehen zu müssen, weil die Kosten den Aufwand häufig nicht mehr rechtfertigen. Daraus resultiert oftmals auch, dass im Gegenzug kleinere Kunden nicht mehr beraten werden bzw. werdem können. Genau diese Kundengruppe ist aber für unseren Markt sehr wichtig – so wie Berater für diese Gruppe. Hier läuft einiges in die falsche Richtung. Seit November 2019 sind Sie nun bei Dolphinvest, ein Name, der in der Branche bisher weniger bekannt ist. Was zeichnet das Haus aus? Dolphinvest zeichnet sich durch mehrere Geschäftsfelder aus und ist unter anderem Mehrheitsanteilseigner der Vermögensmanagement Euroswitch, welche zu den älteren komplett unabhängigen Vermögensverwaltern in Deutschland gehört, bereits 1992 gegründet wurde und private sowie Geschäftskunden erfolgreich betreut. Die Mitarbeiter sind hochmotiviert und kundenorientiert, kurzum ein gutes Team im Herzen von Frankfurt. Aber Sie haben nicht unrecht – an der Bekanntheit unseres Hauses im Zusammenhang mit unseren Möglichkeiten müssen wir noch arbeiten. Das ist ein Teil meiner Aufgaben. 60 Januar 2020

Über Dolphinvest Dolphinvest ist ein Dienstleister mit drei Schwerpunkten: Anlageberatung, Finanzkommunikation sowie Unternehmensberatung. Die Finanzberatung Dolphinvest Consulting ist in Frankfurt angesiedelt und wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. Über die Tochtergesellschaft Vermögensmanagement Euroswitch bietet die Dolphinvest Zugang zu einer Reihe von Dachfonds für verschie - dene Anlagebedürfnisse an. Die beiden Geschäftsführer Michael Klimek und Heidi Rauen haben jahrzehntelange Erfahrung in der Finanzwirtschaft. Dolphinvest will vor allem mittelständische Unternehmen und institutionelle Anleger dabei unterstützen, die Herausforderungen auf den Weltmeeren der Finanzmärkte zu meistern – genau so wie der namensgebende Delfin. Hat Dolphinvest auch eigene Fonds oder ist es eine reine Anlageberatung? Dolphinvest hat über ihre Beteiligungen zum einen eine Lizenz zur Anlageberatung nach § 32 KWG, die sie unter anderem für die Beratung mittelständischer Unternehmen im bAV-Bereich nutzt. Zum anderen hat das Unternehmen über die Vermögensmanagement Euroswitch als lizensierte Portfolioverwaltung nach § 32 KWG Zugang zu einer Reihe von Dachfonds für verschiedene Anlagebedürfnisse. Daneben stellt diese dem Vertrieb auch verschiedene Vermögensverwaltungskonzepte zur Verfügung, die über unsere Partnerbanken als Servicevergütungsmodelle genutzt werden können. Solche Konzepte sind für Vermittler und Makler, deren Kunden in Fonds, aber auch in Einzelaktien investieren wollen, eine hervorragende zusätzliche Angebotskomponente. Wie das im Einzelnen ausgestaltet ist, sollte von Fall zu Fall entschieden werden. Außerdem planen wir für 2020 zwei weitere reine Aktienfonds aufzulegen, die – soweit mir bekannt – noch keine Wettbewerber im Markt haben. Unternehmen und vermögende Privatkunden in der direkten Mandatsbetreuung. Letzteres gerne auch im Zusammenspiel mit Vermittlern, die sich selber bei hochvermögenden Privatkunden nicht in der Lage sehen, sie vollumfänglich zu betreuen. Gerade für dieses Kundensegment kann es von Vorteil sein, auch vermögensverwaltende Konzepte auf Einzelwertbasis anbieten zu können. Was sind Ihre ersten Aufgaben bei Dolphinvest? Neben dem Zurechtfinden im Unternehmen bestehen meine ersten Aufgaben in der Analyse des bestehenden Geschäfts sowie im Aus- und Aufbau vorhandener und neuer Kontakte. Außerdem werde ich potenzielle Geschäftsfelder evaluieren. Mit meinem Namen stehe ich für vertrauensvolle Geschäftspartnerschaften seit sehr vielen Jahren. Wir bieten in unserem Haus auch Modelle der Bestandsbetreuung oder -übernahme an, die wir im Sinne unserer Partner und deren Kunden regeln, sodass eine möglichst perfekte Win-win-Situation für alle Beteiligten entsteht. Was wollen Sie auf lange Sicht erreichen? „Wir bieten auch Modelle der Bestandsbetreuung oder -übernahme an, die wir im Sinne der Partner und deren Kunden regeln, sodass eine möglichst perfekte Win-win-Situation entsteht.“ Ich fokussiere mich auf den signifikanten Ausbau unseres Deutschlandgeschäfts, vor allem im Bereich der Service - gebührenmodelle und unter Verwendung unserer H-Share- Klassen. In die bereits erwähnten neuen Fonds setze ich große Hoffnungen, da wir mithilfe einer Indexmethode bereits einen vielversprechenden Beweis erbringen können, dass die Anlage in diesem speziellen Sektor in den letzten zehn Jahren sehr erfolgreich verlaufen wäre. Daneben ist aber auch die dahinterstehende Logik für Endkunden wie Vermittler einleuchtend und rasch zu erfassen. Dieses Verständnis ist wichtig für die Akzeptanz eines neuen Produktes. Wie wichtig sind Vermittler für Dolphinvest auf diesem Weg? Dem freien Vermittler kommt in meinem Bereich immer eine Schlüsselfunktion zu – aber das sage ich bereits seit vielen Jahren und schon bevor ich bei Dolphinvest meine Tätigkeit aufgenommen habe. W Wer sind die Kernzielgruppen? Kernzielgruppe sind nach wie vor der freie Vermittler, daneben mittelständische Januar 2020 61

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