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AssCompact 01/2020

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Immobilien nicht zu

Immobilien nicht zu teuer kaufen Nachgefragt bei Kurt Neuwirth, Geschäftsführer der Neuwirth Finance GmbH Herr Neuwirth, die EZB hat nun seit Kurzem mit Christine Lagarde eine neue Chefin. Werden wir 2020 davon schon etwas spüren? In der Zeit unter Draghi hat die EZB nie politisch agiert und war ausnahmslos unabhängig. Als ehemalige Politikerin mit guten Kontakten in Regierungskreise könnte Christine Lagarde – im Gegensatz zu Draghi – durchaus politisch Druck erzeugen und mehr intervenieren. Wenn in der Vergangenheit die Politik versucht hat, mit der EZB zu reden, könnte Frau Lagarde den Spieß umdrehen: Jetzt redet die EZB mit der Politik. Geldpolitisch gehen wir allerdings davon aus, dass Christine Lagarde den Weg von Mario Draghi weiter fort - führen wird. Welche Auswirkungen erwarten Sie denn diesbezüglich auf die Baufinanzierung in diesem Jahr? Die zehnjährigen Konditionen werden zwischen 0,0 und 1,5% schwanken. Langfristig schließen wir negative Zinssätze für Baufinanzierungen nicht aus. Wie die Banken dies technisch umsetzen, lässt sich derzeit nicht genau sagen: eventuell über einen Bonus oder geringere Rückzahlungsleistungen. Das sind schon erstaunliche Entwicklungen. Welche Empfehlung haben Sie 2020 für Immobilienkäufer? Nicht zu teuer kaufen – gerade wenn die Zinsen so verlockend niedrig sind. Bei Kapitalanlagen bzw. beim Kauf einer Immobilie ist neuerdings auch noch darauf zu achten, dass die erzielbaren Mieten den Mietpreisspiegel nicht überschreiten. Der Immobilienmarkt bleibt also weiter in Bewegung. Sollten Investoren denn jetzt auch schon über das Jahr 2020 hinausdenken? Für Investoren ist der Kaufpreis entscheidend. Die extrem gestiegenen Kaufpreise kollidieren mit den aktuellen Mietpreisspiegeln. Beispielsweise wird der Immobilienmarkt in Berlin durch den Mietendeckel deutlicher zurückgehen. Zusätzlich stehen wir weltweit vor einer wirtschaftlichen Abschwächung, was wiederum zu einem Rückgang der Bautätigkeit und somit der Bauinvestitionen führen wird. Die Zinsen werden im Nachgang weiter zurückgehen. W © magele-pictre – stock.adobe.com Kurt Neuwirth 82 Januar 2020

Fortschritte bei künstlicher Intelligenz Nachgefragt bei Yannick Leippold, Managing Director der yannick.digital GmbH Herr Leippold, was könnten 2020 die drei wichtigsten Trends im Bereich der Digitalisierung sein? Ich denke, da wird allen voran der Fortschritt der künstlichen Intelligenz, also KI, sein. Die Algorithmen werden immer leistungsfähiger und wir werden 2020 einige neue, überraschende Gestaltungsmöglichkeiten erleben. Auch weil dann Technik und die Programme untereinander besser kommunizieren können, also das Thema Schnittstellen. Dadurch entstehen neue Synergieeffekte, und Abläufe werden reibungsloser und schneller funktionieren. Zudem bleibt noch die zunehmende Transformation der Cloud-Dienste. Diese sind immer weniger reine Online-Speicherorte, sondern werden immer mehr zu kleinen Rechenzentren. Somit wird die Cloud auch für den Anwender immer mehr Aufgaben übernehmen können. Was bedeutet das für die Finanz- und Versicherungswirtschaft bzw. auch für die Vermittlung? Es wird zukünftig noch einfacher, Arbeit an Algorithmen und Apps auszulagern. Dies spart einerseits Arbeitsaufwand – und liefert andererseits dem Kunden schnelleren und besseren Service. Und durch Machine-Learning wird die Technik zu einem immer besseren Assistenten, der stetig dazulernt. So wird bald die Automatisierung der diversen Dokumente, welche den Versicherungsmakler- und -agenten-Alltag noch prägen, große Schritte voran machen. wandern. Da gibt es aktuell auch noch viel Aufholbedarf. Besonders für Gewerbe- und Industriemakler ist es außerdem sinnvoll, smarte Kundenportale zu etablieren, welche die digitale Schadenmeldung ermöglichen und somit sehr viel Arbeitsaufwand abnehmen. Und konkret noch einmal in Bezug auf Versicherungsmakler: Was sollten sie spätestens jetzt hinsichtlich ihres Internetauftritts angehen? Ein Internetauftritt sollte schnell laden, und das erst recht in einer Smartphonefreundlichen Auflösung. Beides ist wichtig, um sowohl den Kunden als auch Google zufriedenzustellen. Hier besteht noch großer Handlungsbedarf, ebenso wie bei Chat-Möglichkeiten oder Video-Integration für direktere Kundenkommunikation. Mit Blick auf die nächsten zehn Jahre – wie wird Ihrer Meinung nach die Vermittlung dann aussehen? Der Vermittlerbetrieb wird viel mehr von den technischen Möglichkeiten geprägt werden, als wir es uns heute vorstellen können. In den anspruchsvollen Bereichen wird die persönliche Beratung, verstärkt durch leistungsfähige Technik, weiterhin gefragt sein und den Ausschlag geben. W © magele-pictre – stock.adobe.com Zudem werden immer mehr Kundendaten und Prozesse in die Cloud Yannick Leippold Januar 2020 83

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