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AssCompact 02/2019

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2 Februar

2 Februar 2019

EDITORIAL Je mehr Aufsicht, desto weniger Einsicht? Sehr geehrte Leserinnen und Leser, wie Sie beim Lesen feststellen werden, taucht in diesem Heft immer wieder mal die neue VersVermV auf. Insbesondere greifen wir im Sonderthema Weiterbildung das sehr aktuelle Thema auf, es hält aber auch Einzug in unsere Rubrik Steuern & Recht. Dort fällt der Blick auf die Beratungsdokumentation und den Online- Vertrieb. Wenig erwähnenswert war im Zusammenhang mit der IDD und der IDD-Umsetzung bisher die Aufsicht über Versicherungsvermittler. Sie war bei den Industrie- und Handelskammern sowie den Gewerbeämtern gesetzt und wurde im Zuge der jetzigen Regulierung bestätigt. Bekannt ist aber auch, dass die Finanzanlagenvermittler nach Wunsch der Großen Koalition künftig von der BaFin beaufsichtigt werden sollen. Die Vorbereitungen dazu haben im vergangenen Herbst in Berlin Fahrt aufgenommen. Vermittlerverbände setzen sich dort weitgehend gegen eine Übertragung der 34f-Aufsicht auf die BaFin ein. Auch der GDV ist skeptisch, was noch durch den Umstand verstärkt wird, dass viele Finanzanlagenvermittler auch als Versicherungsvermittler registriert sind. Diese „Doppelregistrierung“ könnte künftig also dazu führen, dass ein regulatorischer Schnitt durch das Vermittlerunternehmen geht. Denn es gilt dann die Anforderungen zweier Aufsichtsorgane zu erfüllen. Inwieweit es dabei zu einer Vereinheitlichung von Bewertungskriterien und Sanktionsmaßnahmen kommt, ist noch völlig offen. Vermittlerverbände kritisieren, dass dies zu Effizienzverlusten auf allen Seiten und zu weiterem Mehraufwand bei den Vermittlern führen werde. Zuletzt hat sich der GDV zu Wort gemeldet und hinsichtlich der Übertragung der 34f-Aufsicht auf die BaFin vor einem Präjudiz für die Aufsicht über Versicherungsvermittler gewarnt. Es seien keine nachhaltigen Defizite erkennbar, die einen Aufsichtswechsel rechtfertigen würden, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem Bundeswirtschaftsministerium. Der Branche würde es folglich behagen, wenn ein Aufsichtswechsel für alle Vermittlertypen – Koalitionsvertrag hin oder her – ad acta gelegt würde. Verbraucherschutz - organisationen wiederum dürften das Thema Aufsicht aber weiter am Köcheln halten. Sie sehen zu wenig Einsicht – natürlich im Hinblick auf ihre Forderungen – und fordern mehr Aufsicht. Regulatorische Fragen werden Vermittlerunternehmen also auch in den nächsten Monaten weiter beschäftigen. Gleichermaßen gilt es den Beratungsauftrag zu erfüllen und das eigentliche Geschäft zu führen. Hierzu finden sich in dieser Ausgabe ebenfalls wertvolle Informationen. Und ich möchte nicht versäumen, auch an dieser Stelle auf unser Gewerbe-Symposium vom 12. bis 14.03.2019 in Düsseldorf/Kaarst, Stuttgart und Herzogenaurach hinzuweisen. Ich hoffe, Sie sind bei einem der Termine dabei. Ihre Brigitte Horn Chefredakteurin horn@asscompact.de Februar 2019 3