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AssCompact 02/2019

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IMMOBILIEN | News

IMMOBILIEN | News Investitionen in deutsche Immobilien geben nach Neue Lizenz für ALTE LEIPZIGER Bauspar AG (ac) Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat der ALTE LEIPZIGER Bauspar AG eine Pfandbrieflizenz erteilt. Durch die Ausgabe von Pfandbriefen soll die Refinanzierung von neuen Baudarlehen zukünftig auf eine breitere Basis gestellt werden. Die erste Emission eines Pfandbriefes ist für das erste Halbjahr 2019 geplant. Die Platzierung ist besonders bei institutionellen Investoren vorgesehen. Die Vergabe von Pfandbriefen durch private Bausparkassen ist seit der Novellierung des Bausparkassengesetzes Ende 2015 möglich. Neben der ALTE LEIPZIGER haben bisher zwei weitere private Bausparkassen eine solche Lizenz erhalten. Starker Zuwachs im Neugeschäft In den vergangenen Jahren hat bei der ALTE LEIPZIGER Bauspar AG das Geschäft mit Baufinanzierungen deutlich zugenommen. 2018 betrug der Zuwachs im Neugeschäft gegenüber dem Vorjahr etwa 9%. Diese positive Entwicklung will die Gesellschaft in den nächsten Jahren fortsetzen. Die zusätzlichen Refinanzierungsmöglichkeiten über Pfandbriefe seien hierfür ein wichtiger Schritt. Bestand an Baudarlehen legt ebenfalls zu Die ALTE LEIPZIGER Bauspar AG verfügt mittlerweile über eine Bilanzsumme von ungefähr 1,7 Mrd. Euro. Der Bestand an Baudarlehen betrug gegen Ende des vergangenen Jahres rund 1,5 Mrd. Euro. Damit ist der Darlehensbestand der ALTE LEIPZIGER Bauspar AG wie das Neugeschäft um rund 9% gewachsen. Die ALTE LEIPZIGER Bauspar AG hat von der BaFin die Erlaubnis zur Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen erhalten. © Björn Wylezich – Fotolia.com (ac) Deutsche Immobilien haben laut dem Immobilienmarktbericht 2018 des Beratungs- und Planungsunternehmens Arcadis im vergangenen Jahr bei Investoren an Beliebtheit verloren. Wegen des Mangels an Kaufobjekten und sinkenden Renditen war das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Ausweichen ins Umland Bei Wohnimmobilien ist ein Ende der Nachfrage nach Objekten in Metropolen nicht in Sicht. Das knappe Angebot führt inzwischen aber immer mehr zu einer Verlagerung ins Umland. Zudem erfreuen sich Nischen wie Studentenwohnungen und Mikroapartments mit einem Anteil von 9% des Umsatzes aller Immobilienarten großer Beliebtheit. Die geringe Verfügbarkeit führte dazu, dass 2018 das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 24% fiel. Gemessen am Rekordjahr 2015 sank es sogar um 41%. Rückgang bei Büroimmobilien Knappes Angebot und hohe Nachfrage prägen auch den Büroimmobilienmarkt. Mit einem Umsatz von 25,1 Mrd. Euro verzeichnete das Segment 2018 einen Rückgang um 14%. Wegen steigender Preise fiel an vielen Orten die Rendite zudem geringer aus. So sank der Wert in München auf 2,9% und in Frankfurt sowie Hamburg auf 3,15%. In B-Städten locken hingegen höhere Renditen. Die Folgen des Online-Handels Mit geringeren Spitzenrenditen haben auch die Einzelhandelsimmobilien zu kämpfen. Im Schnitt lagen sie 2018 bei 2,9%. Das liegt vor allem am Anstieg der Quadratmeterpreise um 350 auf 2.400 Euro. Über die vergangenen fünf Jahre betrachtet ist das Kaufpreisniveau aber um rund ein Achtel gesunken. Grund dafür ist die zunehmende Konkurrenz durch den Online-Handel. 62 Februar 2019

IMMOBILIEN „Der persönlichen Beratung gehören die Gegenwart und die Zukunft“ Interview mit Ditmar Rompf, Vorstand der Hüttig & Rompf AG Neues Jahr, neue Möglichkeiten. Das gilt auch für die Immobilienbranche. Doch mit dem Bestellerprinzip, der Digitalisierung und der weiteren Zinsentwicklung dürften 2019 viele Themen die deutsche Immobilienwirtschaft beschäftigen, die schon in den vergangenen Jahren eine wichtige Rolle spielten. Ditmar Rompf Herr Rompf, welche Themen und Veränderungen sind 2019 wichtig für die Immobilienbranche? Zu den entscheidenden Themen im neuen Jahr zählen für mich die Entwicklungen bei den Immobilienkaufpreisen und am Zinsmarkt. Außerdem bin ich gespannt, welche politischen Entscheidungen 2019 getroffen werden. Ich befürchte, dass es weitere Restriktionen für den Vertrieb von Immobilien geben wird. Wie das Bestellerprinzip beim Immobilienkauf, das gerade diskutiert wird, und die Deckelung der Maklerprovision. Was denken Sie, würde sich durch die Einführung des Bestellerprinzips ändern? Das Bestellerprinzip würde Immobilienmakler unterschiedlich stark treffen. Beim Vertrieb von Neubauimmobilien wird sich damit verhältnismäßig wenig ändern. Denn schon heute werden viele neue Immobilien ohne eine Käufercourtage verkauft. Doch bei den Bestandsimmobilien könnte das Bestellerprinzip zu Umsatzeinbußen bei den Immobilienmaklern führen. Weniger Umsatz droht Immobilienmaklern auch an anderer Stelle: bei der Deckelung der Provisionen. Teile der Politik wollen die Vergütung begrenzen, obwohl ein Einschreiten nicht nötig ist. Bei diesem Punkt sollte sich die Politik allerdings weniger einmischen. Sie hatten eingangs auch von den Zinsen gesprochen. Wie wird sich der Bauzins 2019 entwickeln? Die Zinsen in Deutschland sind weiterhin niedrig. Verbrauchern bieten sich dadurch sehr gute Voraussetzungen für eine Baufinanzierung. Und daran wird sich kurzfristig auch nichts ändern, denn die EZB hält weiter an ihrer Nullzinspolitik fest. Allerdings könnte der Bauzins mittelfristig gesehen leicht steigen. Interessant wird hier, wie sich die Zinserhöhungen in den USA auf uns auswirken. Also wird es keine Zinswende geben? Wahrscheinlich nicht. Zwar sind die Zinsen im vergangenen Jahr auch mal um mehrere Zehntelpunkte gestiegen, doch letztlich fielen sie wieder auf ihr anfängliches Niveau. Es sieht nicht danach aus, als würde sich daran in diesem Jahr viel ändern. Wie wirkt sich das niedrige Zinsniveau auf die Baufinanzierung aus? Verbraucher haben bei der Baufinanzierung aktuell ganz andere Möglichkeiten. Sie profitieren finanziell von den niedrigen Zinsen und können sie sich auch langfristig sichern. Ähnlich sieht es bei der Anschlussfinanzierung aus. Vielleicht bietet es sich für den einen oder anderen Darlehensnehmer an, ein Forward-Darlehen abzuschließen. So lässt sich der Zinssatz von heute für die Anschlussfinanzierung sichern. Ob das die richtige Entscheidung ist, klären Immobilienkäufer am besten im Gespräch mit einem Baufinanzierungsexperten. Er kann die persönliche Situation berücksichtigen und so die passende Finanzierung finden. Ein wichtiger Wandel in der Immobilienbranche ist die Digitalisierung. Wie wirkt sie sich auf die Arbeit von Baufinanzierungsvermittlern aus? Die Digitalisierung beeinflusst wohl jeden Wirtschaftszweig – auch die Baufinanzierungsbranche. Diese wird zunehmend digitaler. Dadurch verändert sich auch die Arbeit der Baufinanzierungsberater. Und auch in der Kommunikation mit dem Kunden spielen digitale Medien eine immer größere Rolle. Allerdings wird die Digitalisierung nie den direkten Kontakt zu Bauherren und Immobilienkäufern ersetzen können. Der persönlichen Beratung gehören daher weiter die Gegenwart und die Zukunft. W Februar 2019 63

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