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AssCompact 02/2019

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WEITERBILDUNG

WEITERBILDUNG Feinschliff fürs Fachwissen Die Fachkompetenz ständig auf dem Laufenden zu halten, sollte für Vermittler mehr als eine auferlegte Pflicht sein. Schließlich ist es vor allem auch das Fachwissen, das Makler auszeichnet, mit dem sie bei Kunden punkten und sich im Wettbewerb behaupten können. Damit ist Weiterbildung zugleich einer der Schlüssel für langfristigen unternehmerischen Erfolg. Von Tina Kirchner, AssCompact Lange musste die Branche warten, bis endlich die finale Version der Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) vorlag und am 20.12.2018 schließlich in Kraft getreten ist. Die Verordnung präzisiert Bestimmungen aus dem deutschen Umsetzungsgesetz zur IDD, das für Vermittler unter anderem die regelmäßige Weiterbildungsverpflichtung im Umfang von 15 Stunden pro Kalenderjahr im Gepäck hat. Doch nicht erst seit der IDD ist es für viele Vermittler ein wichtiges Thema, ihr Fachwissen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Gilt es doch schon immer, mit exzellentem Knowhow die Beratungsqualität zu erhöhen und damit bei neuen Kunden zu punkten sowie die Bindung zu bestehenden Kunden zu festigen. Weiterbildung kann erheblich zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens beitragen. Vermittler, die Angestellte beschäftigen, müssen nun aber nicht nur die eigene jährliche Weiterbildungspflicht erfüllen, sondern auch im Blick haben, dass sich ihre Mitarbeiter weiterbilden. Denn laut IDD betrifft die Pflicht zur Weiterbildung auch die unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligten Personen in Vermittlerbetrieben. Inwieweit auch Mitarbeiter im Backoffice betroffen sind, hängt davon ab, ob sich aus ihrer Tätigkeit Beratungs- und Informationspflichten ergeben. Stellenbeschreibungen als A und O Für Vermittler, die Angestellte beschäftigen, empfiehlt sich daher, in Stellenbeschreibungen klar zu regeln, wer in 86 Februar 2019

ihrem Unternehmen wofür zuständig ist. In diesem Zusammenhang kann dann auch der Weiterbildungsbedarf festgelegt werden, damit die Mitarbeiter „ihre berufliche Handlungsfähigkeit erhalten, anpassen oder erweitern“ können, wie es in der VersVermV heißt. Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu Breite Anbieterlandschaft Weiterbildung sollte jährlich in der Unternehmensplanung berücksichtigt werden. Auf dem Markt gibt es eine Reihe von Bildungsanbietern, die vermittlerspezifische Themen in unterschiedlichen Formaten anbiete. Als Beispiele seien die DMA oder die Going Public! Akademie genannt. Etliche Unternehmen der Finanz- und Versicherungsbranche haben eigene Strukturen zur Schulung von Partnern geschaffen. So bietet die MLP Finanzberatung im Rahmen der MLP Corporate University eine eigene „Bildungswelt“ für Berater. Die Form der Wissensvermittlung reicht bei der DWS von Workshops bis hin zu Webinaren. Die Allianz Maklerakademie schult Vertriebspartner deutschlandweit in Präsenzseminaren, aber auch online zu unterschiedlichen Themen – in weiten Teilen anbieterneutral. Daneben bietet auch der Besuch von Fachmessen wie der DKM die Möglichkeit, sich mit Kollegen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und in Form von Vorträgen Weiterbildungszeit im Rahmen der Initiative „gut beraten“ zu sammeln. An den Kompetenzen feilen 166.039 Bildungskonten Die IDD hat nicht nur allgemein das Interesse an Weiterbildung verstärkt, sondern auch Inhalte und Qualität stärker in den Fokus gerückt. Welche inhaltlichen Anforderungen die IDD an Weiterbildungsmaßnahmen stellt und welche Kriterien Bildungsanbieter erfüllen müssen, erläutert Rechtsanwältin Andrea Meyer im vorliegenden Sonderthema. Zudem erhalten Vermittler Tipps, wie sie Weiterbildung gezielt angehen können, sowie Einblicke, was es zu beachten gilt. W Die Brancheninitiative „gut beraten“ unterstützt Vermittler und deren Beschäftigte dabei, die Weiterbildungsverpflichtung nach IDD zu erfüllen. Denn „gut beraten“ ermöglicht die Dokumentation der Bildungsaktivitäten unabhängig vom Anbieter über ein Bildungskonto. Grundsätzlich können alle, die in der Assekuranz vertrieblich tätig sind und der Weiterbildungsverpflichtung nach IDD unterliegen, ein Bildungskonto eröffnen. Inzwischen gibt es 166.039 solcher Konten. Bildungsanbieter, die Trusted Partner von „gut beraten“ sind, können auf Antrag der vertrieblich Tätigen Bildungskonten in der Weiterbildungsdatenbank eröffnen und das Konto auch pflegen. Bildungsdienstleister, die von „gut beraten“ akkreditiert sind, buchen alle relevanten Informationen wie Titel, Inhalt und Umfang der Maßnahme in der Weiterbildungsdatenbank von „gut beraten“. Weiterbildung hat viele Gesichter Der Gesetzgeber schreibt nicht konkret vor, in welcher Form die Weiterbildungszeit erbracht werden muss. So kann die Weiterbildung in Präsenzform, im Selbststudium, durch betriebsinterne Maßnahmen oder in einer anderen geeigneten Form erfolgen. Zur Auswahl stehen neben der klassischen Präsenzveranstaltung also auch E-Learning bzw. online-basierte Lernangebote. Solche Angebote werden immer beliebter. So sparen sich die Teilnehmer Zeit und Geld für die Anund Abreise zum Veranstaltungsort und können meist ganz flexibel lernen. Auch Inhouse-Schulungen werden zunehmend nachgefragt. Dabei führt der Bildungs - anbieter die Qualifizierungsmaßnahme in einem Maklerbetrieb vor Ort durch. Sonderthema im Überblick Die Weiterbildungsverpflichtung der Vermittler – Endlich Klarheit! Weiterbildung für Makler künftig individueller und zeitlich flexibler Weiterbildung – Mehr als Pflicht Lebenslanges Lernen auf höchstem Niveau Mit einer guten Qualifizierung die Kunden in der Beratung überzeugen „Am Thema Weiterbildung wird keiner vorbeikommen“ Februar 2019 87

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