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AssCompact 02/2020

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MANAGEMENT & VERTRIEB |

MANAGEMENT & VERTRIEB | Impulse für junge und moderne Makler Die Partnerin oder den Partner zum Mitarbeiter machen? Jetzt wird es schwierig. Stelle niemanden ein, den du nicht auch entlassen kannst! Im Vorfeld sind zumindest einige kritische Fragen angebracht. In meiner Antwort konzentriere ich mich auf die wichtigsten vier Aspekte. 1. Liegt überhaupt Eignung vor? Entscheidend ist als Ausgangspunkt: Welche Aufgaben in Ihrem Unternehmen haben Sie zu vergeben? Für welche Segmente benötigen Sie personelle Unterstützung? Hieraus können Sie ableiten, welche Schlüsselqualifikationen ein Mitarbeiter mitbringen muss, um bestmöglich Ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Wenn Ihre Partnerin oder Ihr Partner diese Voraussetzungen erfüllt, wäre der erste Haken gesetzt. Gehen Sie genauso kritisch vor wie bei der Einstellung eines „fremden“ Mitarbeiters! 2. Gibt es künftig zwei Chefs? In Bezug auf die weitere Unternehmensentwicklung stellt sich die zweite Frage: Gibt es künftig zwei Inhaber? Oder im Kanzler - deutsch: Wer hat die Richtlinienkompetenz? Insbesondere bei unterschiedlichen Meinungen, die sich im ständigen Spagat zwischen den betrieblichen Erfordernissen und den privaten Wünschen ergeben, muss für weitere Mitarbeiter eindeutig jemand den Hut aufhaben. Es ist zu klären, ob und in welchen Bereichen Ihr Partner heute oder später Weisungskompetenz bekommt. In der Praxis entstehen häufig Klimaverschlechterungen im Maklerbetrieb – weil dieser Punkt nicht durchdacht oder unprofessionell umgesetzt wird. 3. Ist eine klare Trennung möglich? Werden Sie es schaffen, Betriebs- und Privatsphäre zu trennen? Hier bedarf es klarer Absprachen. Die Gefahr ist groß, eventuelle Meinungsverschiedenheiten schnell nach Hause in den gemeinsamen Abend zu übertragen. Oder ebenso schlimm: Selbst beim Abendessen dominieren Themen rund um die Arbeit jedes familiäre Gespräch. Schnell – fast unbemerkt – kann auf diesem Wege der Beruf alles Private auffressen. Alle Infos zum Jungmakler Award unter: www.jungmakler.de Von Steffen Ritter, Geschäftsführer des IVV Institut für Versicherungsvertrieb und Mitinitiator des Jungmakler Awards 4. Identifiziert sich Ihr Partner mit der Branche, mit den Aufgaben und mit dem Vertrieb? Ist Ihr Partner begeistert von Ihrer Branche, ist er überzeugt von dem Nutzen, den Sie Ihren Kunden bringen? Kennt er die Bedeutung einer erstklassigen Beratung für Ihre Kunden? Oder will er Sie nur öfter mal sehen? Wird Ihr Partner sich in den neuen Aufgaben wohlfühlen? Oder will er nur „ein bisschen mitarbeiten“, ohne Anspruch an die eigene Leistung? Viele Makler tendieren zu einer Einstellung von Partnerin oder Partner, um Geld zu sparen oder um die Einstellung eines „Fremden“ zu vermeiden. Hierunter leidet oft die unternehmerische Professionalität. Mit dem „Geld sparen“ ist es auch so eine Sache. Zum einen könnte Ihr Partner – zumindest theoretisch – anderweitig Einnahmen erzielen, insofern geht die Rechnung nie ganz auf. Zum anderen eignet sich nach unseren Erfahrungen der Partner nur in seltenen Fällen exzellent für die anstehenden, tatsächlich VERTRIEBS- ASSISTIERENDEN Aufgaben des Maklerbetriebs. Wenn die Einstellung eher eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, denken Sie besser (gemeinsam) über Alternativen nach! Natürlich gilt analog: Es gibt viele Maklerbetriebe, die herausragende Familienunternehmen entwickelt haben, insbesondere die von gegenseitigem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit zwischen den Partnern wird hier zum Erfolgsfaktor. Von diesen Betrieben kann manch anderer in den Bereichen Service, Qualität und Kundennähe noch einiges lernen. So ist eine pauschale Antwort – wie immer – falsch. Es bleibt das Resümee: Auch wenn Sie mit Ihrem Partner privat die zu 100% richtige Wahl getroffen haben, es muss deswegen betrieblich nicht genauso sein … W 80 Februar 2020

Erfolgreiche Jungmaklerinnen und was aus ihnen geworden ist Das Jahr 2012 brachte eine große Veränderung für den Jungmakler Award. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Preis in zwei Kategorien verliehen. In der Kategorie „Neugründung“ konnte Jennifer Brockerhoff den Wettbewerb für sich entscheiden. Damals beriet sie hauptsächlich Frauen, doch heute kommen auch immer häufiger Männer in den Genuss ihrer „Financial Education“. Frau Brockerhoff, als Sie 2012 den Jungmakler Award erringen konnten, hatten Sie sich kurze Zeit vorher selbstständig gemacht. Was war seitdem die größte Veränderung in Ihrem Leben? Veränderungen in der Finanzbranche stehen an der Tagesordnung und begleiten mich fortlaufend. Ein besonderes Highlight in meinem Leben, welches mit meiner Herzensangelegenheit Nachhaltigkeit verbunden ist, war meine Hochzeit in Tansania. Mein Mann und ich engagieren uns seit vielen Jahren für Naturschutz und sind Mitglieder bei der Zoologischen Gesellschaft in Frankfurt – eine internationale Naturschutzorganisation, gegründet von Prof. Grzimek. Auf seinen Spuren unterwegs zu sein am Ngorogoro-Krater am Rande der Serengeti sowie im persönlichen Dialog mit den Einheimischen vor Ort und die fantastische Artenvielfalt aus der Ferne zu beobachten, verändert auch die Perspektive auf das eigene Leben. Sie haben früh auf Nachhaltigkeit gesetzt und waren damit dem aktuellen Trend voraus. Welche Themen in der Branche werden uns Ihrer Meinung nach über 2020 hinaus beschäftigen? Die Integration von Ökonomie und Ökologie steht gerade erst am Anfang. Die Bereiche Digitalisierung und KI werden uns selbstverständlich ebenfalls extrem stark beschäftigen. Die nächsten zehn Jahre werden aus meiner Sicht den Finanzmarkt gravierender verändern als die letzten 50 Jahre. Steckbrief Jennifer Brockerhoff 41 Jahre Brockerhoff Finanzberatung Jungmaklerin 2012 Wie strukturieren Sie sich? Haben Sie Tipps, wie man als junger Makler den Büroalltag leichter bewältigen kann? Stichwort „Outsourcen“! Aufgrund der zunehmenden Regulierung und Digitalisierung können und sollten Arbeitsprozesse oder Vorgänge vereinfacht werden. Damit meine ich auch simple Dinge wie eine Bürogemeinschaft, wo man sich nicht um den Briefkasten, die Geräte, die Reinigung oder Kundenbewirtung selbst kümmern muss, bis zu Servicedienstleistern, die Themen wie Datensicherung, zentrale Kundenkommunikation und automatisierte Arbeitsabläufe anbieten. Wie konnten Sie von der Teilnahme am Jungmakler Award 2012 profitieren? Neben dem hohen Bekanntheitsgrad und den sehr guten Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Maklerkolleginnen und -kollegen war der Award eine Art Lackmustest, um von Profis eine Bewertung des eigenen Geschäftsmodells zu erhalten. Haben Sie ein Motto, nach dem Sie leben? Spontan fällt mir hierzu „Lebe im Jetzt!“ ein. Meine Meditationspraxis hilft mir dabei, meine Gedanken immer wieder auf den jetzigen Moment zu richten, nicht ewig mit Vergangenem zu hadern oder Dinge erst in der Zukunft umzusetzen, die tägliche Nachrichtenflut oder Social-Media-Dauerbeschallung auch mal abzuschalten und Zeit für mich und die mir nahe - stehenden Menschen zu haben. W Zehn Jahre Jungmakler Award: Anlässlich des Jubiläums wirft AssCompact einen Blick auf die bisherigen Gewinner.

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