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AssCompact 03/2019

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ARBEITSKRAFTSICHERUNG

ARBEITSKRAFTSICHERUNG Weil es sehr schnell passieren kann Die BU-Versicherung zählt zu den wichtigsten Absicherungen. Kein Wunder also, dass die Angebote der Versicherer und die Beratung der Makler unter Beobachtung stehen. Gerade kommt der gesamte Bereich der Arbeitskraftabsicherung wieder in Bewegung. Von Brigitte Horn, AssCompact Die modernen Tarife der Arbeitskraftabsicherung zeichnen sich schon seit geraumer Zeit durch eine hohe Bedingungsqualität aus und sind, was Berufs- und Altersgruppen angeht, weit ausdifferenziert. An der Seite der Berufsunfähigkeitsversicherung stehen Angebote zur monetären Abmilderung von Erwerbsunfähigkeit, schweren Krankheiten oder dem Verlust von Grundfähigkeiten und als wichtiger Teil der Beratungspyramide auch die Risikolebensversicherung. Zuletzt rückte auch beim Existenzschutz die Digitalisierung in den Fokus und damit die elektronische Risikoprüfung am Point of Sale. Im Grunde scheint alles, was auf der Antragsseite steht, in Angriff genommen. Doch wie sieht es mit der Leistungsseite aus? Denn hier wächst seit Längerem der Druck: Versicherern wird Leistungsverzögerung bis hin zur systematischen Leistungsverweigerung vorgeworfen, wenn der Versicherungsnehmer dann tatsächlich berufsunfähig wird. Die Branche verwahrt sich dagegen und hält eigene Untersuchungen entgegen – und bewegt sich dennoch. Umdenken in der Leistungsphase Die Kritik führte zunächst dazu, dass sich Analysten inzwischen immer öfter auch die Leistungspraxis der Versicherer ansehen und die Ergebnisse in ihre Ratings einfließen lassen. Noch machen nicht alle Versicherer mit und noch lassen sich wenige Versicherer ganz genau hinter die Regulierungsfassaden sehen. Warum sollte aber auf Dauer nicht ein ähnlicher Wettbewerbseffekt entstehen wie auf Bedingungsseite? Doch auch ohne den treibenden Einfluss von außen ändern die Versicherer gerade den Blick auf die Zeit nach dem Abschluss und fragen sich, wie sie den Kunden in der Vertragslaufzeit begleiten können, um nicht nur erst im Leistungsfall für ihn da zu sein. Dem folgt die Frage, wie Kunden im Fall der Berufsunfähigkeit über 34 März 2019

Analysten bereits zuvor darauf hingewiesen, dass die Anpassung von Überschussbeteiligungen wegen der Niedrigzinsphase Prämien auch in der BU steigen lassen könnten. Eine neuere Analyse wiederum bestätigt den Versicherern eine hohe Beitragsstabilität. Die individuelle Prüfung macht’s: Künftig werden Versicherungsmakler jedenfalls neben leistungsstarken Bedingungen auch noch mehr auf die Unternehmenskennzahlen der BU-Anbieter sehen. Ob dies das Geschäft künftig ebenfalls in Richtung besonders finanzstarker Lebensversicherer treiben wird, wird sich zeigen. Gründe für keine Absicherung „Die am häufigsten genannte Begründung, warum Menschen eine dieser Personenversicherungen [BU-, Pflegeversicherung, Altersvorsorge, Zahnschutz] nicht wichtig finden, ist: „Im Ernstfall zahlt der Versicherer meist eh nicht, weil er sich auf irgendwelche Klauseln beruft.“ Die beiden weiteren Hauptgründe sind, dass die Bevölkerung auf die Unterstützung durch Familienangehörige und den Partner vertraut oder dass ihr der gesetzliche Schutz ausreicht.“ Continentale Studie 2018: Bevölkerungsbefragung die monetäre Leistung hinaus besser betreut werden können – etwa durch zusätzliche Beratungsangebote zur beruflichen Re-Integration oder Unterstützung in der Reha-Phase. Nicht lange wird dann aber wohl auch eine Neubewertung in der Risikoprüfung auf sich warten lassen. Die Verknüpfung von Risikoprüfung und Leistungserbringung wird insbesondere durch digitale Lösungen enger werden – wobei nicht vergessen werden sollte, dass jeder BU-Fall gleichermaßen ein Schicksalsschlag ist und eben doch nur als Einzelfall gesehen werden kann. Und letztlich werden sich Versicherer von Kunden, Öffentlichkeit und Makler auch weiterhin gerade an dem Umgang mit dem jeweils individuellen Fall messen lassen müssen. Beitragssteigerungen mit Folgen Gerade im vergangenen Jahr kam es zu einem weiteren Aufreger in der BU- Sparte. Preissteigerungen innerhalb bestehender Verträge bedienten die Kritiker der BU-Versicherer und lenkten den Blick auf die Spanne zwischen Nettound Bruttoprämie. In der Tat hatten © ipopba – Fotolia.com Aus der Sicht der Makler Für viele Versicherungsmakler ist die Beratung in Sachen Arbeitskraftabsicherung ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäfts. Ein Großteil der Makler geht nach AssCompact Studien davon aus, dass ihre Courtageeinnahmen in den nächsten Jahren an dieser Stelle wachsen werden. Verfolgt man aber ihre Fragen etwa in den sozialen Medien, treibt die Makler weiterhin um, wie sie für Kunden mit bestimmen Risikomerkmalen überhaupt einen BU-Vertrag bekommen. Aktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen sind da oft willkommen, wobei diese mit Blick auf die formulierten Gesundheitsfragen und die „spontane Anzeigepflicht“ von Maklern auch immer wieder kritisch hinterfragt werden. Für Makler bleibt die BU also weiterhin die Nummer eins. Teilabsicherungen kommen weniger zum Tragen und meist erst dann zum Einsatz, wenn es keinen finanzierbaren BU- Schutz gibt. Deshalb nimmt auch in diesem Sonderthema die BU den meisten Platz ein, es gibt aber auch anderen Lösungen Raum und beschäftigt sich auch mit dem Zukunftsthema künstlicher Intelligenz in der Risikoprüfung. W Sonderthema im Überblick Hohe Beitragsstabilität in der BU „Warum schließen Menschen Versicherungen nicht ab, obwohl sie relevant sind? Ein Hauptgrund ist nach Meinung der Vermittler, dass die Menschen das Thema schlicht vor sich herschieben. Die Vermutung, die Versicherung zahle am Ende eh nicht, spielt für sie nur eine untergeordnete Rolle. Dabei ist es aus Kundensicht der meistgenannte Grund.“ Continentale Studie 2018: Vermittlerbefragung „Der Service für Kunden und Vermittler wird immer bedeutender“ Kostengünstiger BU-Schutz ist beste Arbeitskraftabsicherung für Handwerker Sensibles Thema Arbeitskraftsicherung: So individuell wie der Kunde Einsatz künstlicher Intelligenz in der medizinischen Risikoprüfung Neue Grundfähigkeitenversicherung für vielschichtige Zielgruppen März 2019 35