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AssCompact 03/2020

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INVESTMENT © Tierney – stock.adobe.com Rückenwind für die ETF-Branche Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz und die Entwicklung bedarfsgerechter Anlagebausteine – diese Themen werden die ETF-Branche im Jahr 2020 maßgeblich prägen. Nur wer tragfähige Lösungen für die anstehenden Herausforderungen entwickelt, wird auch zukünftig noch erfolgreich sein können. ETFs und Indexfonds haben inzwischen einen festen Platz in den Portfolios professioneller Investoren erobert. Sie ermöglichen es den unterschiedlichsten Investorengruppen, sich einfach, transparent und kostengünstig in einem breiten Spektrum von Anlagemärkten zu engagieren. Diese Argumente rücken mittlerweile gerade bei Privat - anlegern in Europa stärker in den Fokus. Rückenwind kommt dabei von der europäischen Finanzregulation MiFID II, die einen stärkeren Fokus auf Transparenz und Kosteneffizienz legt, sowie von innovativen und digitalen Vertriebsmodellen. Zudem werden ETFs zunehmend auch als Baustein für Anlageprodukte eingesetzt – beispielsweise in Dachfonds, bei der diskretionären Vermögensverwaltung oder im Rahmen von Advisory-Mandaten. Globales ETF-Vermögen steigt auf 6 Bio. US-Dollar Es erstaunt daher nicht, dass 2019 für die ETF-Branche erneut ein erfolgreiches Jahr war. Global flossen ETFs netto 495 Mrd. Euro zu – in Europa waren es mehr als 104 Mrd. Euro. Nachdem Aktien-ETFs lange klar die Nase vorn hatten, lag das Interesse an Aktien- und Renten-ETFs 2019 in etwa gleichauf. Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen im ETF-Markt zeigt, dass die Mittelzuflüsse zunehmend Makro- und Kapitalmarkttrends, geopolitische Themen und das deutlich breitere Produktangebot widerspiegeln. Interessant ist außerdem, dass gerade Aktienprodukte nicht nur taktisch, sondern vermehrt auch stra - tegisch eingesetzt werden. Und last, but not least rückt das Thema ESG immer stärker in den Anlegerfokus. Grüne Welle für ESG Nachhaltige Investments, international auch ESG-Investments genannt, haben in den letzten Jahren einen enormen Siegeszug erlebt – sowohl bei aktiven als auch bei passiven Investments. Kaum ein professioneller Investor hat ESG-Themen heute nicht auf der Agenda. Die Berücksichtigung eigener Wertvorstellungen, die Nutzung von Anlagechancen, die zum Beispiel mit der Energiewende einhergehen, oder die Überzeugung, dass die Aktien nachhaltig gemanagter Unternehmen ein besseres Risiko-Rendite-Profil aufweisen, sind nur einige davon. Immer mehr an Bedeutung gewinnen auch strengere Regularien. So wächst der Druck auf professionelle Investoren, 58 März 2020

sich mit den Auswirkungen ihrer Anlageentscheidungen zu beschäftigen und entsprechend Rechenschaft abzulegen. ESG ist aber nicht nur bei professionellen Investoren von Bedeutung. Im Geschäft mit Privatkunden sieht zum Beispiel der EU-Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen vor, dass Anlageberater bald die Nachhaltigkeitsvorlieben ihrer Kunden abfragen müssen. Heute gibt es mehrere Wege, ESG und ETF zusammenzubringen. Eine Variante ist, Emittenten mit kontroversen Aktivitäten zu meiden. Amundi schließt zum Beispiel Hersteller geächteter Waffen wie Antipersonenminen und Streubomben aus – und zwar bei allen ETFs. Den Tracking-Error zu konventionellen Produkten kann man dabei sehr gering halten. Ein anderer Ansatz ist, die Stimmrechte auf Hauptversammlungen wahrzunehmen. Als größter europäischer Asset-Manager kann Amundi hier durchaus Einfluss auf Unternehmen zur Verbesserung ihrer ESG-Bilanz ausüben. Eine steil ansteigende Nachfrage ist außerdem bei ETFs auf ESG-Indizes zu beobachten. Inzwischen gibt es viele Indizes, die die Ansprüche unterschiedlich umsetzen. Amundi bietet derzeit sowohl für Aktien als auch für Unternehmensanleihen ETFs auf ESG-Indizes an. Außerdem gibt es Produkte, die konkrete ESG-Ziele verfolgen und beispielsweise Low-Carbon-Indizes abbilden. Diese können für Anleger interessant sein, die die Reduktion des CO 2 -Footprints verfolgen möchten. Vor allem aus Sicht der jüngeren Generation ist der Klimawandel eine der drängendsten Herausforderungen. und Japan. Neben ausschüttenden sind neu auch thesaurierende Anlageklassen verfügbar. Innerhalb kurzer Zeit haben die Prime ETFs beim Anlagevolumen die Schwelle von mehr als 1 Mrd. Euro überschritten. Die neue ETF-Palette wurde speziell für Anleger entwickelt, die auf der Suche nach einfachen Lösungen sind, um sich in den wichtigsten Märkten und Anlageklassen zu sehr niedrigen Kosten zu positionieren. Durch neue regulatorische Anforderungen sollte sich der Trend zu kosteneffizienten Lösungen weiter beschleunigen. Vom Produkt- zum Lösungsanbieter Im Geschäft mit Privatanlegern wird es vermehrt darauf ankommen, zusammen mit Vertriebspartnern ETF-basierte Lösungen voranzutreiben. Die Finanzbranche steht 2020 vor vielen Herausforderungen, darunter komplexe Kapitalmärkte, strengere regulatorische Anforderungen, neue Vertriebswege und der technologische Wandel. Es ist ihre Aufgabe, all diese Aspekte zu einem Gesamtbild zu aggregieren und die Weichen richtig zu stellen, um Kunden die für sie passenden Lösungen anbieten zu können. Je nach Anlegergruppe sind dabei unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen. Im Geschäft mit Privatanlegern wird es zum Beispiel vermehrt darauf ankommen, zusammen mit Vertriebspartnern ETF-basierte Lösungen voranzutreiben. An Bedeutung gewinnen zudem die Schulung der Partner und deren Support beispielsweise durch digitale Vertriebstools. In Deutschland ist Amundi kürzlich eine Reihe von Partnerschaften mit Online-Banken ein - gegangen, um deren Kunden den Zugang zu Amundi ETFs zu ebnen. Im institutionellen Geschäft wird es vermehrt darauf ankommen, individuelle Lösungen für die unterschiedlichsten Kundenbedürfnisse zu entwickeln, darunter zum Beispiel ESG-, Low-Carbon- und Smart-Beta-Strategien. Auch hier lautet die Devise: weg vom reinen Produktanbieter – hin zum Partner für bedarfsgerechte Lösungen. W Bei den Gebühren zählt jeder Basispunkt In einem Umfeld, in dem jeder Basispunkt bei den Kosten zählt, sind ETF- Anbieter gefordert, bedarfsgerechte und günstige Produkte zu entwickeln. 2019 hat Amundi mit der Lancierung der Prime ETFs die europaweit günstigste ETF-Palette für Standardinvestments mit laufenden Kosten von nur 0,05% p. a. an den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um fünf Aktien- und fünf Renten- ETFs auf die für Privatanleger wichtigsten Anlageregionen: Welt, Europa, USA Von Hermann Pfeifer, Head of ETF, Indexing & Smart Beta Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Amundi März 2020 59

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