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AssCompact 04/2018

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INVESTMENT Sachwerte

INVESTMENT Sachwerte 2018 – Außer Immobilien nichts gewesen? © eyetronic – Fotolia.com Die Platzierungen von AIF-Publikumsfonds ziehen an. Allerdings ist die Dominanz der Immobilienfonds nicht zu übersehen. Alternativen zum Betongold sind rar. Doch das könnte sich in den nächsten Monaten ändern. Totgesagte leben länger: Die Platzierung von Publikums- AIF nimmt, wenn auch langsam, wieder Fahrt auf. Stefan Loipfinger, der sich nach Jahren der Abstinenz nun wieder mit Sachwertbeteiligungen beschäftigt und verlässliche Marktzahlen erheben will, hat für das abgelaufene Jahr ein platziertes Eigenkapital von 1,565 Mrd. Euro ermittelt – diese Zahl liegt etwas über dem Ergebnis von kapital-markt intern und bestätigt den Trend der Bundesbank-Statistik. Weitgehende Einigkeit besteht unter den Marktexperten auch hinsichtlich der Verteilung des platzierten Eigenkapitals auf die Asset-Segmente: Auf Platz 1 liegen mit weitem Abstand inländische Immobilienfonds; Loipfinger ermittelt einen Marktanteil von gut 50%. Angesichts des an - Weitgehende Einigkeit besteht unter den Markt experten hinsichtlich der Verteilung des haltenden Niedrigzinsszenarios platzierten Eigenkapitals auf die Asset-Segmente: Auf Platz 1 liegen inländische Immobilienfonds. verwundert die Vorliebe von privaten wie institutionellen Investoren für Immobilien nicht – deshalb finden sich Auslandsimmobilienfonds auch mit einem Anteil von gut 33% auf Platz 2 von Loipfingers aktueller Studie „Marktanalyse Publikums-AIF 2018“. Überallokation im Portfolio Bedenkt man, dass viele Zeichner geschlossener Publikums- AIF bereits über Immobilieneigentum verfügen dürften, ergibt sich aus diesen Zahlen ein unbestrittener Trend zur Überallokation von deutschen Immobilien im privaten Portfolio. Warum ist die Platzierung von Sachwertbeteiligungen außerhalb des Immobiliensektors praktisch zum Erliegen gekommen? Einige Anbieter haben sich vom KAGB verabschiedet, hat Loipfinger beobachtet: Die One Capital konzipiert inzwischen eine nachrangige Schuldverschreibung nach VermAnlG statt eines AIF, Containerbeteiligungen werden ganz überwiegend als Direktinvestments angeboten. Von Stephanie von Keudell, freie Journalistin Den Beteiligungen an Anlagen zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen hat der Gesetzgeber den Garaus gemacht: Die einst so beliebten großvolumigen Solarparks auf Freiflächen werden bereits seit Jahren nicht mehr gefördert. Seit der EEG-Novelle von 2017 wird der Zubau von Windkraftanlagen mit einem „atmenden“ Deckel gebremst und so die Kalkulierbarkeit von Investitionen in solche Anlagen wesentlich erschwert. Schiffsfonds, mit denen früher Platzierungsrekorde gefeiert wurden, sind nahezu total vom Markt verschwunden – Loipfinger ermittelt einen Marktanteil von nur noch 0,1%. Ähnlich sieht es bei anderen Assets aus dem Bereich Transportation aus: Sowohl mit Riesenflugzeugen wie dem A380 als auch mit der Vermietung von Austauschtriebwerken für Flugzeuge mussten und müssen Anleger unerfreuliche Erfahrungen machen – weder die Anschlussvermietung noch die erzielbaren Leasingraten konnten mitunter die optimistischen Erwartungen erfüllen. Verlegung auf institutionelle Fonds Zudem haben sich mehrere ehemals marktwirksame Initiatoren vom Privatkundengeschäft zurückgezogen. Jahrelang war etwa die KGAL erfolgreich mit Regionalflugzeugfonds unterwegs – seit einigen Jahren eröffnet sie nur noch institutionellen Investoren Zugang zu diesen Investments. Privatanleger, die sich an Regionalfliegern beteiligen wollen, haben aktuell nur über die HEH Gelegenheit dazu. „Wir planen für 2018 ein bis zwei weitere Regionalflugzeugfonds aus unserer Serie“, kündigt Vorstandsvorsitzender Gunnar Dittmann an. Nach dem 76 April 2018

jeweiligen Vertriebsstart dürfen Interessenten nicht zögern – die letzten beiden Fonds waren innerhalb von fünf bzw. sechs Wochen ausplatziert. Dieser Vertriebserfolg beweist die Attraktivität dieses Marktsegments, das mehr unter Asset-Knappheit als unter mangelndem Zuspruch der Anleger leidet. Mangel an Objekten und zögerliche Anbieter Asset-Knappheit ist auch bei Immobilienfonds ein Thema: Die Real I.S. AG plant seit geraumer Zeit eine Fortsetzung ihrer Reihe von Australienfonds für Privatanleger, konnte jedoch noch kein Objekt anbinden, das ihren Anforderungen genügen würde. Kein Wunder, da sich private und institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland in erster Linie auf Immobilien fokussieren. Zeit also, sich auf Alternativen zu besinnen, doch viele Anbieter zögern: Die BVT etwa will trotz ihres lupenreinen Track Records im Segment Private Equity vorläufig keine neuen Fonds auflegen – der Vertrieb ist mit Immobilien-, Zweitmarkt-, Portfolio- und Ansparfonds gut ausgelastet. Für 2018 plant man jedoch nach jahrelanger Pause wieder einen US-Immobilienfonds für Privatanleger, einen Kurzläufer aus dem Segment Residential, der Kernkompetenz der BVT. Kurz vor dem Comeback steht auch die US Treuhand: Nach jahrelanger Pause dürfte sich der Plan, einen neuen US- Immobilienfonds für Privatanleger anzubieten, 2018 endlich konkretisieren. Die Wealthcap hingegen hält am Segment Private Equity fest und hat derzeit das Wealthcap Fondsportfolio Private Equity 21 und 22 im Angebot – wie bei den Münchnern üblich, unterscheiden sich die Schwesterfonds hinsichtlich Mindestzeichnungssumme (20.000 bzw. 200.000 Euro) und Gebühren, investieren jedoch parallel. Von der Sinnhaftigkeit einer Investition in Private Equity ist auch Thomas Böcher, Geschäftsführer der Paribus-Gruppe, alleine schon deshalb überzeugt, weil solche Portfoliofonds praktisch kein Totalverlustrisiko mehr aufweisen und nicht börsennotierte Unternehmensbeteiligungen im privaten Portfolio in der Regel deutlich unter - repräsentiert sind. 2018 will Paribus seinen Anlegern das Segment erschließen und, sobald die Erweiterung der Kapitalverwaltungsgesellschaftszulassung abgeschlossen ist, einen Private-Equity-Fonds mit einem Eigenkapitalvolumen von 20 Mio. Euro auflegen, der in die Fonds IV und V der Astorius Capital investieren soll. Regulierung beflügelt Portfoliofonds Ohnehin scheint sich die Prophezeiung, dass die Regulierung nach KAGB die Attraktivität von Portfoliofonds fördern sollte, zumindest teilweise zu bewahrheiten: Auch Voigt & Collegen plant einen Sachwert-Auslese-Fonds mit Assets aus den Segmenten Immobilien, Energie, Transport und Verkehr sowie Private Equity, der Privatanlegern schon ab 5.000 Euro den Zugang zu einem breit diversifizierten Portfolio von Sachwertbeteiligungen ermöglichen soll. „Damit ist es möglich, mit einem voll regulierten Produkt jüngere Menschen für die Sachwerte zu begeistern“, erklärt Hermann Klughardt, Geschäftsführer von V&C. Auf die Portfoliolösung für Privatanleger setzt auch die Doric. Sie plant einen offenen Publikumsfonds mit vergleichbarer Anlage - strategie wie der Vontobel Sustainable Real Estate Europe Fonds, den Doric in Kooperation mit Vontobel für professionelle und semiprofessionelle Anleger anbietet. Michael Denk, Geschäftsführer der Doric Investment GmbH, begründet das mit Vertriebsvorteilen: „Der Bankenvertrieb hat eine höhere Affinität zu offenen Fonds, und auch Stiftungen müssen sich für eine Zeichnung nicht als semiprofessionell qualifizieren.“ Für Anleger und Vertriebe hält das Jahr 2018 im Bereich Sachwertbeteiligungen also einige Chancen bereit – man muss sie nur nutzen. W Relative Bedeutung der Investitionsarten bei Publikums-AIF Die Grafik zeigt die Dominanz von Immobilienfonds im In- und Ausland, doch es gibt durchaus attraktive Alternativen. Quelle: Stefan Loipfinger, Studie „Marktanalyse Publikums-AIF 2018“ April 2018 77

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