Aufrufe
vor 4 Monaten

AssCompact 04/2019

AssCompact ist das führende Fachmagazin für Assekuranz, Kapitalanlagen, Finanzierung und Immobilien. Jetzt auch als E-Paper.

INVESTMENT ©

INVESTMENT © everythingpossible – Fotolia.com Die Schwergewichte unter den Mischfonds schlagen sich gut Mischfonds sind bei Privatanlegern seit Jahren die Bestseller unter den Investmentfonds. Gerade in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen und des damit verbundenen Anlagenotstands überzeugen sie mit ihrer automatischen Vermögensallokation und oft überdurchschnittlicher Performance. Gerade Schwergewichte der Mischfonds schlagen sich gut. Mischfonds eignen sich grundsätzlich gut zum Vermögensaufbau. Sie haben den großen Vorteil, dass sich Anleger nicht selbst um die Vermögensallokation kümmern müssen. Diese Funktion übernimmt der Fondsmanager. Er passt je nach Markteinschätzung und Fondsstrategie die Anteile der Asset-Klassen am Portfolio an. Erwartet das Portfoliomanagement eine turbulente Marktphase, kann es in defensive Asset-Klassen wie Renten umschichten, um damit die negativen Auswirkungen auf das Portfolio zu mildern. Weniger Risiken als bei Aktienfonds Zusätzlich ist das Risiko eines Mischfonds im Idealfall deutlich geringer als bei reinen Aktienfonds. Allerdings gibt es auch bei Mischfonds unterschiedliche Risikoabstufungen. Sehr dynamische Fonds haben einen hohen Aktienanteil und damit ein höheres Risikoprofil. Bei konservativeren Ansätzen wiederum ist der Anteil festverzinslicher Wertpapiere deutlich größer. Risikoaffinität und -tragfähigkeit entscheidend Welche Kategorie für den Anleger in Betracht kommt, hängt maßgeblich von seiner Risikoaffinität und -tragfähigkeit ab. Für junge Anleger am Anfang ihres Berufslebens kommen eher dynamische Ansätze mit einem höheren Aktienanteil in Betracht. Anleger im fortgeschrittenen Alter und mit dementsprechend kürzerem Anlagehorizont dürften eher auf die defensiven Varianten setzen. Grundsätzlich muss die Ausrichtung des Mischfonds stets den Lebensumständen und der Risikoneigung des Anlegers entsprechen. Positiver Diversifikationseffekt Der Hauptvorteil von Mischfonds ist der Diversifikationseffekt, den die Investition in mehrere Anlageklassen grundsätzlich mit sich bringt. Damit wird die Volatilität einzelner Asset- Klassen abgefedert. Allerdings kommt dieser Diversifikationseffekt nicht immer zum Tragen. In einigen Marktphasen – wie jüngst geschehen – zeigen zum Beispiel Aktien- und Rentenmärkte eine hohe Korrelation. Dies erschwert es Fondsmanagern, allein über Investitionen in Aktien- und Rentenmärkte einen Diversifikationseffekt zu erzielen. Neue Lösungsansätze Eine Lösung für diese Herausforderung stellen Fonds dar, die außer in Aktien und Anleihen auch in alternative Asset- Klassen wie Rohstoffe, Infrastruktur oder Immobilien investieren. Aufgrund der 54 April 2019

geringeren Korrelation dieser Asset-Klassen mit Aktien und Anleihen können deutlich stärkere Diversifika tionseffekte erzielt werden. Ein Nachteil ist natürlich die höhere Produktkom plexität. Fest steht: Anleger sollten sich stets über Chancen und Risiken der vom Portfolio abgedeckten Anlageklassen informieren. Mischfonds-Flaggschiffe im Überblick Nicht zu unterschätzende Kostenunterschiede Bei der Auswahl von Mischfonds sind Kosten – wie bei allen Fonds – ein wichtiges Entscheidungskriterium. Unterschiede bei den laufenden Kosten in Höhe von 30 bis 50 Basispunkten mögen manchen Anlegern gering erscheinen. Für Anleger mit längeren Anlagehorizonten ergibt eine solche Differenz bei den Kosten einen nicht unbedeutenden Zinseszinseffekt, der die Wertentwicklung deutlich beeinflusst. Besonderes Augenmerk auf zwei Faktoren Bei der Bewertung von Mischfonds richtet Scope Analysis ein besonderes Augenmerk auf die Analyse des Risikomanagements und das Verhalten des Fonds in verschiedenen Marktsituationen. Ein Mischfonds sollte sich insbesondere in schwierigen Marktphasen bewähren. Ein Asset-Manager sollte hierzu ein überzeugendes integratives Risikomanagement zur Steuerung und Reduzierung der Volatilität etabliert haben. Eine wichtige Kennzahl, die Scope zur Beurteilung des Risikos des Fonds heranzieht, ist neben der Volatilität und dem maximalen Verlust die negative Elastizität. Sie gibt an, in welchem Maße der Wert des Fonds in Abschwungphasen im Vergleich zum Markt nachgibt. * Bei Fonds, deren Rating ohne Klammer dargestellt ist, wurden sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigt. Quelle: Scope Analysis, Stand: 28.02.2019 1.800 Fonds zur Auswahl Die Auswahl an Mischfonds ist groß. In Deutschland stehen rund 1.800 Mischfonds (global und Europa) zur Verfügung. Scope unterteilt die global investierenden Mischfonds in vier Kategorien – konservativ, ausgewogen, flexibel und dynamisch. Auffällig ist die hohe Konzentration der Assets under Management. Die in diesen vier Kategorien jeweils fünf größten Fonds verwalten zusammen rund 165 Mrd. Euro. Schwergewichte mit guten Noten Auffällig sind auch die guten Bewertungen der Fondsschwergewichte. Von den 20 Fonds – siehe Abbildung – erhalten 65% ein A oder B und damit ein Top-Rating von Scope. Zum Vergleich: Über sämtliche Fonds, die Scope bewertet, liegt die Top-Rating-Quote bei 33%. Dies zeigt, dass bei den Mischfonds überdurchschnittlich viele Fonds-Schwergewichte überzeugen konnten. W Erfahrung und Qualifikation des Fondsmanagements Weitere wesentliche Aspekte in der Analyse von Mischfonds sind Erfahrung und Qualifikation des Portfoliomanagements sowie die Researchkapazitäten des Asset-Managers zur Abdeckung der verschiedenen Asset-Klassen. Grundsätzlich positiv bewertet Scope den Zugriff auf eigenes proprietäres Research, das mehrere Asset-Klassen in der Breite abdeckt. Von Martin Fechtner, Analyst bei der Scope Analysis GmbH April 2019 55

AssCompact

AssCompact 05/2019
AssCompact 04/2019
AssCompact 03/2019
AssCompact 02/2019
AssCompact 01/2019
Keine Tags gefunden...

Neues von AssCompact.de