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AssCompact 05/2020

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CYBERVERSICHERUNG

CYBERVERSICHERUNG Vorsicht und Sicherheit im Cyberspace Die Erwartungen im Bereich der Cyberversicherung sind hoch, noch werden sie aber nur zum Teil erfüllt. Währenddessen lernt die Branche aber immer mehr über Sicherheit, Schäden und Kundenbedürfnisse. Für Vermittler ist die Beratung eine Herausforderung. Von Brigitte Horn, AssCompact In nicht allzu ferner Zeit soll das Prämienvolumen in der Cyberversicherung bei 1 Mrd. Euro liegen. Schon fast einhellig wird diese Zahl mit Blick auf die nächsten vier bis fünf Jahre genannt. Das käme dann auch der Idee sehr viel näher, dass die Cyberversicherung die Feuerversicherung des 21. Jahrhunderts werde und man sie als Standard in jedem Unternehmen sehen werde. Derzeit liegt das Prämienvolumen aber dann doch noch deutlich unterhalb der angestrebten Milliarde. Rund 40 Anbieter haben eine Cyberpolice im Angebot. Bei der Frage nach der Vertragsanzahl im Bestand halten sich viele Ver sicherer bedeckt. Die Nachfrage steigt weiter, das Geschäft zieht an – das sind in etwa die Aussagen aus den jeweiligen Häusern. Zu hören ist allerdings auch, dass bisher viele Gesellschaften ihre ursprünglichen Erwartungen etwas zurückschrauben mussten. Cyber ist kein leichtes und kein schnelles Geschäft und braucht auch auf - seiten der Vermittler einiges an Know-how und Versiertheit. Cyberrisiken steigen Trotzdem heißt es Schritt halten mit den steigenden Cyberrisiken. Die Digitalisierung in Büros, vor allem aber auch in Produktionsbetrieben, macht die Unternehmen anfälliger etwa für Hacker - angriffe. Mit der Corona-Krise kommt verstärkt ein anderes Thema hinzu. Nicht wenige Mitarbeiter sind plötzlich im Home-Office tätig, arbeiten über VPN-Verbindungen, teilweise mit eigenen Rechnern. Das Einfallstor in Firmen wird damit noch ein bisschen größer. Genauso relevant ist aber auch das vermehrte Abfischen von Daten. Kriminelle nutzen die Zeit, um über Plattformen oder auch einfach mit simplen Tricks Zugriff auf private und gewerbliche Daten zu bekommen. 40 Mai 2020

In diesem Sonderthema kommen einige Beispiele zur Sprache, an welchen Stellen Unternehmen gefährdert sind – und wie wichtig es ist, das Thema IT-Sicherheit durch die Schulung der Mitarbeiter in der Unternehmenskultur zu verankern. Hilfreich sind dabei auch Informationen über Schäden. Die Versicherer haben ihre eigenen Schadenreports, aber auch über Cyberschäden spricht man nicht so gerne. Dennoch erfahren die Leser auf den Folgeseiten auch hier einiges über die aktuellsten Entwicklungen. Bestehende Cyberschäden helfen nicht nur den Versicherungsgesellschaften für ihre künftigen Kalkulationen in einem noch neuen Markt, sondern dienen Vermittlern auch konkret als Argumente und konkrete Praxisbeispiele in der Beratung ihrer Firmenkunden. Daran lässt sich auch ablesen, wie eine Police überhaupt funktioniert. Denn neben Eigen- und Drittschäden sind es die Assistance-Leistungen bis hin zur IT-Forensik, die eine Police ausmachen. ©Skórzewiak .com – stock.adobe.com Sorge um Kumulrisiken Zunächst haben Versicherer in der Cyberversicherung vorsichtig kalkuliert. Dennoch besteht die Sorge im Hinblick auf ein Kumulrisiko. Gäbe es einen breit angelegten Hackerangriff, von dem viele versicherte Unternehmen betroffen sind, müssen Versicherer tief in die Tasche greifen. Zudem birgt auch Silent Cyber Risiken, die ebenfalls in diesem Sonderthema erklärt werden, und die Dynamik in der Digitalisierung ist rasant. Die Möglichkeiten von morgen sind noch gar nicht alle absehbar, müssen aber eingepreist werden. Eines ist aber auch sicher: Ohne Versicherung sind viele Innovationen auch nicht möglich. Daher ist das ein Balance-Akt, in dem Versicherer aber auch geübt sein dürften. Positiv nach vorne Die Cyberversicherung ist nach wie vor Neuland und wird wohl in den nächsten Jahren noch häufig neu erfunden werden. Zu den derzeitigen Entwicklungen zählt etwa, dass sich Start-ups aus dem Bereich IT-Sicherheit mit Versicherern zusammentun. Und das Letztere das Innovationsrad auch weiterdrehen. Für kleinere Risiken etwa gibt es die Cyberpolice mittlerweile auch schon als digitale Strecke. Das macht Vermittlern die Beratung etwas einfacher und auch sicherer. W Sonderthema im Überblick Cybercrime 2020: Wie sich Gefahren, Prämien und Produkte entwickeln „Ein Online-Turbo für Vertriebspartner“ AIG teilt seine Cybererfahrungen „Hackerattacken nutzen Fehler im kleinen Einmaleins der IT-Sicherheit“ Cybersicherheit: Was Unternehmen, Versicherer und Makler beitragen können Wie laut wird „Silent Cyber“? Neue Arbeitsumgebung Viele Firmen haben quasi in einer Ad-hoc-Aktion ihre Mitarbeiter für die Arbeit aus dem Home-Office ausgestattet. Für viele, Firmen wie Mitarbeiter, gleicht dies der Erkundung unentdeckten oder zumindest noch nicht lange bewohnten Neulandes. Diese relativ spontane Anpassung an die neue Wirklichkeit birgt eine ganze Reihe von digitalen Risiken: angefangen bei unzureichender IT-Kapazität bis hin zu inadäquaten VPNs, fehlenden Datenregulierungen und mangelhaftem Risikomanagement. Diese Risiken stellen ein Einfallstor für Cyberkriminelle dar, die auch in angespannten Zeiten wie momentan auf ihre Chancen warten. [...] Genauso wie Hygienevorschriften in Bezug auf Covid-19 aktualisiert werden, sollten auch Empfehlungen für die „Cyberhygiene“ von Mitarbeitern angepasst werden. Eine Mehrfach-Authentifizierung, eine robuste VPN-Verbindung und eine Verpflichtung zur Nutzung von ausschließlich privaten WLANs sind dabei sinnvolle erste Schritte. Auch das Einhalten einer hohen Passwortsicherheit sollte sichergestellt werden. Zudem gilt es, die Mitarbeiter in diesem Bereich kontinuierlich weiterzubilden und für Risiken und Bedrohungen zu sensibilisieren. René Schoenauer, Director Product Marketing EMEA, Guidewire Software Mai 2020 41

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