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AssCompact 05/2020

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CYBERVERSICHERUNG „Ein

CYBERVERSICHERUNG „Ein Online-Turbo für Vertriebspartner“ Interview mit Sören Brokamp, Abteilungsleiter Gewerbe-Haftpflicht, Christoph Guth, Geschäftsfeldspezialist Gewerbe-Haftpflicht und Projektleiter OTV Cyber, und Carmen Pfeiffer, Produktmanagement (Firmenkundengeschäft) bei den Basler Versicherungen Die Basler Versicherungen haben ihr Cyberprodukt für kleine und mittelständische Unternehmen überarbeitet und nun mit einer Online-Antrags strecke versehen. Entwickelt wurde das neue Angebot als Scrum-Projekt. Herr Brokamp, spricht heute die Versicherungswirtschaft von ein und demselben, wenn es um Cyberpolicen geht? Sören Brokamp Im Grunde schon. Viele Versicherer orientieren sich inzwischen an den GDV-Musterbedingungen und bauen dazu noch individuelle Leistungsbestandteile ein. Das ist wie bei anderen „Wichtig für die Cyberversicherung sind die drei Bestandteile Eigen-, Drittschadendeckung und Kostenpositionen inkl. Krisenmanagement.“ Sören Brokamp Versicherungen auch – eine Kfz- ist eine Kfz-Versicherung und trotzdem gibt es Unterschiede in der Deckung. Wichtig für die Cyberversicherung sind die drei Bestandteile Eigen-, Drittschadendeckung und Kostenpositionen inkl. Krisenmanagement. Um diese drei Bestandteile herum sollte der Versicherungsschutz aufgebaut sein. Ziehen hier also Standards ein? Sören Brokamp Christoph Guth Die Begrifflichkeiten standardisieren sich zunehmend – wie wir das aus anderen Sparten auch kennen. Der Prozess wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Dies sieht man zum Beispiel an den unterschiedlichen Versicherungsfalldefinitionen. Es wird immer noch von Informationssicherheitsverletzung oder Netzwerksicherheitsverletzung gesprochen oder eine andere Definition verwendet. Carmen Pfeiffer Für uns ist die Vergleichbarkeit ein wichtiges Element in der Produktentwicklung. Versicherer sollten ein Interesse daran haben, vergleichbare Produkte anzubieten. Vergleichbarkeit schafft Sicherheit, ansonsten sind die Unsicherheiten bei potenziellen Versicherungsnehmern zu hoch. Wie sieht es hier mit Ihrem neuen Tarif für KMU aus? SB Seit der ersten Tarifgeneration bieten wir die Basler Cyber-Police mit den drei Hauptbausteinen Eigenschaden-, Drittschadendeckung und Kostenpositionen/ Krisenmanagement an. Unser neues Produkt, mit dem wir seit Januar 2020 am Markt sind und uns im März 2020 beim Franke & Bornberg Rating für Cyberversicherungen an die Spitze gesetzt haben, beinhaltet alle Top-Bausteine einer Cyberversicherung und dazu noch viele versicherungsnehmerfreundliche Regelungen, zum Beispiel eine klare Definition, was unter Gefahrerhöhung zu verstehen ist. Welche Neuerungen enthält die Police im Vergleich zum bestehenden Angebot? SB Wir haben unser leistungsstarkes Produkt weiter verbessert, es beinhaltet Highlights wie Cyberbetrug und eine automatische weltweite Deckung. Außerdem greifen wir immer zeitnah neue Trends auf. Zukünftig versichert sind Mehrkosten – zum Beispiel für Strom, Gas, Wasser, die Unternehmen dadurch entstehen, dass ihre informationsverarbeitenden Systeme missbraucht werden, um Krypto-Währungen zu erstellen – das sogenannte Krypto-Mining. Nun gibt es für die Police auch eine Online-Antragsstrecke für Makler. Was erwarten Sie sich davon? SB Sie sprechen unseren OTV Cyber an, unseren Online-Turbo für Vertriebspartner. CG Eine intuitiv bedienbare Online- Antragsstrecke, mit der der Kunde alleine oder gemeinsam mit seinem Vermittler eine Cyber-Police abschließen kann. Erreichbar über einen personalisierten Link, den der Makler erzeugt und per E-Mail an seine Kunden sendet. Der Abschluss ist so eine Sache von Minuten. Prämien für unterschiedliche Absicherungsszenarien lassen sich innerhalb 44 Mai 2020

Agiles Projekt mit Scrum Bei Scrum handelt es sich um eine Vorgehensweise beim Produkt- und Projektmanagement. Versicherer setzen die Methode immer häufiger ein, um Entwicklungszeiten zu verkürzen. Auch die Online-Antragsstrecke der Basler Cyber- Police wurde nach dieser Methode erstellt. Von Anfang an arbeiteten dabei alle Beteiligten eng zusammen – von der IT über die Fachabteilung bis hin zum Produktmarketing. Für festgelegte Zeitfenster, sogenannte Sprints, wurden Arbeits - pakete (Sprintbacklogs) eigenverantwortlich vom Team definiert. Nach jedem Sprint erfolgte ein Review, in dem die Sprintergebnisse vorgestellt und vom Product-Owner (Produkt - eigentümer) abgenommen wurden. Im sogenannten Product Backlog wurden alle erforderlichen Aufgaben gesammelt und sukzessive in den einzelnen Sprints abgearbeitet. Sitzt das Scrumteam für gewöhnlich in einem Raum, so kamen hier die Fachbereiche aus unterschiedlichen Standorten und koordinierten sich über Videokonferenzen. Dank eines Scrum-Masters, der alle organisatorischen Arbeiten übernahm, z. B. die Terminierung der täglichen Team- Telefonkonferenzen (Daily), konnten sich die restlichen Projektteilnehmer vollständig auf ihre spezifischen Projektarbeiten konzentrieren. In kurzer Zeit wurde so ein erster Entwurf der Online-Strecke erstellt und in den weiteren Schritten ausgefeilt. Das komplette Projekt lief über interne Mitarbeiter – ohne externe Unterstützung. Der große Vorteil: Ergebnisse waren extrem schnell sichtbar. Durch die enge Vernetzung der Teilnehmer konnten Korrekturen zeitnah vorgenommen und so die Weiterentwicklung vorangetrieben werden. von Sekunden berechnen. Ein Klick und die Prämie erscheint. CP Alles wird vereinfacht: die Beratung, der Abschluss, die Organisation – Dunkelverarbeitung inklusive. Auch als Unterstützung im Beratungsgespräch und beim Abschluss eignet sich OTV hervorragend. Der Makler bzw. sein Kunde kommt dabei mit sieben Fragen zu seiner Police. Ist es wirklich so einfach und nicht auch ein bisschen gefährlich? CG Im Standardgeschäft ist es tatsächlich so einfach. Hier fragen wir mit sieben Standardfragen alles Notwendige ab. Aber natürlich gehen wir nicht leichtfertig mit den Risiken um: Sind zusätz - liche Auskünfte erforderlich, so werden diese über OTV abgefragt und die Kunden anfrage wird zum Schluss an einen Underwriter weitergeleitet. CP Dies ist aus unserer Sicht auch ein Highlight von OTV, da es für schwerere Risiken keinen Medienbruch in der Anfrage gibt. Nach Beantwortung der Risikofragen erstellen wir gerne ein individuelles Angebot. Der Cyber-Check – der Risikofrage bogen der Basler – für ein individuelles Angebot ist dagegen umfangreich. Was erwarten Sie im Hinblick auf die Abschlusszahlen? CP Es liegt in der Natur der Sache: Standardrisiken gehen immer einfacher durch. Haben Unternehmen individuelle Schwerpunkte, sind detailliertere Informationen zur Risikoeinschätzung notwendig. Hier unterscheidet sich die Cyberversicherung nicht von anderen Sparten. In der Gewerbe - sachversicherung zum Beispiel lässt sich das Angebot für den kleinen Bäcker um die Ecke auch einfacher erstellen als für den industriellen Tortenhersteller. CG Ob Online-Abschluss oder individuelles Angebot – schon momentan haben wir ein Antragsmodell für standardisierte Risiken und einen Risikoerfassungsbogen für individuelle Angebote. Dies digitalisieren wir nun. Für Makler ist OTV eine wertvolle Hilfe im Beratungsgespräch und der Einsatz wird sich bei Standardrisiken und individuellen Risiken bewähren. Sie zielen mit der Police auf bestimmte Branchen ab. Finden auch Makler den passenden Schutz bei Ihnen? CG Für Versicherungsmakler erstellen wir gerne ein individuelles Angebot. Aufgrund der Vielzahl von verarbeiteten Daten schauen wir uns dies aber im Underwriting an. Wie sehen Ihre Erfahrungen mit Cyberschäden aus? SB In der Regel belaufen sich die Schäden auf einige Zehntausend Euro. Man sagt, in der Schadenbearbeitung verursacht beispielsweise bei einer Datenschutzverletzung ein Datensatz rund 150 Euro. Was das für einen Betrieb mit 500, 1.000 oder mehr Kundendaten bedeutet, lässt sich schnell berechnen. Einzelne Schäden können so auch für kleine und mittelständische Unternehmen existenzbedrohende Ausmaße annehmen. W Christoph Guth Carmen Pfeiffer Mai 2020 45

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