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AssCompact 06/2018

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INVESTMENT © merrvas

INVESTMENT © merrvas – Fotolia.com Auch mal in die Ferne schweifen Auslandsimmobilien passen ins diversifizierte Portfolio. Exoten haben es allerdings nach wie vor schwer. Und so dominiert vor allem ein Land die Fonds, die auf Auslandsimmobilien setzen. Bei den Anbietern gibt es hingegen wieder etwas mehr Auswahl. Immobilien sind Investors Liebling, das spiegelt sich in den Platzierungsstatistiken geschlossener Sachwertbeteiligungen wider: Laut Kapital-Markt intern entfielen 36% des 2017 von Privatanlegern investierten Eigenkapitals auf deutsche Immobilieninvestments, eindeutig die beliebteste Asset-Klasse. Doch bereits auf dem 2. Platz (23%) liegen Auslandsimmo - bilien, wobei der Platzierungserfolg in diesem Jahr großteils auf den 30. Fonds des Branchenprimus Jamestown zurückzuführen ist: Insgesamt 572 Mio. Dollar Eigenkapital konnten die Kölner mit dem größten Vermietungsfonds aller Zeiten einsammeln. Exoten haben es schwer Die Auswahl an Investitionsstandorten ist im Vergleich zu früheren Jahren stark eingeschränkt: Exotische Standorte wie die Vereinigten Arabischen Emirate sind seit den desaströsen Dubaifonds aus den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts verbrannt und auch mit Immobilieninvestitionen in Indien und China haben Privatanleger ganz überwiegend wenig erfreuliche Erfahrungen machen müssen. Die Wirtschaftskrise hat den Glanz einst beliebter Standorte wie der französischen Hauptstadt Paris verdunkelt, die Sorge vor dem Brexit die Attraktivität von Investitionen in London beeinträchtigt. Der enge österreichische Markt, der faktisch auf Wien begrenzt ist, erlaubt nur sehr selten attraktive Angebote, und die CEE-Länder leiden unter dem Misstrauen der Anleger wegen politischer Verwerfungen. Was bleibt? Einige Spezialisten konzentrieren sich auf den skandinavischen Immobilienmarkt. Der ist aus steuerlicher Sicht nicht ganz unkompliziert, punktet jedoch mit Rechtssicherheit und stabilen politischen Verhältnissen. Deshalb steigt das Interesse internationaler Investoren, wie der Catella-Tracker Nordic Markets 2018 belegt: 2017 vereinigten Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark ein Transaktionsvolumen von 43,3 Mrd. Euro auf sich, so viel wie seit 25 Jahren nicht mehr. Stockholm ist der teuerste Bürostandort und liegt bei Einzelhandelsimmobilien auf Platz 2 hinter Kopenhagen. „Im Laufe des Jahres erwarten wir in fast allen nordeuropäischen Märkten stabile oder leicht steigende Büromieten“, prognostiziert Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research der Catella. Für Privatanleger ist das Angebot in diesem Marktsegment seit der Vollplatzierung der Patrizia-Fonds GrundInvest Den Haag Wohnen und GrundInvest Kopenhagen Südhafen nicht mehr vorhanden – sie müssen sich vorläufig gedulden: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, weitere Immobilien in den europäischen Ländern, in denen Patrizia mit eigenen Teams vor Ort ist, anzubinden. Vorzugsweise wird dies in Skandinavien oder den Benelux-Staaten sein“, verspricht Andreas Heibrock, Geschäftsführer der PATRIZIA GrundInvest. Down Under obenauf Ungebrochener Beliebtheit bei Investoren erfreut sich Australien. Seit über 26 Jahren ohne Rezession scheint in Down Under 66 Juni 2018

das gelobte Land zu liegen. Diese einzigartig positive Entwicklung führt jedoch dazu, dass Assets für einen attraktiv kalkulierten Fonds für Privatanleger praktisch nicht zu erwerben sind. Die beiden Australien-Spezialisten Real I.S. und Euramco suchen händeringend nach geeigneten Objekten: „Unsere Voraussetzungen bezüglich Lage, Objektzustand und Mieterstruktur müssen erfüllt sein und gleichzeitig die Ertragsperspektiven passen“, erklärt Real I.S. Vorstand Jochen Schenk die Ankaufskriterien. Nordamerika dominiert So bleibt Anlegern, die eine Beteiligung an Auslandsimmobilien erwägen, derzeit nur der nordamerikanische Markt. Der größten Volkswirtschaft der Welt – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – schlägt zwar gerade in Deutschland wegen ihres eigenwilligen Präsidenten einiges Misstrauen entgegen, doch die wirtschaftliche Potenz spricht für sich: „Die stabil positive demografische Entwicklung mit einem Bevölkerungswachstum von rund 3% jährlich generiert quasi automatisch Nachfrage nach Wohnraum, Einzelhandels- und Büroflächen. Dazu wächst die US-amerikanische Wirtschaft seit 2009 wieder kontinuierlich, die Arbeitslosenquote sinkt seit 2010, der Dow-Jones-Index steigt“, zählt Christian Kunz von DNL-Invest auf. Regionale Unterschiede Eines allerdings muss jedem Investor klar sein: Die positiven Aussichten gelten nicht für das ganze riesige Land. Auch in den USA gibt es Landstriche, in denen von Wirtschaftskraft wenig zu sehen ist, wo der Leerstand unübersehbar ist und die Chancen auf eine positive Entwicklung gering sind. Wer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten investieren will, tut deshalb gut daran, auf einen Partner mit langjähriger Erfahrung und Marktkenntnis vor Ort zu setzen. Genau zu diesem illustren Kreis gehören diejenigen Emissionshäuser, die für 2018 Beteiligungen an US- Immobilien für Privatanleger planen. Vermietungsfonds an, der in die Segmente Büro, Einzelhandel und Wohnen investieren soll. Keine große Überraschung, der Marktführer war nie weg vom Fenster. Die Münchner Wealth- Cap vertreibt derzeit den Nordamerika 17 und wird sich danach vermehrt deutschen Immobilien widmen, aber den nordamerikanischen Markt weiter beobachten, so Geschäftsführerin Gabriele Volz. TSO-DNL plant das Eigenkapitalvolumen seines unter VAG angebotenen Active Property II auszuweiten, sofern die BaFin das gestattet. Längere Durststrecken Andere Anbieter mit ebenfalls langjähriger Erfahrung in den Staaten mussten längere Durststrecken hinnehmen, wie beispielsweise die US-Treuhand. Nach der Finanzkrise stand die Stabilisierung der acht noch in der Bewirtschaftung befindlichen Fonds in der Finanz- und Wirtschaftskrise im Vordergrund, danach lief die Kooperation mit Feri weniger rund als erhofft, doch nun steht der erste Fonds nach dem Kapitalanlagegesetzbuch in den Startlöchern. Lothar Estein hat eine Büroimmobilie in Las Vegas bereits vor einem guten Jahr zum 13,7-Fachen der Jahresmiete erworben und wird selbst mit mindestens 10% an dem Objekt beteiligt bleiben. Die Münchner BVT, die mit US-Immobilienfonds groß geworden ist, konzentrierte ihre Angebote in den USA in den letzten Jahren auf institutionelle Anleger. Sie fokussiert sich seit Jahren auf Projektentwicklungen im Segment Residential, weil Mietwohnungen in den USA auf dem Vormarsch sind: „Der Traum vom Eigenheim erfüllt sich für viele junge Amerikaner nicht mehr, sie können sich die eigene Immobilie schlicht nicht mehr leisten oder wollen flexibel bleiben. Die Konsequenz für viele Millennials der Jahrgänge 1980 bis 2000 heißt daher ‚mieten statt kaufen‘“, erläutert Christian Dürr, Geschäftsführer Immobilien Global bei der BVT Holding. So ist die Wohneigentumsquote in den USA in den letzten gut zehn Jahren von 70 auf 62,9% gefallen. Parallel zum Publikumsfonds, der für das vierte Quartal 2018 geplant ist, konzipiert die BVT einen Residential-Fonds für institutionelle Investoren. Der Investitionsfokus soll bei beiden über Boston hinaus ausgeweitet werden. Aktuell prüfen die Experten vor Ort für den Publikumsfonds Projekte im Großraum Orlando/ Tampa, Florida, für den institutionellen Fonds in New York und Washington D.C. Anbieter- statt Standortauswahl Damit haben Privatanleger mit Interesse an Auslandsimmobilien derzeit zwar eine größere Auswahl hinsichtlich der Fondsanbieter, jedoch vorerst keine Alternativen zum Investitionsstandort USA – eine unbefriedigende Situation, die sich hoffentlich zügig wieder ändert. W Risikogemischter Vermietungsfonds Für das zweite Halbjahr kündigt Jamestown einen neuen risikogemischten Von Stephanie von Keudell, freie Journalistin Juni 2018 67

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