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AssCompact 07/2018

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GEWERBE- &

GEWERBE- & INDUSTRIEVERSICHERUNG Der Innovationsdruck steigt Die deutsche Wirtschaft mit ihren internationalen Konzernen, Hidden Champions, KMU und auch mit ihren kleinen Gewerbebetrieben legt ein hohes Innovationstempo vor, dem die Versicherer folgen müssen. Diese müssen in allen Belangen reagieren. Von Brigitte Horn, AssCompact Die Industrieversicherung grenzt sich deutlich von den gewerblichen Versicherungen ab. Das spiegelt sich schon allein in der unterschiedlichen Ansiedlung der beiden Bereiche bei den Versicherungsgesellschaften wider. Industrie- und Specialty-Risiken sind in separaten Einheiten angesiedelt. Mittelständische und kleinere Gewerbebetriebe finden sich dagegen parallel zum Privatkunden- im Firmengeschäft wieder. Die Industrie hat andere Risiken und oft globale Anforderungen. Während es dort um maßgeschneiderten Versicherungsschutz mit teils ausgeklügelten Präventionsmaßnahmen geht, setzt sich in der Gewerbeversicherung der Trend zu standardisierten Produkten fort. Allerdings mahnen auch hier Experten, dass nicht alles über einen Kamm geschoren werden kann und die Beratung eine hohe Qualifikation und ein spezialisiertes Know-how benötigt, denn: Wo fängt ein Gewerbebetrieb an und vor allem, wo hört er auf? Neue Risiken für alle Versicherer und Makler begleiten die Wirtschaftsunternehmen – ob groß oder klein – in ihrer Entwicklung und verschaffen ihnen Spielräume bei Innovationen oder bei Trends wie dem Internet der Dinge und der fortschreitenden Vernetzung von Produktions- und Kommunikationsprozessen. So machen etwa Cyberrisiken auch vor dem Handwerksbetrieb keinen Halt und auch KMUs sind im internationalen Geschäft ähnlichen Gefahren ausgesetzt wie die Konzerne. Das hohe Innovationstempo stellt Versicherer vor Herausforderungen: Sie sind angehalten, mutiger zu werden, ihre Lösungen zu erweitern und Kalkulationen anzupassen. 44 Juli 2018

Digitalisierung im Fokus © xy – Fotolia.com Die Studie stellt fest, dass man dabei zwischen zwei Gruppen von Versicherern differenzieren sollte. Die eine fokussiert sich auf Lösungen zur Kundeninteraktion und intelligente Systeme für komplexe Prozesse, wohingegen die andere stärker eine Digitalisierung der Massenprozesse vorantreibt. Generell gilt die Ansicht, dass die Digitalisierung in einem komplexen Geschäftsfeld Grenzen hat – aber das hat man auch schon in anderen Bereichen so gedacht. Die Aufteilung in der Beratung Die Partner der Industrie sind aufseiten der Beratung die großen Maklerhäuser. Diese sind oft selbst international aufgestellt oder agieren in Netzwerken und verfügen über eine hohe Kompetenz. Seit geraumer Zeit sind aber auch die mittelgroßen Unternehmen in den Fokus der Industriemakler gerückt. Im Gewerbebereich war dagegen in den vergangenen Jahren die Ausschließlichkeit der Versicherer stark präsent. In den Bereich drängen nun aber auch immer mehr Versicherungsmakler, die mit Diversifizierung ihr Geschäftsmodell stabilisieren wollen. Und da aus ähnlichen Gründen auch mehrere Versicherer die Gewerbeversicherung in den Fokus stellen, ist an dieser Stelle im Markt einiges in Bewegung. Risikoerfassung ist A und O Das Gewerbegeschäft wird häufig unterschätzt. So äußerte sich der BDVM-Präsident Dr. Georg Bräuchle im April im AssCompact Interview. Zwar wären die Prämienvolumina dort oft nicht so hoch, trotzdem würden auch im Gewerbebereich besondere Risiken lauern. Nicht nur im Industriegeschäft, sondern auch im Gewerbegeschäft sei eine gründliche Risikoerfassung vonseiten des Maklers enorm wichtig, sonst gebe es Haftungsfälle, wie auch die Praxis schon gezeigt habe. Sein Rat ist deshalb: Große Sorgfalt auf eine umfassende Betriebsbeschreibung verwenden, damit alle Risiken erfasst und abgesichert werden. Hochwertige Beratungsleistung zusammen mit einer fachmännischen Risikoerfassung werde das Zukunftsbild des Versicherungsmaklers bestimmen. Dabei sehen Makler im Bereich Gewerbe durchaus für sich Chancen, wie verschiedene Studien zeigen. Ohne entsprechendes Know-how und ein effizientes Backoffice ist es an dieser Stelle aber nicht zu schaffen. Aber nicht nur die Ansprüche an die Versicherungsdeckungen steigen. Die Unternehmen erwarten heute ein professionelles Risikomanagement, eine umfassende Präventionsberatung, moderne Dienstleistungen sowie effiziente digitale Prozesse. Die intensiven Anstrengungen im Bereich der Gewerbeversicherung, was die Digitalisierung betrifft, sind bekannt: Die Produkte sind heute in vielen Bereichen online abschließbar und der Datenaustausch zwischen Maklern und Versicherern ist digitalisiert. Allmählich erreicht die Digitalisierung aber auch die Industrieversicherung. Das sei dringend notwendig, fordert die versicherungsnehmende Wirtschaft und auch die Maklerhäuser, die einen hohen Servicelevel von den Versicherern erwarten. Auch die Versicherer haben dies offenbar erkannt: Eine Analyse der Strategieberatung Oliver Wyman und des Versicherungsmaklers Marsh zum Ende des vergangenen Jahres hat ergeben, dass für 90% der befragten Industrieversicherer der Ausbau der digitalen Fähigkeiten höchste Priorität hat. Industrie 4.0 braucht Versicherung 4.0 Industrie 4.0 braucht Versicherung 4.0, heißt das aktuelle Schlagwort. In vielen Bereichen haben die Versicherer bereits reagiert, Versicherungsmakler verdichten ihr Spezialwissen und InsurTechs sind nicht nur in der Gewerbe-, sondern mittlerweile auch in der Industrieversicherung angekommen. Dieses Sonderthema greift diese Entwicklungen auf und lässt die Experten aus der Branche dazu zu Wort kommen. W Sonderthema im Überblick Erpressung, Freiheitsberaubung und Bedrohungen haben Hochkonjunktur Terrorismusrisiken im In- und Ausland Maschinenversicherung: Wichtige Spezial versicherung im gewerblichen Bereich Industrie-/Gewerbeschutz 2.0: Wie Insur Techs den Markt effizienter gestalten Der Versicherungsfall in der Cyberversicherung Juli 2018 45