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AssCompact 07/2019

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DIGITALISIERUNG

DIGITALISIERUNG „Versicherungen haben die Digitalisierung nicht verschlafen“ Interview mit Oliver Suhre, Generalbevollmächtigter der Monuta Versicherungen Die Monuta ist als relativ junges Unternehmen von Beginn an digital durchorganisiert. Der Versicherungsmakler bleibt dabei ein wichtiger Marktzugang, denn der Spezialist für Sterbever - sicherungen ist der Meinung, dass es dem Kunden obliegt, wie er künftig kommunizieren will. Herr Suhre, Digitalisierung ist das Gebot der Stunde, Ver - sicherer betonen die Chancen der digitalen Möglichkeiten. Wo sind diese Ihrer Meinung nach am größten? In der Tat sehen wir aktuell viele Chancen, die sich durch die Digitalisierung für uns eröffnen: hohe Reichweite und größere Zielgruppen, schnelle Wege zum Kunden, hohe Transparenz und verbesserte Vergleichbarkeit. Dies alles sind Faktoren, die unser Potenzial im Markt noch weiter verbessern werden. Lange hieß es ja, die Versicherer hätten die Digitalisierung verschlafen. Nun wird in vielen Unternehmen viel Geld in die Digitalisierung investiert. Wie sehen Sie die aktuellen Entwicklungen? Ich denke, dass unsere Branche im Großen und Ganzen gut aufgestellt ist. Ich sehe hohe Investments in Systeme und neue Technologien und dazu „Ich denke, dass unsere Branche im Großen immer mehr und Ganzen gut aufgestellt ist. Ich sehe hohe Know-how bei Investments in Systeme und neue Technologien den agierenden und dazu immer mehr Know-how bei Personen. Von den agierenden Personen.“ Verschlafen kann meiner Ansicht nach also keine Rede sein. Allerdings sieht man deutlich unterschiedliche Geschwindigkeiten in den einzelnen Unternehmen. Hier wird es sicherlich nicht nur Gewinner geben. Die Veränderungen sind ja jetzt schon zu sehen. Worauf müssen sich die Marktteilnehmer einstellen? Der große Vorteil für den Kunden ist die hohe Transparenz und die direkte Vergleichbarkeit von Produkt, Preis und Leistung. Versicherungsunternehmen werden daher nur bestehen können, wenn sie ein für den Kunden durchdringbares, gutes Produkt mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Zudem müssen Unternehmen ihre Kundenkontaktpunkte und die Customer Journey genau kennen. Sie müssen wissen, wo ihre Kunden wann nach welchen Angeboten suchen und wie sie ihre Produkte dann genau dort ideal platzieren. Auf der Seite der Vertriebspartner sehen wir viele Kooperationen und Zusammenschlüsse zu starken Vertriebsgesellschaften. Diese fordern erstklassigen Service, schnelle Abwicklung und vor allem eine reibungslose Integration unserer Technik in ihre Systemlandschaft. Wenn wir diese Anforderungen gut bedienen können, schaffen wir die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit. Welche Investitionen halten Sie denn für sinnvoll? Wichtig ist es jetzt vor allem, in die richtigen Menschen zu investieren. Wir werden in den nächsten Jahren sehr professionellen, gut aufgestellten Vertriebsgesellschaften und Maklerpools gegenüberstehen, die hervorragenden Service von uns erwarten und davon ausgehen, dass wir ihre Anforderungen bedienen können. Wer hier nicht mitspielen kann, wird zukünftig schnell austauschbar. Neben der nötigen IT- Infrastruktur brauchen wir Mitarbeiter, die sich schnell in die Situation unserer Partner hineindenken und individuelle Lösungen liefern können. Welchen Weg geht man bei Monuta, um das Unternehmen erfolgreich ins digitale Zeitalter zu führen? Wir beobachten den Markt sehr genau und tauschen uns regelmäßig intensiv mit unseren Partnern aus. Wir haben den Vorteil, dass wir als junges Unternehmen von Beginn an auch digital agiert haben. Wir mussten nicht aus einer alten Welt heraus in neue Strukturen umdenken. Zudem profitieren wir natürlich auch von unserer Mutter in Holland. Dort ist man in Sachen Digitalisierung schon ein großes Stück weiter. Natürlich können wir nicht in die Zukunft sehen und wir wissen heute noch nicht, wie die Welt morgen aussehen wird. Aber wir beobachten die Entwicklungen, hinterfragen aktuelle Strukturen und richten uns entsprechend aus. 102 Juli 2019

Wie werden die Mitarbeiter mit auf die Reise genommen? Unser Team ist sehr jung und im Zeit - alter der Digitalisierung und mit neuen Technologien aufgewachsen. Wir haben Spezialisten aus allen Bereichen an Bord. Das heißt, wir brauchen niemanden auf eine Reise mitzunehmen, sondern können mit Recht behaupten, dass unsere Mitarbeiter an den wichtigen Stellen nicht nur mitreden, sondern auch den Ton angeben können. Monuta verfolgt einen Multi-Channel- Ansatz im Vertrieb der Sterbegeld - versicherung: das Maklergeschäft und der Abschluss über die Website. Warum kein rein digitaler Vertrieb? Für uns zählt vor allem der optimale Marktzugang. Es wäre viel zu kurz gedacht, wenn wir beim digitalen Vertrieb nur den Direktabschluss über unsere Website im Blick hätten. Auch der vormals klassische Maklervertrieb arbeitet heute mehr und mehr digital. Viele Kunden werden auch in Zukunft auf eine gute Beratung durch einen qualifizierten Vermittler nicht verzichten wollen, aber höhere Anforderungen an Erreichbarkeit und Service stellen. Wir setzen daher auch weiterhin auf Multikanal: einfacher Direktabschluss und Vertrieb über qualifizierte Vertriebspartner. Was bedeutet die Digitalisierung in der Zusammenarbeit zwischen Makler und Kunden? Grundsätzlich gehen Sie ja davon aus, dass der klassische Makler weiter gebraucht wird. Unbedingt, ja! Ob der Makler noch nach Hause kommt, entscheidet der Kunde natürlich selbst. Wenn ich eine umfangreiche Finanzberatung haben möchte, die auch Zeit in Anspruch nimmt; warum nicht auch zu Hause? Makler müssen darauf eingestellt sein, dass Kunden heute bereits viel informierter in ein Beratungsgespräch gehen, mit sehr speziellen Fragen. Und ein Kunde, der sich von seinem Makler gut betreut fühlt, wird zukünftig sicher nicht auf eine persönliche Beratung verzichten wollen. Viele Fragen können natürlich auch schnell im Netz, per Telefon oder Videochat geklärt werden. Oliver Suhre sieht in der Digitalisierung vor allem Vorteile für die Monuta. Hier ergeben sich zukünftig sicher die größten Potenziale: in der Verbindung von kompetenter persönlicher Beratung und schnellen und einfachen Zugängen. Wichtig ist hier: Unternehmen müssen alle diese Kanäle auch bedienen können. Auch deshalb gehe ich davon aus, dass der Multikanalansatz das nachhaltigste Angebot ist, um auf die Bedürfnisse unserer Kunden zu reagieren. Sie sind als Sterbegeldversicherer sehr nah an der Bestattungsbranche. Auch diese vollzieht gerade einen digitalen Wandel. Welche Veränderungen und Trends zeichnen sich hier derzeit ab? Wir sehen hier große Veränderungen durch die Digitalisierung. Dies betrifft vor allem das Thema Transparenz. Während früher über den Tod nur mit vorgehaltener Hand gesprochen wurde, sehen wir jetzt eine völlig andere Form „Wir werden in den nächsten Jahren sehr professionellen, gut aufgestellten Vertriebsgesellschaften und Maklerpools gegenüberstehen, die hervorragenden Service von uns erwarten und davon ausgehen, dass wir ihre Anforderungen bedienen können.“ des Umgangs. Auch beim Thema Vorsorge sehen wir große Veränderungen und eine viel frühere Auseinandersetzung mit wichtigen Themen wie Testament, Patientenverfügung und Hinter bliebenenver - sorgung. Ich glaube, dass eine gute Vorsorge beratung künftig ohne die Behandlung dieser Themen nicht mehr möglich ist. Hier sehen wir uns als Monuta auch in einer besonderen Verantwortung, das Thema Tod fest in der Vorsorge - beratung zu verankern. W Juli 2019 103

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