Aufrufe
vor 2 Monaten

AssCompact 07/2019

  • Text
  • Juli
  • Vermittler
  • Makler
  • Digitale
  • Digitalisierung
  • Unternehmen
  • Versicherer
  • Deutschland
  • Digitalen
  • Banken

BAUFINANZIERUNG, KREDITE

BAUFINANZIERUNG, KREDITE © oatawa – stock.adobe.com Makler werden zu den Filialen des Digital Bankings In der Kreditbranche vollzieht sich derzeit ein grundlegender Wandel. Die neuen Rahmen - bedingungen sind eine Chance für Makler, die ihr Produktportfolio erweitern wollen. Gerade bei mittelständischen Unternehmensfinanzierungen können sie eine wichtige Beratungslücke schließen. Die Kreditbranche befindet sich in einem enormen Umbruch. Die Digitalisierung der Kreditanbieter könnte sich besonders für Makler und Finanzvermittler als große Chance erweisen: Seit einigen Jahren gibt es neue Online-Anbieter von Krediten, die versuchen, das Angebot von Banken zu ergänzen. Sie verfügen aber über kein großes Netzwerk zur Distribution und Produktberatung vor Ort. Zusätzlich ziehen sich klassische Banken durch Filialschließungen aus der Fläche zurück und hinterlassen eine Beratungslücke, aus der Makler auf der Suche nach neuen Einkommensmöglichkeiten Kapital schlagen können. Makler haben eine entscheidende Stärke: Anders als die jungen Kreditanbieter verfügen sie über ein großes Netzwerk an Kunden vor Ort, das sie oft über viele Jahre aufgebaut haben. Diese Netzwerke können Makler nutzen, um ihr Portfolio um die Vermittlung von Krediten zu erweitern und zu einer Brücke zwischen lokaler Nachfrage und digitalem Angebot zu werden. Das ist besonders bei der Kundengruppe der mehr als drei Millionen kleinen Unternehmen in Deutschland relevant. Vor allem kleine Unternehmen suchen nach Krediten Anders als für große Firmen und Konzerne ist es für den kleinen Betrieb vor Ort nicht immer einfach, einen Kredit zu erhalten. Zahlen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) aus dem letzten Jahr zeigen, dass ein Viertel (24,4%) der Unternehmen mit einem Umsatz von unter 1 Mio. Euro den Zugang zu Krediten als schwierig einschätzt. Im Gegensatz dazu stehen größere Unternehmen mit über 50 Mio. Euro Umsatz, wovon nur 1,8% von Schwierigkeiten berichten. Eine Vermittlerin, mit der iwoca im Berliner Raum bereits zusammenarbeitet, hat die Situation sinngemäß so zusammengefasst: Die Decke an qualifizierten Hausbanken ist inzwischen sehr dünn und der Kunde, der Geld braucht, hat ein Problem. Das bedeutet, dass sich kleine Firmen und Betriebe, die über 80% aller Unternehmen in Deutschland ausmachen, nach neuen Finanzierungsangeboten umsehen. Das ist genau die Marktlücke, auf die sich bankenunabhängige Finanztechnologieunternehmen (FinTechs) seit einigen Jahren spezialisieren. Digitale Anbieter füllen die Lücke der Unterversorgung FinTechs sind neue Anbieter von Finanzprodukten, die ihre Prozesse weitestgehend digitalisiert haben und sich häufig – im Gegensatz zu Banken – auf eine bestimmte Zielgruppe und eine bestimmte Produktkategorie fokussieren. Dadurch können sie deutlich schneller und flexibler als klassische Banken arbeiten. Für kleine Unternehmen bedeutet das, dass es nun Anbieter gibt, die auf ihre individuellen Bedürfnisse 62 Juli 2019

eingehen können, anstatt sich strategisch von ihnen wegzubewegen. Der Weg von der Universalbank hin zu spezialisierten FinTechs bringt allerdings eine große Herausforderung mit sich: Dort, wo klassischerweise die eine Hausbank eine große Bandbreite an Produkten abgedeckt hat, gibt es nun eine größere Zahl spezialisierter Anbieter, die sich in der Regel auf einen einzelnen Produktbereich beschränken. Daraus ist ein Netzwerk aus Anbietern entstanden, mit dem Kunden deutlich weniger vertraut sind als mit der Filiale um die Ecke. Die Herausforderung für die digitale Finanzbranche ist also: Kunden müssen über das größere Angebot informiert werden – ansonsten verwildert das digitale Netzwerk an Anbietern schnell zum digitalen Dschungel. Strategische Partnerschaften von digitalen Anbietern und Maklern Auch ein Blick in die Statistik macht diese Herausforderung für FinTechs deutlich: Laut einer Erhebung des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) aus dem letzten Jahr können nur 34% der kleinen und mittelständischen Betriebe überhaupt etwas mit dem Begriff FinTech anfangen. Von diesen hat erst die Hälfte mit einem FinTech zusammengearbeitet. Im scharfen Kontrast zum (noch) relativ niedrigen Bekanntheitsgrad steht die hohe Zufriedenheit derjenigen Firmen, die bereits Erfahrungen mit FinTechs gesammelt haben: 94% bewerteten die Zusammenarbeit als positiv und würden auch in Zukunft wieder eine Partnerschaft mit einem FinTech eingehen. iwoca vor dem Problem, über kein eigenes Filialnetz vor Ort zu verfügen. Deshalb hat iwoca vor einigen Jahren damit begonnen, auf ein anderes, existierendes Netzwerk zu bauen, das das Angebot durch hohes Kundenvertrauen, persönliche Kontakte und professionelle Kompetenz ergänzt: Finanzberater und -vermittler vor Ort. Inzwischen verfügt iwoca bundesweit über ca. 1.400 Makler, Finanzberater und Vermittler, die sich über das Partner - portal auf der Website angemeldet haben und mit dem speziellen Partner-Team in regelmäßigem Austausch stehen. Was für die Bank ihr Filialnetz, ist also für iwoca das Netzwerk an Makler-Partnern. Filialschließungen beschleunigen die Entwicklung Diese Entwicklung findet vor dem Hintergrund statt, dass sich das gesamte Finanzumfeld in lokalen Wirtschaftskreisläufen wandelt. Laut aktuellen Statistiken der Europäischen Zentralbank, die die Börsen-Zeitung in ihrer Juni-Ausgabe zusammengefasst hat, wurde in Deutschland seit 2014 jede fünfte Bankfiliale geschlossen. Gleichzeitig haben deutsche Finanzinstitute über 13% ihrer Stellen abgebaut. Das birgt weitere Chancen für das Modell: Banken ziehen sich aus dem persönlichen Beratungsangebot vor Ort zurück und Makler haben die Möglichkeit, die wachsende Lücke durch eine Erweiterung ihres Produktportfolios mit digitalen Krediten zu füllen. Makler sind die Brücke zwischen Kunden und der digitalen Welt Die gesamte digitale Revolution lebt davon, dass sie nicht in direkte Konkurrenz zur analogen Welt der Beratung und Produktvermittlung tritt, sondern dass sich beide Seiten gegenseitig ergänzen. Deshalb ist die FinTech-Branche reich an Beispielen, in denen digitale Anbieter auf Partnerschaften bauen, um Brücken und Anker von der digitalen Welt zum Kunden zu bauen. Makler und Vermittler sind in einer optimalen Ausgangs - lage, um ihre natürlichen Stärken in Kooperationen mit digitalen Kreditanbietern einzusetzen und ihr Produkt - portfolio zu erweitern. W Die Zahl, die am meisten aufhorchen lassen sollte, ist aber diese: 85% der Unternehmen, die noch keine FinTech- Erfahrung gesammelt haben, können sich grundsätzlich vorstellen, mit Fin- Techs zusammenzuarbeiten – das Potenzial ist also enorm. FinTech-Kreditanbieter wie iwoca setzen auf Berater iwoca selbst ist ein FinTech-Unternehmen, das sich auf kurzfristige Kredite für Selbstständige und kleine Firmen spezialisiert hat, und somit stand auch Von Martin Schemm, Leiter des Produktpartner-Geschäfts Deutschland bei iwoca Juli 2019 63

AssCompact

AssCompact 05/2019
AssCompact 04/2019
AssCompact 03/2019
AssCompact 02/2019
AssCompact 01/2019
Juli Vermittler Makler Digitale Digitalisierung Unternehmen Versicherer Deutschland Digitalen Banken

Neues von AssCompact.de