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AssCompact 07/2019

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DIGITALISIERUNG Mindset:

DIGITALISIERUNG Mindset: Digital mental Digitalisierung ist mehr als Technologie und digitale Kompetenz ist mehr als die Bedienung von Softwaretools. Das Verständnis von Digitalisierung verändert sich. Was kommt, ist die Erkenntnis: Ohne den Faktor Mensch klappt die digitale Transformation nicht. Von Brigitte Horn, AssCompact Beinahe jeden Tag wird in der Finanz- und Versicherungsvermittlung über neue Technologien informiert. In der Regel versprechen diese eine Vereinfachung bisheriger Standards durch computergestützte Abläufe. Die Umwandlung von Informationen in Bits und Bytes ist die Digitalisierung aber nur im engeren Sinne. Denn der digitale Wandel verändert, wie wir leben, kommunizieren, arbeiten und lernen. Er verändert alles. Es bleibt aber die Frage, ob auch wirklich alle an dem digitalen Wandel partizipieren können. Das Verständnis wächst nämlich, dass es ohne digitale Kompetenz auf allen Seiten nicht geht. Wie oft heißt es, dass der Kunde oder der Vermittler dieses oder jenes so will. In der Theorie ist das korrekt, in der Praxis ist das deutlich komplizierter. Es mag sein, dass der Kunde froh ist, die Schadenmeldung abends digital einreichen zu können. Sicherheitshalber schickt er die Schadenmeldung am nächsten Morgen aber dann doch per Post hinterher und ruft aus reiner Vorsicht vielleicht sogar noch an, um zu erfahren, ob denn die Dokumente auch tatsächlich eingetroffen sind. Und es mag sein, dass sich ein Maklerunternehmen die neueste Software installiert hat, die Mitarbeiter wesentliche Funktionen aber umgehen, weil sie auf dem bisherigen Weg doch ganz gut zurechtkamen und der Kunde zumindest zunächst sogar schneller bedient werden kann. In der Folge passen sie die neue Software irgendwie an ihre alten Prozesse an. Und es mag sein, dass in größeren Unternehmen die Manager die digitale Transformation vorantreiben, die Mitarbeiter aber an Buzzwörtern wie Scrumming oder agiles Arbeiten verzweifeln und die Frustrationen steigen lässt – bis es dann nicht mehr weit ist bis zu dem Satz: „Früher war alles viel besser.“ 98 Juli 2019

Deutschland noch wenig digital In Deutschland hat sich die Digitalisierung noch nicht so durchgesetzt wie in manch anderen Ländern. Als digitales Paradebeispiel gilt bereits seit einigen Jahren Estland. Dort können die Bürger nicht nur Amtsgänge per digitaler ID erledigen, sondern auch ihre Altersvorsorgekonten und Krankheitsakten einsehen und verwalten. Ein Unternehmen sei in weniger als 30 Minuten gegründet, heißt es. Damit die Bürger mit der Digitalisierung mitkommen, gehören Weiterbildungsangebote zu der Digitalstrategie des Landes dazu, denn funktionieren kann das System nur, wenn alle daran teilnehmen können. So hat nun auch die Bundesregierung eine entsprechende Umsetzungsstrategie aufgelegt, beispielsweise mit dem DigitalPakt Schule und vielen berufsbegleitenden Programmen. Das Ziel ist die digital kompetente Gesellschaft, praktisch von Kindesbeinen an. Aktuell scheint es in Deutschland aber weiterhin am umfassenden digitalen Mindset zu fehlen. Die Akzeptanz hinkt der Technik hinterher. © allvision - stock.adobe.com Komfort siegt – immer Doch das wird sich ändern – zumindest nach und nach. Ein bisschen ist es eine Generationenfrage. Aber auch die Technik wird immer besser und die neuen Tools halten erfreulicherweise immer öfter, was sie versprechen. Insofern werden die Prozesse einfacher und schneller werden. Und dort, wo der Komfort für den Kunden am größten ist, wird er letztlich hingehen. Das haben die vergangenen Jahre deutlich gezeigt – ob es um die Suche nach der nächsten Tankstelle, die schnelle Bestellung, das Zurechtfinden in einer anderen Stadt oder die Reiseplanung geht. Komfort siegt – immer. Und natürlich erwarten Geldanleger und Versicherte über kurz oder lang die gleichen smarten Services aus den anderen Lebensbereichen auch bei der Lösung von Finanz- und Absicherungsfragen. Digitale Transformation beginnt immer auch im Kopf Digitales Mindset Die digitale Transformation gelingt nur im Gleichschritt aller Beteiligten, und die Erkenntnis, dass sie zuerst beim Menschen beginnt, setzt sich immer mehr in den Unternehmen durch. Das Zusammenspiel aus Mensch und Technik wird dabei immer wichtiger werden. Einschätzungen und Beispiele dazu finden sich etwa auf den folgenden Seiten dieses Sonderthemas, aber auch verteilt über diese Ausgabe in vielen weiteren Berichten, Interviews und Beiträgen. W Sonderthema im Überblick Digital Sales: Quo vadis, persönlicher Vertrieb? „Versicherungen haben die Digitalisierung nicht verschlafen“ Bedarfsanalyse 2.0: „Alexa, welche Risiken hat mein Gewerbekunde?“ „Unsere Technologie ist klar maklerzentriert ausgerichtet“ PropTech-Trends: Die Zukunft der Immobilienwirtschaft „Wir sind gerade dabei, ein digitales Mindset bei unseren Mitarbeitern aufzubauen.“ Diesen Satz hört man häufig in den Vorstandsetagen deutscher Versicherer. Das technische Know-how haben sich die Gesellschaften mittlerweile eingekauft. Die Mitarbeiter und auch die Geschäftspartner mit auf die digitale Reise zu nehmen, scheint hier schon fast der komplexere Part zu sein. Denn die digitale Transformation eines Unternehmens spiegelt sich nicht allein im Automatisierungsgrad von Prozessen wider, sondern auch in der Denkweise und in der Haltung aller Beteiligten. Sie beginnt im Kopf. Offenheit und Neugierde sind dabei wichtige Faktoren – vermutlich sind sie sogar wichtiger als die „handwerklichen“ Fertigkeiten. Diese lassen sich – zumindest meistens – erlernen. Zum Gelingen benötigt es aber ein Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Technik, Prozessen und der realen Welt. Dazu gehört viel Kommunikation, das scheint bei den Treibern der Digitalisierung immer mehr anzukommen. Dem Change Management dürfte im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung eine weiter steigende Bedeutung zukommen. Juli 2019 99

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