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AssCompact 07/2020

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FONDSGEBUNDENE POLICEN

FONDSGEBUNDENE POLICEN © studio v-zwoelf – stock.adobe.com Fondsgebundene Policen in der Corona-Krise – Was jetzt wichtig ist! Wer eine fondsgebundene Rentenversicherung für die Altersvorsorge gewählt hat, fragt sich aufgrund finanzieller Engpässe und Unsicherheiten am Kapitalmarkt jetzt vielleicht, wie man handeln sollte. Das IVFP meint, Kündigung der privaten Altersvorsorge wäre dabei die schlechteste Lösung, und hält für Makler Tools für die Beratung bereit. Viele Menschen haben die Notwendigkeit, privat für das Alter vorzusorgen, noch nicht erkannt. Dieses Problem bestand bereits vor der aktuellen Krise. Durch die Corona-Krise tritt das wichtige Thema Altersvorsorge aber aktuell noch weiter in den Hintergrund, was angesichts der wirtschaftlichen Prognosen und Rahmen - daten verständlich ist. Wenn man sich mit Altersvorsorge beschäftigt und versucht, jemandem dieses Thema näherzubringen, ist eines der häufigsten Argumente, dass aktuell gerade kein Geld dafür übrig ist oder nur ein sehr kleiner Betrag für die Rente auf die Seite gelegt werden kann. Dieses Argument ist nachvollziehbar, löst das Problem aber trotzdem nicht. Eine aktuelle Umfrage von YouGov im Mai 2020 hat jedoch ergeben, dass für 30% der Deutschen die Bedeutung der Altersvorsorge in der Corona-Krise sogar zunahm. Dies bedeutet, dass zum einen zwar in der Krise der Gürtel erst einmal enger geschnallt wird, aber die Menschen auch für die finanzielle Selbstbestimmung sensibilisiert werden. Daher dürfte insbesondere das Thema Altersvorsorge nach der Krise erhöhte Aufmerksamkeit genießen. Zudem haben viele Arbeitnehmer durch die Abschaffung des Solidaritätszuschlags ab Januar 2021 netto mehr Geld zur Verfügung, das in der Regel noch nicht anderweitig verplant ist. Das IVFP plädiert deshalb dafür, dieses zusätzliche Geld in die eigene Altersvorsorge zu investieren, nennt das Konzept „Soli for future“ und hat dafür den „SolirentenRechner“ entwickelt, der unter www.ivfp.de zu finden ist. Was insbesondere Fondspolicen- Sparer jetzt beachten sollten Niedrige Zinsen wird es – da sind sich alle Experten einig – noch lange Zeit geben. Fondgebundene Produkte mit hohen Beteiligungen in Aktienfonds bleiben daher weiterhin attraktiv. Gerade bei noch länger laufenden Verträgen besteht aktuell kein zusätzlicher konkreter Handlungsbedarf. Wer seine Altersvorsorge ratierlich bespart, profitiert sogar von diesen Schwankungen, da Aktien(fonds) bei fallenden Kursen relativ günstig erworben werden können. Wer aktuell die Möglichkeit hat, sollte darüber nachdenken, die Sparrate zu erhöhen, um von günstigen Einstiegskursen zu profitieren. Auf gar keinen Fall sollte man hingegen seinen Altersvorsorgevertrag in der jetzigen Situation kündigen. Dadurch würde man den schlechtestmöglichen Ausstiegszeitpunkt wählen, die bereits gezahlten 44 Juli 2020

Gebühren verlieren und gegebenenfalls erhaltene Förderungen zurückzahlen müssen. Bei akuten Geldsorgen kann man stattdessen über eine Beitragsreduzierung oder eine vorübergehende Beitragsbefreiung des Vertrags nachdenken. Grundsätzlich gilt, dass sämtliche Vertragsänderungen wohldurchdacht und besprochen werden sollten, um die Altersvorsorge nicht zu gefährden. Besonderheiten bei ablaufenden Verträgen Bei Verträgen, die bald zur Auszahlung anstehen, gestaltet sich die Sachlage etwas anders. Bei Verträgen mit Ablaufmanagement kann es sein, dass dieses bereits greift und man den Turbulenzen am Finanzmarkt gar nicht mehr ausgesetzt war. Ist das nicht der Fall sollte auf jeden Fall der Rat des eigenen Beraters eingeholt werden, welche Gestaltungsmöglichkeiten der eigene Vertrag zulässt. Ist beispielsweise ein flexibler Renteneinstieg möglich, kann man sich überlegen, diesen ein bis zwei Jahre nach hinten zu schieben – in der Hoffnung, dass die Kapitalmärkte sich bis dahin beruhigen und sich das wirtschaftliche Leben wieder stabilisiert hat. Das geht natürlich nur, wenn anderweitig Reserven vorhanden sind. Viele Verträge bieten auch die Möglichkeit der Teilentnahme von Vertragsguthaben. Das ermöglicht einen schrittweisen Ausstieg aus den eigenen Fondsbeteiligungen. Die jeweiligen Möglichkeiten sind im Einzelfall gemeinsam mit dem eigenen Berater zu prüfen. Garantien erhöhen? Wer sich jetzt fragt, ob gerade in der aktuellen Situation nicht doch hohe (Beitrags-)Garantien eingeschlossen werden sollten, der sollte Folgendes beachten: Sicherheit ist grundsätzlich schon sinnvoll, man sollte sie allerdings in Kombination mit der Rendite sehen. Es muss jedem klar sein: Garantien kosten Geld. Und derzeit sind Garantien teuer! Genauer gesagt die Opportunitätskosten, also die Garantieerzeugungskosten. Diese sind nichts anderes als ein entgangener Gewinn. Das sollten Berater und Beraterinnen den Kunden erklären. Egal welche Fondsprodukte mit Garantie man betrachtet, man braucht immer eine sichere Anlage – und diese bringen aktuell und in den nächsten Jahren nur sehr geringe Renditen. Derzeit muss also ein größerer Teil vom Sparbeitrag in die sichere Anlage gesteckt werden, um die Garantie zu erzeugen. Dies schmälert dann die Rendite. Entsprechend muss auch der Erwartungswert bei der Ablaufleistung nach unten angepasst werden. Wer mehr Rendite erzielen möchte, muss sich diese durch etwas mehr Risiko erkaufen. Dieses Risiko kann man jedoch durch einige risikominimierende Faktoren beachtlich senken. Das ist zum einen eine lange Laufzeit von mindestens 12 bis 15 Jahren. Schaut man sich die langfristige Entwicklung der Börsen an, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, bei 15 Jahren Anlage am Ende ein Minus zu machen. Der zweite Punkt ist die Diversifizierung. Eine sinnvolle Streuung der Anlagen etwa in Aktienindizes – vorwiegend in Bluechips – minimiert das Risiko ebenfalls. Außerdem ist das Timing-Risiko geringer, wenn nicht alles zum gleichen Zeitpunkt investiert wird. Hier spricht man vom Cost-Average-Effekt, der Schwankungen über die Zeit ausgleicht. Viele Versicherer haben inzwischen ein gutes Ablaufmanagement bei Fondspolicen. Meist kann man in den letzten Jahren der Laufzeit in sicherere Anlagen wechseln. Wer diese Punkte beachtet, erhält bei vertretbarem Risiko beachtliche Chancen zur Renditesteigerung. Fondspolice weiterhin attraktiv Für Neueinsteiger in die Altersvorsorge gilt daher nach wie vor, dass fondsgebundene Rentenversicherungen attraktiv sind. Die Lebensversicherer entwickeln inzwischen auch zunehmend fondsgebundene Produkte, die mit geringen Kosten auf die renditeträchtigen Aktienmärkte setzen. Wer heute mit seiner Altersversorgung beginnt, der muss ja quasi eine Fondspolice nehmen. Da geht kein Weg daran vorbei. Manche hegen dabei den Gedanken, dass es doch kostengünstiger wäre, direkt in Investmentfonds zu investieren. In vielen Fällen ist jedoch die Fondspolice aufgrund der Abgeltungssteuerfreiheit rentabler. Dieser komplexe Sachverhalt kann im vom IVFP entwickelten „FondsanlagenOptimierer“, den einige Versicherer gratis online zur Verfügung stellen, detailliert betrachtet werden. W Von Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer der Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) Juli 2020 45

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