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AssCompact 08/2018

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ASSEKURANZ „Die

ASSEKURANZ „Die Euphorie für das Gewerbegeschäft nimmt sogar noch zu“ Interview mit Dr. Tobias Warweg, Vorstand der HDI Vertriebs AG, und Markus Rehle, Vorstand der HDI Versicherung AG Die HDI gibt bei der Digitalisierung des Gewerbegeschäfts Gas. Mit „Firmen Digital“ werden die Arbeitsabläufe zwischen Versicherer und Maklern beschleunigt. Im Blick hat der Versicherer dabei KMU, bei denen auch Cyberschutz immer öfter ein Thema ist. Dr. Tobias Warweg Herr Rehle, hält die Euphorie für das Gewerbegeschäft an? Markus Rehle Auf jeden Fall. Viele, die in der Vergangenheit das Versicherungsgeschäft mit gewerblichen Kunden eher links liegen gelassen haben, engagieren sich inzwischen. Ich habe den Eindruck, dass die Euphorie sogar noch zugenommen hat. Und für HDI kann ich sagen: Wir sind mit der Geschäftsentwicklung hochzufrieden. Bereits im letzten Jahr konnten wir im Gewerbegeschäft deutlich zulegen. Und in diesem Jahr sind die Steigerungsraten noch einmal höher. Dabei ist der Markt ja weitgehend verteilt. Herr Dr. Warweg, wo liegen denn an der Stelle die Potenziale? Dr. Tobias Warweg Die größten Potenziale für das Geschäft sehe ich in den Geschäftsprozessen. Und zwar konkret in der prozessualen Vereinfachung der Abläufe. Dabei haben wir in erster Linie die Zusammenarbeit mit Maklern als Vertriebspartner im Blick. Die Herausforderung ist dabei, sich prozessual so aufzustellen, dass unsere Makler das Geschäft möglichst effizient realisieren können. In der Praxis bedeutet das: Der Prozess muss aus Sicht des Maklers so mundgerecht wie möglich sein. Die Verarbeitung muss schlank und effizient sein. Das betrifft die gesamte Verarbeitungsstrecke vom Angebot über Tarifierung und Abschluss bis hin zu Dokumentierung und Schadenbearbeitung. Hier stellt sich die Frage nach individueller und standardisierter Beratung. Ist Digitalisierung hier tatsächlich das Zauberwort? TW Für das standardisierte Beratungsgespräch ist Digitalisierung das Zauberwort. „Firmen Digital“ ist unter dieser Prämisse gerade für Makler, die ihre Kompetenz im Gewerbegeschäft aufbauen, die ideale Lösung. Design und Prozess erleichtern auch Vermittlern, die hier noch wenig Erfahrung haben, den Einstieg. Außerdem sind sämtliche zur Beratung und zur Policierung notwendigen Unterlagen im System IDD-konform hinterlegt. Was das komplexe Gewerbegeschäft angeht, haben wir heute noch eine andere Situation. Natürlich kann Digitalisierung auch hier unterstützen. Nach wie vor ist in diesem Segment aber die Beratungskompetenz des Maklers der Trumpf. Aber auch hier sehen wir auf der prozessualen Ebene eine ausgesprochen dynamische Entwicklung. Zum Beispiel ist die Anbindung über BiPRO ein absolutes Muss. Was beinhaltet der genannte Online- Rechner Firmen Digital? MR Zunächst einmal: Firmen Digital ist mehr als ein Rechner. Firmen Digital umfasst die gesamte Tarifierungs- und Abschlussstrecke. Online-Tarifierungsrechner sind schon recht verbreitet im Markt. Firmen Digital komplettiert jedoch den Online-Roundtrip mit einer Policierung nahezu in Echtzeit. Und das bei einer Dunkelverarbeitungsquote von mehr als 85%. Außerdem ist die Benutzeroberfläche in Sachen Bedienungsfreundlichkeit wegweisend. Produktseitig sind bei Firmen Digital derzeit Betriebshaftpflicht- und Sach-/ Inhaltsversicherung als Einzelspartenprodukte und die Verbundpolice „Compact“ eingebunden. Außerdem haben wir jetzt auch unsere Cyberver - sicherung als separates Produkt in Firmen Digital integriert. Den Rechner gibt es für den Vermittler, aber auch direkt für den Gewerbekunden. Welche Erfahrungen haben Sie seit Einführung auf beiden Seiten machen können? TW Firmen Digital ist zwar über das Internet für jeden verfügbar, wird aber in erster Linie von unseren Maklern genutzt. Sie schätzen vor allem den schnellen Prozess. Auf diese Weise kann 30 August 2018

auch eher margenschwaches Breitengeschäft zu einem attraktiven Geschäftsfeld für alle Beteiligten werden. Eine ganze Reihe von Maklern verwendet Firmen Digital deshalb inzwischen für ihr Gewerbegeschäft. Dadurch, dass der Kunde auch selbst über das Internet auf Firmen Digital zugreifen kann, lässt sich ihm gegenüber außerdem ein Höchstmaß an Transparenz realisieren. Direktabschlüsse durch die Kunden sind heute dagegen noch die große Ausnahme. Auf lange Sicht schließen wir jedoch nicht aus, dass auch Gewerbekunden ihren Versicherungsschutz online selbst abschließen. Mit Firmen Digital sind wir für diese Entwicklung bestens aufgestellt. Manchen Firmen sind ihre Risiken gar nicht richtig bewusst. Reicht hier tatsächlich die Beratung per Knopfdruck? MR Das kommt auf die Komplexität des jeweiligen Geschäftsfeldes und die verschiedenen Risiken an. So lässt sich mit Firmen Digital der Versicherungsschutz von rund 80% aller kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland realisieren. Den Firmenkunden ist aber auch bewusst, dass Unternehmensversicherung keine Privathaftpflicht ist. Der Kunde will und muss sichergehen, dass er entscheidende Gefahren nicht übersieht. Hier ist auch in Zukunft die Expertise des Fachmanns gefragt, der seinen Kunden qualifiziert und individuell beraten kann. Auch Ihre überarbeitete Cyberpolice für kleinere Unternehmen ist noch frisch am Markt. Wie läuft das Produkt? TW Mit der ersten Resonanz auf unsere neue Cyberversicherung sind wir sehr zufrieden. Das Produkt kommt gut an. Dabei hilft natürlich, dass die Cyberversicherung im Rahmen der Initiative #handschlag gemeinsam und im engen Austausch mit Maklern entwickelt wurde. Wo wurde denn nachgebessert? MR Wir verfolgen mit der HDI Cyberversicherung ein neues Konzept, indem wir ganz klar Schadenvermeidung und Schadenbegrenzung in den Vordergrund stellen. Wir haben deshalb besonderes Augenmerk auf die schnelle und wirksame Hilfe im Schadenfall gelegt und als Servicepartner einen kompetenten Spezialisten für IT-Forensik mit an Bord geholt. Schon im Verdachtsfall auf einen Cyberangriff sollen Kunden deshalb sofort Kontakt mit uns aufnehmen. Dafür ist rund um die Uhr eine Service-Hotline geschaltet. Bei einer Bedrohung schaltet sich der Cyberexperte auf den betroffenen Rechner und beginnt mit der Forensik. Wenn nötig, kommen die Experten aber auch zu unserem Kunden vor Ort. Tritt Markus Rehle dennoch ein Schaden ein, greifen die Versicherungsleistungen der HDI Cyberversicherung. Wie schätzen Sie denn die Entwicklung im Allgemeinen ein? MR Das Thema Cyber ist zurzeit in aller Munde. Dazu tragen auch die verschärften Bestimmungen durch die DSGVO bei. Viele Unternehmen erkennen jetzt, wie wichtig die Absicherung dieser Risiken ist. Denn auch Kleinunternehmen und Mittelständler setzen vernetzte IT-Lösungen für die Kundenverwaltung oder in der Steuerungstechnik „Wir verfolgen mit der HDI Cyberversicherung ein neues Konzept, indem wir ganz klar Schadenvermeidung und Schadenbegrenzung in den Vordergrund stellen.“ Markus Rehle von Maschinen ein. Und sie bieten damit jede Menge Ansatzpunkte für Cyberkriminelle und Datenmissbrauch. Zu einem wirksamen Schutzkonzept gehört neben technischen Komponenten auch der Versicherungsschutz über eine Cyberversicherung. Sie schließt Lücken im betrieblichen Schutzkonzept – ganz gleich, ob Netzwerkattacken dafür verantwortlich sind oder Bedienungsfehler. Viele Unternehmen und gerade KMU haben hier immer noch erheblichen Nachholbedarf. Welche weiteren Pläne gibt es für das Gewerbegeschäft? MR Konkret arbeiten wir daran, die Geschäftsprozesse im Gewerbegeschäft noch weiter zu digitalisieren. Mit Firmen Digital sind wir auf dem richtigen Weg. Noch in diesem Jahr sollen auch die Standardrisiken der Berufshaftpflichtversicherung für Freiberufler über die Strecke abschließbar sein. Außerdem werden wir den Katalog der Branchen, die über die Strecke abgesichert werden können, noch erheblich erweitern. Stück für Stück treiben wir so die Digitalisierung im Gewerbegeschäft weiter voran. Auch in der Zusammenarbeit mit Maklern werden wir die Chancen der Digitalisierung noch konsequenter nutzen: Über sogenannte „Digitale Rahmenverträge“ werden wir vom Frontend bis zum Bedingungswerk makler individuelle Lösungen umsetzen können. W August 2018 31