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AssCompact 08/2018

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KAPITALANLAGETRENDS Die

KAPITALANLAGETRENDS Die perfekte Welle Die perfekte Welle ist nicht nur bei Surfern beliebt. Auch bei Finanzanlagenvermittlern und ihren Kunden steht die Suche nach den großen Trendwellen der Kapitalanlage hoch im Kurs. Im Gegensatz zu ihren Pendants aus Wasser halten einige davon sogar dauerhaft an. Von Michael Herrmann, AssCompact Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen, auf ihnen zu surfen. Diese Weisheit stammt nicht etwa von einem prominenten hawaiianischen Surfer, sondern von Jon Kabat-Zinn, einem Professor für Achtsamkeitsmeditation. Im Zentrum seiner Arbeit steht, Menschen zu helfen, besser mit Stress, Angst und Krankheiten umgehen zu können. Stress und Angst der Märkte Stress und Angst sind auch an der Börse wichtige Faktoren. Rollt die Welle nach unten, herrscht Angst vor weiteren Kursverlusten. Rollt die Welle nach oben, haben Anleger irgendwann Stress, die Rallye zu verpassen. Gleichzeitig herrscht weiter Angst, genau dann einzusteigen, wenn die Trendwelle ihren höchsten Punkt erreicht hat – wie es einst Millionen Deutsche während des Neuen Markts erleben mussten. Der Großteil der Deutschen betrachtet die Kapitalanlagetrends daher lieber weiter entspannt von der Seitenlinie aus. Surflehrer dringend gesucht Statt zu lernen, auf den Wellen zu surfen, verschenken sie Jahr für Jahr Milliarden auf unverzinsten Konten. Surflehrer sind daher eine lohnende Investition. Die professionelle Hilfe in Form eines Finanz - beraters lindert die Ängste der Anleger. Die Hintergründe von Kapitalanlagetrends zu verstehen, ist die Voraussetzung dafür, sie für sich zu nutzen. Daran wird auch die Digitalisierung nichts ändern. Finanzanlage ist Vertrauenssache. Und einem Berater aus Fleisch und Blut vertrauen die meisten Menschen immer noch mehr als einer Maschine. 66 August 2018

Digital plus Mensch Dass auch digitale Vermögensverwaltung nicht ganz ohne den Faktor Mensch auskommt, zeigt das Beispiel Solidvest. Die digitale Vermögensverwaltung von DJE soll neue Kundengruppen erschließen und digital aufgeschlossene Bestandskunden zusätzlich erreichen. Transparenz und Erlebbarkeit der Geldanlage stehen dabei neben einer stabilen und sicheren Softwareanwendung für die Kunden an erster Stelle. Doch „so digital der Online- Prozess bei DJE auch ist, der menschliche Kontakt ist dennoch unersetzlich, insbesondere für die Kunden. Das ist in den ersten zwölf Monaten nach Einführung von Solidvest deutlich geworden“, erläutert Michael-Philip Müller, Co-Leiter von Solidvest. Das digitale Angebot der Online-Vermögensverwaltung ist zudem kein Ersatz für, sondern eine Ergänzung zur klassischen Vermögensverwaltung bei DJE. Auch die klassische Vermögensverwaltung wird daher nicht so schnell vom Markt verschwinden. © Dudarev Mikhail – Fotolia.com Nachhaltig nachhaltig Nicht vom Markt verschwinden dürfte auch der Trend zu nachhaltigen Kapitalanlagen und verantwortlichem Investieren. Das zeigt nicht zuletzt der aktuelle Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Die vom FNG befragten Branchenteilnehmer haben große Zuversicht, dass Nachhaltigkeit bei Investoren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Unter dem Strich erwarten sie für die Zukunft ein Wachstum von 15 bis 30%. Noch sind nachhaltige Finanzprodukte dennoch eine Nische. Verglichen mit dem Gesamtmarkt haben sie daher unverändert hohes Aufholpotenzial. Auf die Urheber setzen Von Aufholpotenzial sind Tech-Aktien so weit weg wie Horst Seehofer und Angela Merkel von einer harmonischen Koalition. Amazon, Google & Co. sind nicht erst seit diesem Jahr die Top-Performer an der Börse. 2018 hält die Outperformance der Technologiewerte gegenüber dem Gesamtmarkt aber zweifellos an. Umso mehr stellt sich die Frage, wie nachhaltig der Boom der Tech-Aktien ist. Richard Clode ist davon überzeugt, dass es sich lohnt, auf der Erfolgswelle der Tech-Aktien zu reiten. „An den europäischen Börsen sind Technologiewerte strukturell untergewichtet. Damit setzen die Anleger eher auf die Opfer von Disruption. In Technologiewerte zu investieren, heißt dagegen, auf die Urheber zu setzen“, so der Experte von Janus Henderson. Ruhiges Fahrwasser statt Wellenritt Auf Trends zu setzen, kann aber nicht nur als Turbo fürs Depot wirken, sondern auch beruhigende Wirkung haben. Darauf verweist Shrenick Shah, Manager des JPMorgan Global Macro Opportunities Fund. „Mithilfe von Investmentstrategien, die von den marktbeherrschenden volkswirtschaftlichen Trends als Treiber für die Entwicklung von Unternehmen, Anlageklassen und Märkten profitieren, werden Anleger unabhängiger von den Marktturbulenzen“, so Shah. Damit wird der Wellenritt Kapitalanlage im Idealfall zum beruhigenden Stand-up-Paddling. W Sonderthema im Überblick Künstliche Intelligenz erobert die Geldanlage Fünf wichtige Makro-Trends für die zweite Jahreshälfte Wie nachhaltig ist der Boom der Tech-Aktien? Mehr als eine Mode Der nachhaltige Anlagemarkt bleibt klar auf Wachstumskurs Man muss nicht jede Mode mitmachen. Was für Paillettenshirts oder Schlaghosen gilt, gilt auch für die Kapitalanlage. Oft genug entpuppen sich scheinbar nachhaltige Trends als Strohfeuer. Anlagetrends zu hinterfragen, ist daher die Pflicht eines jeden Anlegers und erst recht eines jeden Beraters. Den berühmten Blick in die Glaskugel hat zwar niemand. Kapitalanlagetrends deshalb einfach zu ignorieren, ist keine Option. Denn nicht alles, was sich Trend nennt, ist nur eine kurze Mode. Zwar verschwinden selbst Weltkonzerne und sogar ganze Branchen von Zeit zu Zeit – und damit auch die dazugehörigen Aktien, Anleihen und Fonds. Doch auch die besten Investmentchancen entstehen genau dann, wenn neue Trends das Leben der Menschen durch neuen Entwicklungen grundlegend verändern. Fragen Sie mal die frühen Anleger von Amazon, Google, Microsoft & Co. August 2018 67