Aufrufe
vor 4 Monaten

AssCompact 08/2018

  • Text
  • Makler
  • August
  • Versicherer
  • Unternehmen
  • Deutschland
  • Vermittler
  • Fonds
  • Versicherung
  • Zudem
  • Markt

KAPITALANLAGETRENDS ©

KAPITALANLAGETRENDS © Markus Mainka – Fotolia.com Fünf wichtige Makro-Trends für die zweite Jahreshälfte Die erste Jahreshälfte hat Anleger mit zahlreichen schwankungsreichen Tagen an den weltweiten Finanzmärkten in Atem gehalten. In der aktuellen Zyklusphase ist es sinnvoll, einmal anders an Investments heranzugehen – beispielsweise auf Basis der wichtigsten volkswirtschaftlichen Entwicklungen, die die Märkte aktuell bewegen und antreiben. Das Auf und Ab an den weltweiten Märkten bereitet so manchem Anleger seit Monaten Kopfzerbrechen. Sind die guten Zeiten für Anleger vorbei? Wie geht es weiter mit der globalen Wirtschaft? Was bedeutet die stagnierende weltweite Wachstumskurve? Doch auch wenn der Wirtschaftszyklus in eine spätere Phase eintritt, gibt es Anlass, positiv in die zweite Jahreshälfte zu schauen. Denn auch wenn das Weltwachstum nachgelassen hat, ist es weiter überdurchschnittlich. Zudem ist durch die weniger ausgereizten Bewertungen mit potenziell höheren Anlageerträgen zu rechnen. Doch das ist es nicht allein – es gibt weltweite volkswirtschaftliche Trends, die Treiber für die Entwicklung von Unternehmen, Anlageklassen und Märkten sind, und den globalen Markt in der zweiten Jahreshälfte besonders beeinflussen dürften. Wir haben derzeit fünf marktprägende Themen identifiziert. Der Wirtschaftszyklus ist länger als angenommen Angesichts der Dauer der derzeitigen Expansion gehen einige Marktbeobachter davon aus, dass sich die globale Wirtschaft einer Rezession annähert. Das gegenwärtige Umfeld deutet hingegen darauf hin, dass derlei Befürchtungen verfrüht sind. In den USA haben fiskalpolitische Anreize unseren Wachstumsausblick beflügelt und den wahrscheinlichen Beginn der nächsten Rezession weiter aufgeschoben. Andernorts wachsen die meisten maßgeblichen Märkte weiterhin über ihren langfristigen Trendraten, auch wenn sich das Tempo abschwächt. Für eine Makro-Anlagestrategie heißt das, dass es weiterhin sinnvoll ist, sogenannte Risikoanlagen wie beispielsweise Aktien aus Industrie- und Schwellenländern beizubehalten. So ist vor allem mit einem weiteren Gewinnpotenzial bei US-Titeln zu rechnen. Schwellenländeraktien wurden durch die Erholung des US-Dollars zwar in der ersten Jahreshälfte belastet – da sich diese Entwicklung jedoch wieder legt, ist damit zu rechnen, dass das überdurchschnittliche Wachstum in vielen Schwellenländern den Gewinnen Auftrieb verleihen wird. Im Gegensatz dazu könnten die Aktien der Eurozone in der zweiten Jahreshälfte etwas zu kämpfen haben. Der Grund: Europas Wachstumsvorsprung von 2017 lässt nach und die politischen Risiken stellen eine unerwünschte Ablenkung dar. Volatilität kehrt zurück Nach einem sehr ruhigen Anlagejahr 2017 hatten sich Anleger an die Abwesenheit von Marktschwankungen gewöhnt, doch seit Februar sind diese mit einem sprunghaften Anstieg an die Aktienmärkte zurückgekehrt. Eine Ursache hierfür ist der sukzessive Abbau der geldpolitischen Unterstützung durch die weltweit größten Zentralbanken. In der aktuellen Zyklusphase ist eine allgemeine Zunahme der Volatilität mit weiteren potenziellen sprunghaften Anstiegen jedoch auch ohne diese geldpolitische Sondersituation nicht ungewöhnlich. 70 August 2018

Die stärkeren Schwankungen spiegeln somit vielmehr eine Neubewertung von Extremrisiken und eine überfällige Korrektur als ein ernsteres Phänomen wider. Solange das Wachstum positiv bleibt, dürfte die Volatilität unter Kontrolle sein. Es ist also nicht davon auszugehen, dass die Rückkehr der Marktvolatilität das Ende des Konjunkturzyklus einläutet oder dass Risikoanlagen wie Aktien nun nicht mehr gut abschneiden können. Für die Anlagestrategie bedeutet dies vielmehr, stärker auf Diversifikation und Flexibilität zu setzen. Besserer Ausblick für Finanzwerte Derzeit ist das Umfeld für Finanzwerte sehr positiv. In den USA verheißen steigende Zinsen bessere Zinsspannen und auch das Potenzial von Deregulierung sorgt für einen positiven Ausblick für Finanztitel. In China konzentrieren sich die Behörden weiterhin auf Schuldenabbau, eine Verringerung des Schattenbankensystems und die Einführung von umweltpolitischen Reformen. Dies sind insgesamt Maßnahmen für ein nachhaltigeres Wachstum, was somit auch für Banken positiv sein dürfte. Aus Investorensicht sind US-Banken sowie größere chinesische Banken von hoher Qualität und Banken aus Singapur sehr attraktiv – insbesondere da sie positive binnenwirtschaftliche Antriebsfaktoren aufweisen und zudem vom starken Wachstum der ASEAN-Region sowie von steigenden US-Zinsen profitieren können, zumal die Währung Singapurs an den US-Dollar gekoppelt ist. mehr Artikel des täglichen Bedarfs wie Haushaltsgeräte und Fahrzeuge mit Halbleitern ausgerüstet sind. Zudem sind Beratungsunternehmen attraktiv, da sich viele Firmen für die Herausforderungen der Zukunft rüsten wollen und mit Beratern zusammenarbeiten, um herauszufinden, wie sich die neuen Technologien für ihre Prozesse nutzen lassen. Aufgrund der Verlagerung vom herkömmlichen auf den Online-Handel sind aktuell Unternehmen mit Schwerpunkt Internethandel gegenüber Basiskonsumgütertiteln vorzuziehen. Staatsanleihen werden wieder wichtiger Mit der Normalisierung der Geldpolitik steigen die Renditen auf Staatsanleihen. Anleger müssen künftig zur Portfoliodiversifikation dynamisch vorgehen und sich über aktuelle Risiken Gedanken machen, gegen die sie sich absichern möchten. Sollte es Wachstumsbedenken geben, könnten Staatsanleihen oder Engagements im US- Dollar als Risikostreuung dienen. Es ist damit zu rechnen, dass Länder mit höheren Renditen deutsche Bundesanleihen und kanadische Staatsanleihen überflügeln werden. Britische Gilts könnten sich trotz bescheidener Renditen ebenfalls recht gut entwickeln, da die Unsicherheit des Brexits die Wirtschaft belastet. Unsicherheit wird bleiben Mithilfe von Investmentstrategien, die von den marktbeherrschenden volkswirtschaftlichen Trends profitieren, werden Anleger unabhängiger von den Marktturbulenzen. Anleger müssen kurz- und mittelfristig mit weiteren Phasen der Unsicherheit rechnen. Mithilfe von Investmentstrategien, die von den marktbeherrschenden volkswirtschaftlichen Trends als Treiber für die Entwicklung von Unternehmen, Anlageklassen und Märkten profitieren, werden Anleger jedoch unabhängiger von den Marktturbulenzen. Denn wenn man neben Aktien und Anleihen auf einen „erweiterten Werkzeugkasten“ mit Währungen, Derivaten und Relative-Value-Strategien setzen kann, lässt sich in unterschiedlichen Marktphasen Mehrwert generieren. W Beschleunigung neuer Technologien Der technologische Fortschritt wirkt sich auf jeden Sektor aus und Innovationen und die Einführung neuer Technologien gehen immer schneller vonstatten. Es dauerte 30 Jahre, bis 75% der Menschheit Zugang zu Elektrizität hatten und über 50 Jahre, bis sich das Telefon durchgesetzt hat. Der Siegeszug von Smartphones dauerte dagegen nur zehn Jahre. Um von diesem Trend auch als Anleger zu profitieren, könnte man beispielsweise in Hersteller von Halbleitern investieren. In diesem Segment ist mit einer stark steigenden Nachfrage zu rechnen, da immer Von Shrenick Shah, Fondsmanager des JPMorgan Investment Funds – Global Macro Opportunities Fund August 2018 71