Aufrufe
vor 4 Monaten

AssCompact 08/2018

  • Text
  • Makler
  • August
  • Versicherer
  • Unternehmen
  • Deutschland
  • Vermittler
  • Fonds
  • Versicherung
  • Zudem
  • Markt

MANAGEMENT & VERTRIEB I

MANAGEMENT & VERTRIEB I Nachfolgeplanung © pict rider – Fotolia.com Warum einfach, wenn Nachfolge auch kompliziert geht? Für eine Bestandsübertragung bieten sich einem Makler, der aus seinem Geschäft aussteigen will, mehrere mögliche Modelle. Einige sind für ihn als Bestandsverkäufer allerdings ausschließlich mit Nachteilen verbunden und daher nicht empfehlenswert, wie Andreas W. Grimm in seiner aktuellen Bestandsmarktplatz-Kolumne darstellt. Immer wieder erfahren wir von Nachfolgekonstruktionen, die absolut sinnfrei sind, unnötige Zusatzkosten produzieren und das eigentliche Problem des Maklers, der sein Lebenswerk in neue Hände überführen möchte, überhaupt nicht lösen. Ein solcher Fall ist mir Anfang Juli untergekommen. Der Anruf kam ganz unscheinbar daher: „Ich hätte da mal eine kleine Frage. Vielleicht können Sie mir da sagen, ob wir da auf dem richtigen Weg sind.“ Ein Makler hat erfolgreich ein Maklerunternehmen aufgebaut. Er vermittelt Finanzanlagen, Versicherungen und Finanzierungen und betreibt verschiedene Handelsgeschäfte in diesem Unternehmen. Um seine Kinder vor der Erbschaftsteuer zu bewahren, hat sie der Makler schon lange zu Gesellschaftern seiner Kapitalgesellschaft gemacht. Den Betrieb weiterführen will aber keines von ihnen. Also will er langsam aussteigen und als erstes das Versicherungsgeschäft abstoßen, den Versicherungsbestand verkaufen. „Kürzer treten und mich auf weniger Themen konzentrieren“, ist die Idee. Ein Interessent hat auch schon mehrfach angeklopft und will nun konkret werden. Alle Nachteile beim Verkäufer „Sie gründen eine neue GmbH, in die übertragen Sie den Versicherungsbestand. Wir kaufen Ihnen dann die neue GmbH ab. Dafür bezahlen wir Ihnen das 0,95-Fache Ihrer Bestandscourtage“, lautet das Angebot des Interessenten. Ohne Zweifel, der Preis ist eine Frechheit. Auch das 1,5- oder 2-Fache ist für diesen Bestand viel zu wenig. Aber um den Preis geht es erstmal nicht. Das eigentliche Problem ist die Form der Transaktion. Alle Nachteile liegen beim Verkäufer. Nicht nur die Gründung kostet Geld, die neue GmbH braucht Eigenkapital. Von Andreas Grimm Der Bestandsmarktplatz ist eine gemeinsame Initiative von AssCompact und dem Resultate Institut. Resultate- Gründer Andreas Grimm beleuchtet an dieser Stelle regelmäßig Aspekte zur Nachfolgeplanung. Der Bestand muss in die neue Gesellschaft übertragen werden – und dafür muss die neue Gesellschaft der alten einen angemessenen Preis bezahlen, sonst schimpft das Finanzamt. Dafür braucht sie Finanzmittel, entweder als Eigenkapital oder als Darlehen. Und dann kommt noch die Steuer: Der Verkaufserlös für den Bestand landet in der Alt-Gesellschaft. Die muss darauf Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer abführen, vermutlich sogar Umsatzsteuer. Bei der Ausschüttung des verbleibenden Gewinns fallen weitere Steuern an. Die Übertragung klappt aber nur bei dem Teilbestand, der auch courtagewirksam übertragbar ist, und für den die Zustimmung des Kunden vorliegt. Nur für die Verträge wird der Käufer später bezahlen. Da fehlen schnell zusätzliche 20 bis 30%. Und beim Verkauf der neuen GmbH an den Käufer wird es erneut kompliziert. Steuerliche Privilegien so kurz nach der Gründung sind kaum nutzbar, der eventuell entstehende Differenzerlös muss auch hier voll versteuert werden, das Darlehen gegebenenfalls irgendwie abgelöst werden. „Da werde ich wohl doch nochmal drüber nachdenken müssen. Heute Mittag kommt der Interessent zur nächsten Verhandlungsrunde“, hat der Makler am Schluss unseres Gesprächs gesagt. „Wir würden da ein paar gute Lösungsansätze kennen und hätten bei Bedarf solvente und seriöse Interessenten“, habe ich ihm dann noch mitgegeben. Wir werden sehen, ob er sich nochmals meldet oder ob der Interessent ihn wieder geschickt um den Finger gewickelt hat und den Deal seines Lebens macht. W www.bestandsmarktplatz.de, Kontakt per E-Mail: info@bestandsmarktplatz.de 90 August 2018

DFV und Haftpflichtkasse neue Aktionäre bei der BCA Makler Nachfolger Club wächst auf 300 Mitglieder (ac) Der im Jahr 2014 gegründete Makler Nachfolger Club e. V. hat die Marke von 300 Mitgliedern erreicht. Der Verein unterstützt Versicherungsmakler bei der Nachfolgeplanung und bietet über ein Netzwerk Nachfolgern bestehende Maklerunternehmen und Bestände zur Übernahme an. Damit will der Makler Nachfolger Club für einen nachhaltigen Generationswechsel sorgen. Für das laufende Jahr zieht der Verein um die Vorstände Thomas Suchoweew und Oliver Petersen eine positive Zwischenbilanz: 2018 sei das bislang erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte. So wurden Bestände und Unternehmen für über 10 Mio. Euro Kaufpreis an Nachfolger bzw. Käufer vermittelt. Laut Makler Nachfolger Club sei zudem das vom Verein initiierte Versorgungswerk als Alternative zum Verkauf bei interessierten Maklern äußerst beliebt. Bei dem Modell bleibt der Seniormakler Bestandsinhaber und behält alle Gestaltungsrechte, sein Kundenbestand wird in seinem Sinne von Fachleuten betreut. Es besteht eine jederzeitige Verkaufsoption im Notfall mit einem kostenfreien Treuhandvertrag. Maklerverbund germanBroker.net startet dezentrales Consultant-Netzwerk (ac) germanBroker.net (gBnet) baut ein dezentrales Netzwerk aus Consultants auf, das vom Stammsitz des Maklerverbunds in Hagen aus geführt wird. Zum Auftakt hat gBnet Werner Bauer ins Team geholt. Er verantwortet als Makler Consultant Süddeutschland die persönliche Betreuung der Partnermakler vor Ort. Bauer war von 2015 bis 2017 Vorstandsmitglied der Helvetia International, Geschäftsführer der Helvetia Versicherungs- und Finanzdienstleistungsvermittlung GmbH sowie stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Helvetia Leben Maklerservice GmbH. Von 2016 bis 2017 oblag ihm die Geschäftsführung der HAV Hamburger Assekuranz Vertriebs GmbH. Zuletzt war Bauer als Vorstandsmitglied der Helvetia Versicherungs-AG für das Ressort Vertrieb und Marketing zuständig. Persönliche Betreuung intensivieren Der Maklerverbund verfolgt mit dem dezentralen Consultant- Netzwerks mehrere Ziele. So sollen die persönliche Betreuung der Partner vor Ort intensiviert und die internen Prozesse im Sinne der Makler weiter optimiert werden. Zudem will das Unternehmen die Partner bei administrativen Aufgaben noch intensiver unterstützen. Sein Consultant-Netzwerk will gBnet nach und nach um die Region Nord, West und Ost erweitern. (ac) Der Maklerpool BCA vermeldet weitere Neuzugänge in seinem Aktionärskreis: Die Deutsche Familienversicherung (DFV) übernimmt ein Aktienpaket in Höhe von 10% der Anteile minus einer Aktie und die Haftpflichtkasse übernimmt 4,3% des Anteilspakets von der bbg Betriebsberatungs GmbH. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, das Kartellamt muss den Transaktionen noch zustimmen. Neben den beiden Neuzugängen setzt sich die Aktionärsstruktur der BCA AG aktuell wie folgt zusammen: IDEAL Versicherung, SIGNAL IDUNA, Stuttgarter, Barmenia, myLife Lebensversicherung, Süddeutsche Krankenversicherung, VOLKSWOHL BUND und Haron Holding (jeweils 10% minus einer Aktie.) Die restlichen Anteile in Gesamthöhe unter 10% verteilen sich auf die bbg, die BCA und auf sonstigen Streubesitz. Online-Vermögensverwaltung für Vermittler von Fonds Finanz (ac) Mit „easyInvesto“ stellt der Maklerpool Fonds Finanz Vermittlern eine Online-Vermögensverwaltung zur Verfügung. Die Nutzung ist für angeschlossene Vermittler auch ohne Erlaubnis nach § 34f GewO möglich. Wie der Pool unterstreicht, eröffnet dies vor allem Einsteigern eine einfache Möglichkeit, aktiv Investmentgeschäft zu betreiben. „easyInvesto überzeugt mit intuitiver Bedienbarkeit, einem anlegergerechten Portfoliovorschlag und professionellem Management“, erklärt Hans-Jürgen Schmidt, Abteilungsleiter der Sparte Investment bei Fonds Finanz. Entwickelt wurde easyInvesto gemeinsam mit der DWS. Kunden erhalten entsprechend ihrem individuellen Profil sowie ihrem Anlageziel eine von 19 Anlagestrategien. Auf dieser Grundlage verwaltet die DWS das angelegte Vermögen aktiv. easyInvesto arbeite mit ETFs, bereits kleine Anlagesummen seien laut Fonds Finanz möglich. Vermittler erhalten eine laufende Vergütung ab Depoteröffnung. Die Anlage lässt sich digital tätigen, Kunden haben jederzeit Zugriff auf ihr Vermögen. August 2018 91