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AssCompact 08/2019

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BETRIEBLICHE

BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG ©golubovy - stock.adobe.com Die Generation Y mit bAV und Zeitwertkonten ansprechen Der Stellenwert, den die Altersversorgung für die Generation Y hat, wird häufig unterschätzt. Inwieweit sich die Anforderungen der Generation Y mit der bAV vereinbaren lassen, hängt stark vom gewählten Durchführungsweg ab. Die Generation Y ist auf dem Arbeitsmarkt angekommen. In den letzten Jahren strömten massenhaft junge, bestens ausgebildete Fachkräfte auf den deutschen Arbeitsmarkt. Bereits im Jahr 2020 wird diese Generation die Hälfte aller Erwerbstätigen weltweit ausmachen. Doch „Personaler“ und „Recruiter“ stoßen bei ihr oft an Grenzen. Allein mit Geld lassen sich die Nachwuchskräfte nicht mehr gewinnen. Die Generation Y ist anspruchsvoll, wenn es um den Job geht. Begriffe wie „Work-Life-Balance“ und „Altersversorgung“ stehen bei ihr hoch im Kurs. Speziell die Altersversorgung wird in ihrer Bedeutung für diese Generation häufig unterschätzt. Die Generation Y ist anspruchsvoll, wenn es um den Job geht. Begriffe wie „Work-Life-Balance“ und „Altersversorgung“ stehen bei ihr hoch im Kurs. Speziell die Altersversorgung wird in ihrer Bedeutung für diese Generation häufig unterschätzt. Fakt ist jedoch, dass Probleme wie Altersarmut und die Sicherung des Generationenvertrages bei dieser Generation bereits ausführlich in der Gemeinschafts- und Sozialkunde bekannt sind. Themen also, die Angehörige dieser Generation von „klein auf “ begleitet haben, mit denen sie sozusagen aufgewachsen sind. Die Erfüllung des Generationenvertrages stellt wohl das größte Problem dieser Generation dar, die nebenbei noch das Klima retten soll, auf dessen Kosten sich die Vorgängergenerationen ihren Wohlstand verschafft haben. Der Wunsch nach Anerkennung Aufgrund der Globalisierung und der gesellschaftlichen sowie bildungspolitischen Entwicklungen wird diese Generation zudem vor unzählige Wahlmöglichkeiten gestellt. Dies bietet die Chance, seine Talente bestmöglich einzusetzen und zu entfalten, allerdings löst die Vielzahl an Alternativen bei vielen auch eine Überforderung und daraus resultierende Orientierungslosigkeit aus. Der eingeschlagene Weg wird ständig überprüft und hinterfragt. Man spricht hier auch von einer Sinnkrise. Für die meisten zählt dann nicht mehr die erreichte Führungsposition, sondern es geht ihnen um Anerkennung für ihre Arbeit und die Ausgewogenheit von Arbeits- und Privatleben. Wie jede Generation ist auch die Generation Y von den Vor- und Vorvorgängergenerationen, also den Eltern, geprägt. Da die Eltern wiederum von ihren Eltern geprägt wurden und diese damals nur wenig Zeit für ihren Nachwuchs hatten, wollten die Eltern die verlorene Zeit an die Ypsiloner zurückgeben, in dem sie sie sehr behütet großzogen und 42 August 2019

ihnen somit ständig das Gefühl vermittelten, etwas ganz Besonderes zu sein. Die Eltern der Ypsiloner werden deshalb auch häufig als „Helikopter- Eltern“ bezeichnet. Auch wurden die Ypsiloner schon von Kindesbeinen anzur Mitbestimmung und freien Meinungsäußerung ermutigt. Das erwartet die Generation Y von der bAV Belohnung für die Trophy Kids Das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein, wurde dann noch verstärkt, indem die Ypsiloner für jede Anstrengung gelobt und belohnt wurden. Sogar für mäßige Leistungen bei den Bundesjugendspielen gab es noch eine Teilnehmerurkunde. Die Generation Y wird deshalb auch als „Throphy Kids“ bezeichnet, da sie für alle und jede Leistung eine Auszeichnung erhielten. Anerkennung und Wertschätzung ist den Ypsilonern daher äußerst wichtig. Arbeitet man die Probleme, Wünsche und Bedürfnisse der Generation Y tiefergehend aus, so kommt man zu folgenden Punkten, welche ein betriebliches Versorgungsmodell erfüllen sollte: Zweckmäßigkeit, Flexibilität, Wahrung von ethischen und moralischen Grundsätzen bei der Anlageform, qualifizierte Aufklärung und Beratung, sofort und einfach umsetzbar, Motivations- und Belohnungseffekt. Anforderungen der Generation Y an die betriebliche Altersversorgung Inwieweit die Anforderungen der Generation Y mit der betrieblichen Altersversorgung zu vereinbaren sind, hängt stark vom gewählten Durchführungsweg ab. Möchte man Ypsiloner mithilfe der betrieblichen Altersversorgung motivieren und langfristig für sein Unternehmen gewinnen, müssen die Anforderungen dieser Generation größtenteils erfüllt werden. Betrachtet man es aus Sicht der Zweckmäßigkeit, erfüllen sicherlich alle der fünf Durchführungswege diese Anforderung: Alle eignen sich zur Schließung bzw. Reduzierung der Versorgungslücke im Alter. In den Punkten Flexibilität und Sicherheit gibt es allerdings Unterschiede, welche die Bestimmungen der einzelnen Durchführungswege mit sich bringen. So erfüllen die bAV-Durchführungswege die Anforderungen der Gen Y. Problemfaktor Flexibilität? Insgesamt lässt sich die bAV mit ihren arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorgaben nur sehr schwer bis überhaupt nicht mit der gewünschten Flexibilität der Generation Y verbinden. Dennoch kann sie dem wohl größten Problem, der drohenden Altersarmut, entgegenwirken. In den Punkten Sicherheit und Zweckmäßigkeit erfüllen alle die Anforderungen. Unterschiede lassen sich in der Beitragsflexibilität sowie Portabilität feststellen. Bei einer arbeitnehmerfinanzierten Form der bAV gehen aus Sicht der Generation Y die Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds als Sieger hervor, da der Beitrag hier ohne größere Probleme reduziert oder unterbrochen werden kann. Bei arbeitgeberfinanzierten Formen sind es die beiden anderen Durchführungswege, da diese der Höhe nach nicht bzw. kaum begrenzt sind. Was den Punkt Portabilität angeht, so würde sich die Generation Y wohl zunächst für einen der drei versicherungsförmigen Durchführungswege entscheiden, zumal hier ein Rechtsanspruch auf Übertragung des Übertragungswertes und die Möglichkeit einer privaten Fortführung besteht. Bedenkt man jedoch, dass eine einvernehmliche Übernahme durch den neuen Arbeitgeber auch in den Durchführungswegen Unterstützungskasse und Pensionszusage besteht, so wird das Ganze wieder etwas relativiert. O Von Daniel Röber, Geschäftsführer der Röber Consulting GmbH Quelle: Daniel Röber August 2019 43

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