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AssCompact 09/2018

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SOFTWARE Vergleichsprogramme – Von der Diskette zum Smartphone © MORGEN & MORGEN Die Versicherungslandschaft ist im Umbruch. Auch Analyse- und Vergleichshäuser wie MORGEN & MORGEN befinden sich im Wandel. Wurden vor 15 Jahren noch Disketten postalisch an die Kunden geschickt, können Vermittler heute das Smartphone zücken – denn die Vergleichswelt ist mobil und somit online. Eine mobile Anwendung ist jedoch nicht alles. Vor 31 Jahren erarbeiten die Geschwister Morgen die erste Vergleichssoftware für die private Krankenversicherung. Drei Jahre später wird die Software um den Vergleich für Lebensversicherungen ergänzt. Mit Tarifen von rund 40 Versicherungsunternehmen deckt man damals den Markt nahezu komplett ab. Über zehn Jahre später folgen die Vergleiche für Altersvorsorge und Komposit. Die Installation läuft über Disketten, später über Compact Disks. Jede Diskette wird händisch beklebt. Eine Aktualisierung erfolgt ungefähr alle zwei Monate. Das bedeutet, dass Mitarbeiter von M&M regelmäßig ca. 3.000 Disketten bekleben. Die damalige analoge Programmwelt ist geprägt von deutlich weniger Versicherungsprodukten mit einer einfacheren Tarif- und Produktstruktur. Die Prozesse können nur autark initiiert werden. Vergleich und Antragseinreichung sind nicht ohne Medienbruch möglich. Wechsel in die Online-Programmwelt 2011 stellt M&M die neue Generation des Online Vergleichsund Analyseprogramms für Versicherungsvermittler vor – zunächst für das Modul Leben. Die Online-Programmwelt ermöglicht eine Vielzahl von Berechnungsfunktionalitäten, eine eigene Kundenverwaltung, Beratungsdokumentationen mit Textbausteinen, VVG-konforme Angebotserstellung und Schnittstellen zu den gängigsten Maklerverwaltungsprogrammen. Bereits wenige Monate später wird die Online-Software um das Modul Kranken erweitert. 2014 ergänzt das Modul Komposit die Software. Die Analysten beobachten, dass Kunden sich vermehrt über das Internet informieren bevor sie in die Beratung mit ihrem Versicherungsmakler gehen. M&M entwickelte aus diesem Grund noch im selben Jahr einen Endkundenrechner für Versicherungsmakler; dieser kann in die bereits bestehende Website von Vermittlern eingebunden werden. Die allgegenwärtige Digitalisierungswelle erhöht die Geschwindigkeit in allen Bereichen. Wurde vor zehn Jahren noch alle zwei Monate ein Update mit Tarifneuheiten eingespielt, so wird die Online-Software mindestens zweimal im Monat aktualisiert. Updates wie die elektrische Unterschrift und Risikoprüfung sind 2015 der konsequente nächste Schritt, um die ersten Digitalisierungswellen in der Branche einzuleiten. Updates in Echtzeit, Antragsgenerierung auf Knopfdruck und die Risikoprüfung am Point of Sale zeigen, wohin sich der Markt bewegt. Der Weg zur mobilen Nutzung M&M reagiert auf den veränderten Markt mit einem kompletten Relaunch der Software. Die infolge der Digitalisierung erhöhte Geschwindigkeit trifft auch das Analysehaus. Die Technik von vor fünf Jahren ist nun nicht mehr „State of the Art“. Aus diesem Grund bringt die IT des Hauses eine HTML5-basierte Anwendung auf den Weg. Das Ziel ist eine intuitive Vergleichsplattform, die sowohl mit Laptop als auch mit Tablet und Smartphone zu bedienen ist. Der komplette Antragsprozess wird zukünftig auf jedem Endgerät papierlos abzuschließen sein. Angefangen bei der elektronischen Risikoprüfung bis zur digitalen Unterschrift und Einreichung des 124 September 2018

Antrags, beraten Vermittler zukünftig ohne Medienbruch. Die Sorge der Vermittler ist aktuell groß, einen Kunden aufgrund neuer digitaler Angebote zu verlieren. Der Mensch mit seinen Erfahrungen, seiner Intuition und Empathie wird aber nicht durch eine Maschine ersetzt werden können. Der Vermittler muss sich die digitalen Errungenschaften zunutze machen und in seine eigenen Beratungsprozesse integrieren. Dass sich die Beratungswelt verändert, steht außer Frage. Aber es ist an dem Vermittler, die neuen Prozesse proaktiv mitzugestalten und sich die digitalen Produkte zunutze zu machen. Aktuell gilt es, den hybriden Spagat zu schaffen. Die Generation 50plus hält oftmals noch an der Offline-Welt fest. Die Generation Y hingegen wurde quasi mit dem Smartphone in der Hand geboren. Während früher Liebesbriefe in mühevoller Handarbeit geschrieben wurden, googelt die junge Generation via Sprachbefehl nach einem passenden Liebesbekenntnis. Das beschreibt die aktuelle Situation ganz gut: Das Tempo und die Anspruchshaltung nehmen zu, es muss schnell und effizient sein. Veränderung der Produkte Die Digitalisierung selbst bringt aber natürlich auch neue Risiken und damit neue Versicherungsprodukte hervor. Es strömen immer mehr Annex- und Spezialprodukte auf den Markt. Zugleich lassen sich durch digitale Technologien einzelne Produkte auf die Bedürfnisse einzelner Kundengruppen erheblich besser zuschneiden. Modular aufgebaute Policen zur Absicherung von temporären Risiken und Ausschnittdeckungen werden zunehmen. Auch komplexere Produktlandschaften stellen Vergleichshäuser vor neue Herausforderungen. Klassische Produkte werden neu erfunden und modifiziert. In der Wohngebäudeversicherung drängen beispielsweise All-Risk- Tarife auf den Markt, die unter anderem Hausratleistungen einschließen. In der Unfallversicherung werden Versicherungen nach Haftpflichtprinzip konzipiert. Aktuell gibt es noch große Unterschiede bei den Versicherern. Klar ist: Wer digital nicht stattfindet, findet in der Zukunft gar nicht mehr statt. Alte IT-Strukturen, komplizierte, nicht ineinandergreifende Prozesse und festgefahrene Denkweisen müssen zwingend verschwinden. Datenmengen und ihre Folgen Die Digitalisierungsprozesse haben alle eines gemeinsam: Die immer größer werdende Datenmenge überfordert die Unternehmen. Daten und Informationen gehören zum Grundkapital einer Versicherung. Es gilt, intelligente Analyseverfahren und Algorithmen zu finden, die die Datenmengen sinnvoll auswerten. Entscheidungen werden auf dieser Datenbasis getroffen – die Produktentwicklung kann nicht näher am Kunden stattfinden, denn seine Daten sind das Fundament. Die Dynamik wird schneller Flexibilität und Spontaneität stehen im Fokus der Konsumenten: Transparenz, Geschwindigkeit und eine situative Beratung – der Kunde erwartet eine hybride Betreuung. Betrachtet man die Wachstumsraten im Online-Banking, sieht man einen klaren Trend: Laut dem Statistikportal Statista gaben 50% der befragten Deutschen an, ihre Bankgeschäfte im Jahr 2018 online zu erledigen. 2010 waren das noch 35%. Die Zahl der online-affinen Konsumenten wird stetig größer. Flexibilität und Spontaneität stehen im Fokus der Konsumenten: Transparenz, Geschwindigkeit und eine situative Beratung – der Kunde erwartet eine hybride Betreuung. Dieser Wunsch ist nicht mehr unweigerlich an ein persönliches Gespräch vor Ort gekoppelt: Videokonferenzen, Online-Chats und die Messenger-Funktionen in Social Media gewinnen auch in der Versicherungsbranche an Bedeutung. Alle Marktteilnehmer müssen sich grundlegend und ständig mit ihren Leistungen auseinandersetzen. Die Technik von gestern kann morgen schon wieder aus der Mode sein. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit – niemals hatte der Satz mehr Bedeutung. Das digitale Zeitalter fordert deutlich mehr Agilität als noch vor zehn Jahren. Wir sehen uns also auf Instagram in der nächsten Instastory. W Von Peter Schneider, Geschäftsführer, und Jennifer Ebing, Marketing/PR, der MORGEN & MORGEN GmbH September 2018 125

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