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AssCompact 09/2018

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ASSEKURANZ Digitaler

ASSEKURANZ Digitaler Brandschutz Datenklau, Hacks, digitale Erpressung: Die Zahl der Hackerangriffe nimmt zu, Ebenso rasant steigt die Nachfrage nach Cyberversicherungen. Um im Ernstfall hohen finanziellen Schaden abzuwenden, bietet die AXA umfassenden Cyberschutz an. © Daniel Berkmann – Fotolia.com Viereinhalb Tage lang ging in etlichen Werken des Nivea- Herstellers Beiersdorf nichts mehr. Sämtliche Produktionsanlagen standen still, Computer und Telefone waren offline. Tausende Mitarbeiter mussten auf ihr Gehalt warten. Verantwortlich für den Produktionsausfall, der Schätzungen zufolge Schäden in Millionenhöhe verursacht hat, war die Cyberattacke „Petya“. Hinter dem harmlos klingenden Namen steckt eine Schadsoftware, die im Juni 2017 neben Beiersdorf auch noch zahlreiche andere Industrieschwergewichte attackiert hat, etwa den Lebensmittelkonzern Mondelez oder die Reederei Maersk. Das Ziel der sogenannten Ransomware: Daten verschlüsseln und damit kidnappen, um von Firmen und Organisationen Lösegeld zu erbeuten. Es war nicht der erste Angriff dieser Art. Keine sechs Wochen vor „Petya“ hatte die „Wannacry“-Cyberattacke an den Grundfesten der digitalen Ökonomie gerüttelt und mehr als 200.000 Rechner in 150 Ländern blockiert. Zwar erbeuteten die Täter wohl nur wenige zehntausend Euro, die Schäden beliefen sich dafür nach Schätzungen des Antivirus-Software- Unternehmens McAfee aber auf mehrere Milliarden Euro. Besonders erschreckend: Selbst ein Jahr nach Beginn der „Wannacry“-Attacke ist die Schadsoftware offenbar immer noch aktiv. So erwischte es Ende März den Flugzeugbauer Boeing. Der Flugzeugbauer konnte den Angriff nach eigenen Angaben aber schnell eindämmen. Zahl der Cyberangriffe enorm gestiegen Die Beispiele zeigen, wie leicht es für Cyberkriminelle mittlerweile ist, von außen bis ins Herz eines Systems vorzudringen und in kürzester Zeit erheblichen Schaden anzurichten. Eine einzige Cyberattacke kann hunderttausende Unternehmen und Privatpersonen gleichzeitig treffen. Das Risiko, Opfer von Cyberkriminellen zu werden, ist enorm gestiegen. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Jahr 2016 mehr als 82.000 solcher Straftaten registriert. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist, weil viele Betroffene aus Angst um ihre Reputation schweigen. Mit der Zahl der Hackerangriffe steigt auch die Nachfrage nach Cyberversicherungen, die im Ernstfall den Schaden ersetzen. Bislang steckt der Markt in Deutschland verglichen mit Ländern wie Großbritannien oder den USA noch in den Kinderschuhen. Während US-Firmen jährlich rund 3 Mrd. US-Dollar für solche Policen ausgeben, sind es in Deutschland gerade einmal gut 90 Mio. Euro. Beobachter rechnen für die kommenden Jahre mit einer Vervielfachung des Geschäfts: Das Prämienvolumen bei Cyberpolicen dürfte sich einer KPMG-Studie zufolge im deutschsprachigen Raum im Jahr 2036 auf bis zu 20 Mrd. Euro erhöhen. Schutz für den Ernstfall Die Versicherungswirtschaft hat das Potenzial erkannt. Laut GDV boten im Jahr 2017 neben AXA noch 35 weitere Versicherer hierzulande Cyberpolicen an. Die Mehrheit der Anbieter richtet sich mit ihren Angeboten ausschließlich an Kunden aus der Industrie, aber immer mehr Angebote richten sich an den Mittelstand und kleine Unternehmen. Auch AXA bietet eine Cyberversicherung speziell für Unternehmen an. Aber auch Privatpersonen können bei AXA zu ihrer Hausratsversicherung einen Zusatzbaustein „Internetschutz“ abschließen, um sich gegen die Risiken aus dem Netz abzusichern. Davon gibt es reichlich. Für Privatpersonen sind das in der Regel: Identitätsdaten- oder Zahlungsmitteldatendiebstahl, also die missbräuchliche Nutzung personenbezogener Daten wie beispielsweise Anschriften oder Kreditkartennummern. Ein sehr hohes Potenzial Welche Angebote und Einzelbausteine von Cyberpolicen sich konkret für den Einzelnen eignen, hängt stark vom persönlichen Verhalten im Internet ab. Mit dem AXA-Hausrat-Zusatzbaustein „Internetschutz“ können sich Privatkunden beispielsweise explizit gegen finanzielle Verluste beim Online-Shopping absichern. Kommt es dabei durch Betrug oder vertragswidriges Verhalten des 34 September 2018

Händlers zu Konflikten, übernimmt AXA bis zu dreimal im Jahr den Schaden. Das Potenzial im Privatkundenbereich ist enorm: Im vergangenen Jahr war in Deutschland gerade einmal 1% aller Haushalte dezidiert gegen Cyberrisiken versichert, zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov vom September 2017. Zugleich könnte sich jeder fünfte Befragte vorstellen, eine Versicherung abzuschließen. Konzerne sollten sich umfassend gegen Cyberrisiken versichern. Unverzichtbar: Das Absichern wirtschaftlicher Schäden, etwa wenn durch die Cyberattacke die Produktion lahmgelegt wird. Der britische Beiersdorf-Konkurrent Reckitt Benckiser, der im Juni 2017 ebenfalls Opfer von „Petya“ wurde, schätzt den dadurch verursachten Umsatzverlust auf rund 100 Mio. Britische Pfund. Die Malware legte unter anderem Produktionsstätten des Konzerns lahm, befiel Computer in der Verwaltung und im Vertrieb. Es dauerte fast zwei Monate, bis alle Systeme wieder vollständig hergestellt waren. Fachkundige Expertenberatung Hier kann eine Cyberversicherung ansetzen und helfen, den Schaden zu begrenzen. Die ByteProtect-Police von AXA bietet Unternehmen die Möglichkeit, Cyberrisiken präzise nach ihrem individuellen Bedarf abzusichern. Denn je nach Branche und Geschäftsmodell ist jedes Unternehmen anderen Gefahren ausgesetzt. Acht flexibel kombinierbare Bausteine sorgen für Versicherungsschutz etwa gegen Ertragsausfall, Rufschädigung und Haftpflichtschäden. Für kleine und mittelständische Unternehmen übernimmt wiederum der Profi-Schutz-Baustein „Cyber“ von AXA bei lahmgelegten IT-Systemen Kosten für die Beseitigung der Schadsoftware und die Wiederherstellung von Daten und Programmen. Auch Mehrkosten, die ein Unternehmen stemmen muss, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, sind durch die Police gedeckt. Kosten für Krisen- und Kommunikationsberatung oder Kosten aufgrund Datenschutzverletzungen sind ebenso versichert wie die Übernahme von Haftpflicht ansprüchen Dritter aufgrund eines Hackerangriffs. Versichert sind Schadenfälle bis zu einer Höhe von 250.000 Euro. Gerade in Ausnahmesituationen ist es wichtig, dass Betroffene schnellstmöglich Fachleute hinzuziehen, damit sich ein digitaler Brand nicht unkontrolliert ausbreitet. IT-Sicherheitsexperten können die Schwere des Angriffs besser einschätzen und umfassende Gegenmaßnahmen einleiten. AXA kooperiert deshalb mit dem Informations- und Telekommunikationsdienstleister T-Systems, der über eine Hotline rund um die Uhr für gewerbliche Kunden erreichbar ist. Nach dem Angriff stehen die IT-Experten dem Unternehmen als Berater zur Seite und geben Ratschläge, wie sich ein erneuter Schlag abwenden lässt. Unterstützer im Kampf gegen Cybercrime Oftmals genauso wichtig wie der Schutz der eigenen Systeme ist für Unternehmen ihre Reputation. Die kann durch einen Cyberangriff schnell erheblichen Schaden nehmen, wenn die Attacke publik wird und Kunden um die Sicherheit ihrer Daten bangen. In einer solchen Situation ist eine schnelle und offene Kommunikation gefordert. Unternehmen sollten sich dabei von erfahrenen Krisen- und Kommunikationsfachleuten beraten lassen. Auch hier helfen die Cyberpolicen: Bei Bedarf stellt sie Kontakt zu PR-Spezialisten her, AXA übernimmt sogar die Kosten für die Beratung. Künftig werden Soforthilfen dieser Art bei Cyberpolicen weiter an Bedeutung gewinnen. Denn im Zentrum steht für Kunden selten allein die Versicherung, sondern immer das breite Feld IT-Sicherheit. Mit Maßnahmen wie dem Einrichten einer 24-Stunden-Notfallhotline positionieren sich Assekuranzen für ihre Kunden als Dienstleister über den reinen Schadens - ersatz hinaus. Und Portale wie die Informationsplattform 8com, die Mitarbeitern als zentraler Anlaufpunkt zu Fragen rund um die Informationssicherheit dient, schaffen die nötige Sensibilität, um Cyberkriminellen Angriffe zu erschweren. AXA-Kunden, die eine Cyberpolice abgeschlossen haben, können das Portal zu vergünstigten Konditionen nutzen. So werden Versicherer von Betroffenen nicht nur als Regulierer wahrgenommen, wenn der Schaden bereits geschehen ist, sondern als Unterstützer im Kampf gegen Cybercrime. W Von Thomas Primnitz, Leiter Maklervertrieb Komposit bei der AXA Konzern AG September 2018 35