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AssCompact 09/2018

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ASSEKURANZ © Soloviova

ASSEKURANZ © Soloviova Liudmyla – Fotolia.com 80.000-mal um die Erde Das Segment Autoinhalt öffnet sich für Privatkunden. Gut so, denn die Deutschen sind so viel unterwegs wie nie. Zwar ist der Trend zum Fahrrad erkennbar, insgesamt bleibt das Auto aber Verkehrsmittel Nummer eins, in der Freizeit auch das Wohnmobil. Gleichzeitig wird das Feld komplexer. Was das Segment ausmacht und wie seine Zukunft aussehen kann. Im Schnitt legen wir hierzulande pro Tag 3,2 Milliarden Kilometer zurück. Umgerechnet schaffen wir es also 80.000-mal um die Erde. Das hat die Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ (MiD) im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums ergeben. Bei der Wahl des Verkehrsmittels sind wir Gewohnheitstiere: Egal ob Smartphones, Tablets, mobile Navis oder iWatch – sie fahren mit und bleiben oft auch mal im Fahrzeug liegen. All diese Dinge bestimmen unseren Alltag. Und nicht nur das: Zusammengerechnet kommen erhebliche Werte zusammen. Obwohl Rad, Bus und Bahn besonders im urbanen Raum zulegen, bleibt das Auto der Liebling. 57% der täglichen Wege legen wir damit zurück. In Kleinstädten und Dörfern sind es sogar 70%. Diese Vorliebe spiegelt sich auch auf Deutschlands Auffahrten und Parkplätzen wider: 43 Millionen private Autos sind dort zu zählen – das macht mehr als eines pro Haushalt. Die Fahrgewohnheit hält sich, anders die „Mitfahrer“. Altbekannte wie Portemonnaie und Handtasche sind geblieben. Bedingt durch die Digitalisierung und das mobile Internet sind in den vergangenen Jahren vor allem elektronische Geräte dazugestoßen: Egal ob Smartphones, Tablets, mobile Navis oder iWatch – sie fahren mit und bleiben oft auch mal im Fahrzeug liegen. All diese Dinge bestimmen unseren Alltag. Und nicht nur das: Zusammengerechnet kommen erhebliche Werte zusammen, die täglich Strecke um Strecke mit uns im Wagen zurücklegen. Blick in den Alltag Für Privatkunden wird damit relevant, was für Gewerbekunden am deutschen Markt bereits gängig ist: die Absicherung des Autoinhalts, also loser Gegenstände im Wagen. Wo das Thema relevant wird, zeigt ein Blick in den Alltag: Da ist die Familien-Einkaufstour in der Stadt. Für das abschließende Abendessen ist das Auto in einer Nebenstraße geparkt. Die neuen Errungenschaften, darunter die Spielekonsole oder Spiegelreflexkamera, lagern auf dem Rücksitz. Oder der Konzertbesuch, bei dem der Wagen bis spät in die Nacht auf einem unbewachten Parkplatz wartet. Nur Bargeld, Schlüssel und Smartphone werden mitgenommen. Andere Dinge, etwa Ausweise, Geldkarten oder die Markenjacke bleiben im Auto. In beiden Fällen ist es ärgerlich, wenn all das bei der Rückkehr nicht mehr da ist und ersetzt werden muss. Ein weiteres Beispiel sind Unfälle. Eine unvorher - gesehene Bremsung und jemand fährt an der Ampel auf. Die Tasche mit Tablet oder Notebook fliegt vom Rücksitz nach vorne, ihr Inhalt nimmt Schaden. 38 September 2018

Wer zahlt? Die Beispiele zeigen: Das Segment ist vielfältig. Das will möglichst umfangreich abgefangen sein. Die Hausratversicherung schafft das zum Teil. Die Klausel „Diebstahl aus Kfz“ leistet maximal einen Basisschutz, die Außenversicherung greift in diesem Bereich nicht. Für den Urlaub lässt sich zwar eine Reisegepäckversicherung abschließen. Beide Varianten schließen aber gerade elektronische Geräte, also die neuen „Mitfahrer“ aus. Gleiches gilt für Bargeld, Wertpapiere oder hochwertige Accessoires. Hinzu kommen je nach Produkt weitere Einschränkungen. Darunter fällt auch die Begrenzung auf bestimmte Tageszeiten in der Standarddeckung vieler Hausratprodukte. Kfz-Kaskoversicherungen beziehen sich nur auf fest verbaute Fahrzeugteile. Vor diesem Hintergrund steigt die Bedeutung des Segments. Versicherungssache Autoinhalt Entsprechende Produkte sollten nicht nur Diebstahl bzw. Einbruchdiebstahl abdecken. Im Idealfall erstreckt sich ihre Leistung auch auf Raub, Unfälle, Brand, Explosion, Sturm oder Hagel. Weitere wichtige Punkte sind der Geltungsbereich (europa-/weltweit), abgedeckte Fahrzeugtypen, der Umfang des Nutzerkreises sowie die Höhe der Versicherungssummen und 24-Stunden- Deckung. Die Liste der versicherbaren Dinge sollte neben elektronischen Geräten auch Wertsachen, Bargeld, Ausweise sowie Accessoires/Einkäufe umfassen. Da die Zahl der Pendler, die mit dem Wagen unterwegs sind, immer noch wächst, sollten auch der Inhalt von Dienstwagen und beruflich Genutztes (z. B. Diensthandys/-notebooks) versicherbar sein. hinaus gefragt. Laut Auto Club Europa (ACE) nimmt das Wintercampen zu. Egal ob Wohnmobil, -wagen oder Camper – wer damit unterwegs ist, verlagert seinen Hausrat im Prinzip auf vier Räder. In Sachen Versicherungsschutz müssen Speziallösungen her. Der Bund der Versicherten (BdV) verweist auf Inhaltsversicherungen für Campingfahrzeuge. Entsprechende Produkte bieten zum Beispiel die RMV, der ADAC, die KRAVAG oder die Zurich Gruppe. Die Leistungseinschlüsse gestalten sich je nach Anbieter unterschiedlich. Zudem sind sie eben nur auf Campingfahrzeuge beschränkt. Ergänzt um entsprechende Bausteine für Campingfahrzeuge kann eine private Autoinhaltsversicherung die umfassende Alternative sein. In diesem Fall sind die privaten Pkw der Familie mit inbegriffen. Für häufige Nutzer entsprechender Angebote sind zusätzlich Module für Mietwagen interessant. Ausblick: Das geteilte Auto Wo sich das Segment noch hinbewegen kann, zeigt das Beispiel Carsharing. Rund zwei Millionen Menschen nutzen es nach Angaben des Bundesverbands CarSharing (bcs) derzeit. Die Mitgliederzahl steigt vor allem in Großstädten. Wo sich das Segment noch hinbewegen kann, zeigt das Beispiel Carsharing. Rund zwei Millionen Menschen nutzen es nach Angaben des Bundesverbands CarSharing (bcs) derzeit. Die Mitgliederzahl steigt vor allem in Großstädten. Dort hat laut MiD-Studie schon mehr als jeder zehnte Haushalt eine Mitgliedschaft. Zwar falle die tatsächliche Nutzung noch verhalten aus – vier von zehn Carsharern greifen demnach selten auf den gewählten Dienst zurück. Angesichts der Verkehrslage in den Großstädten und des steigenden Umweltund Kostenbewusstseins der Menschen wird sich das aber ändern. In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der Carsharing-Nutzer laut bcs kontinuierlich gestiegen. Dann kommt es darauf an, auch diese neuen Mobilitätsformen mit einzubeziehen und entsprechende Optionen in private Autoinhaltsversicherungen zu integrieren. W Spezialfall Camper & Co. Ein Sonderfall sind Campingfahrzeuge. Aktuell zählt das Kraftfahrt-Bundesamt rund 487.000 Wohnmobile in Deutschland, Tendenz steigend. Laut Caravaning Industrie Verband (CIVD) wurden im vergangenen Jahr 15,5% mehr Reisemobile zugelassen als 2016. Längst sind das Wohnmobil und seine Verwandten auch über den Sommer Von Alexander Kanther, Produktmanager Autoinhalt bei der Ammerländer Versicherung September 2018 39