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AssCompact 09/2018

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© Elnur – Fotolia.com INVESTMENT Die fünf Megatrends der Zukunft in der Kapitalanlage Die Investmentgesellschaft BlackRock hat fünf Megatrends, die weltweit Einfluss auf die Kapitalmärkte haben, identifiziert. Diese Zukunftsthemen wirken auf Investmentprozesse und werden in den nächsten Jahren auch die Geldanlagen prägen. Megatrends können enorme transformative Kräfte freisetzen, die die Wirtschaft, die Unternehmenswelt und die Gesellschaft insgesamt umwälzen. Disruptiv nennt man das heute. Diese Zukunftsthemen bergen das Potenzial, Veränderungen in allen Bereichen unseres persönlichen Lebens zu bewirken. Und auch die Psychologie spielt hier eine wichtige Rolle in Form von Erwartungen und manchmal auch Befürchtungen, denn Megatrends bringen oft Veränderungen mit sich, die einige Menschen verunsichern. Und natürlich können Megatrends faktisch und psychologisch auch Einfluss auf die Kapitalmärkte haben. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, sie auch proaktiv in Investmentprozesse einzubeziehen. Bedeutend sind dabei diese fünf Megatrends: 1. die Verschiebung der globalen Machtzentren in Richtung Osten – insbesondere nach China, 2. der demografische Wandel, 3. der technologische Wandel, 4. der Trend zur Nachhaltigkeit, 5. der Trend zur Urbanisierung. Alle diese fünf Trends haben drei Dinge gemeinsam: Sie treten in jeder Region der Welt auf, sind epochal und wirken in alle Bereiche des menschlichen Daseins hinein und haben somit auch einen wichtigen Einfluss auf Volkswirtschaften und Finanzmärkte. 1. Verschiebung der globalen Machtzentren in Richtung Osten – insbesondere nach China Chinas Aktienmarkt hat mit der Aufnahme von rund 230 A-Shares in den MSCI Emerging Markets Index im Juni stark an Bedeutung gewonnen. Da sich sehr viele ETFs an dem Index orientieren, wandern diese Wertpapiere in viele Portfolios. Und das ist erst der Anfang. An Chinas Börsen werden insgesamt rund 3.000 Aktien gehandelt. Wahrscheinlich werden bald weitere Aktien in den MSCI Emerging Markets Index aufgenommen. Die ökonomische Musik spielt heute in Asien. Bei BlackRock teilen wir Emerging Markets generell in Rohstoff-Exporteure und Rohstoff-Importeure ein. China wird aber gesondert betrachtet, denn das Reich der Mitte ist mit Abstand das größte und wichtigste Schwellenland und trägt ein Drittel zum globalen Wachstum bei. China befindet sich bereits seit mehreren Jahren in einem groß angelegten Transformationsprozess hin zu einer Volkswirtschaft, die nach Planungen der Regierung in Peking bald weniger vom Export in den Westen abhängen soll. 2. Demografischer Wandel Nie waren ältere Menschen körperlich, geistig und seelisch fitter als heute. Durch den medizinischen Fortschritt werden Menschen immer älter. Das wirkt sich auf den Konsum und die Arbeitswelt aus. Laut WHO werden 2050 ungefähr zwei Milliarden Menschen 60 Jahre und älter sein. Die Alterung unserer Gesellschaft birgt dann Potenziale, wenn wir sie als einen individuell, gesellschaftlich und kulturell gestaltbaren Prozess begreifen. Und nicht als Gefahr. Der Jugendwahn war in diesem Zusammenhang wohl auch eher eine Sackgasse als ein Megatrend. 68 September 2018

3. Technologischer Wandel Die technologische Revolution schreitet in vielen Bereichen unseres Lebens, der Gesellschaft und in vielen Unternehmen immer weiter voran. Das alles kann tiefgreifende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Anleger, die sich der Marktrisiken, aber auch der Chancen bewusst sind, denen viele Unternehmen (Stichwort „disruptive Geschäftsmodelle“) durch diese Entwicklungen ausgesetzt sind bzw. die diese ergreifen können, sind in der Lage, in die Gewinner dieser Entwicklung zu investieren und die Verlierer zu meiden. Denn nahezu jeder Lebensbereich und jede Altersgruppe wird heute von der Digitalisierung erfasst. Egal ob Kindergarten, Schule, Seniorenstift, Arbeit oder Freizeit: Es entsteht eine neue „Digitalkultur“, die Gesellschaft und Wirtschaft transformiert und vielleicht auch revolutioniert. Ein Grundprinzip ist das der Vernetzung, das Menschen jenseits von Orten und Herkunft miteinander verbindet – mobil und oft in Echtzeit. Partizipation, Transparenz und Offenheit sind die Werte der „Digitalkultur“, moderne Technologien sind ihr „Ermöglicher“ – auch für innovative Geldanlagen. Im Digitalisierungsindex sind zum Beispiel die großen Player der Branche vertreten wie Alphabet, Amazon oder Facebook, ebenso erfolgreiche Newcomer aus Schwellen ländern wie Südkorea und Brasilien. Die derzeit fünf wertvollsten Unternehmen der Welt kommen alle aus diesem Bereich (Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook). Nachhaltiges Investieren, vor allem unter dem Schlagwort ESG aktuell in vieler Munde, ist einer der größten Investmenttrends der letzten Zeit. Wobei dieser Trend gerade erst so richtig Fahrt aufzunehmen scheint. Nachhaltiges Investieren umfasst dabei weitaus mehr als nur das Meiden gewisser Industrien („rote Listen“) oder den Fokus auf ökologische Aspekte. Starke Governance- Strukturen etwa oder aber auch soziale Komponenten spielen eine wichtige Rolle. Neue ESG-Benchmarks und Produkte machen den Trend über verschiedene Regionen und Asset-Klassen hinweg immer mehr Kunden zugänglich. ESG dient vor allem dem Risikomanagement und kann Portfolios nachhaltiger und sicherer machen. Aber auch die Asset-Klassse „Impact Investing“ – also die Verbindung von monetären und nicht-monitären Investmentzielen – findet immer mehr Anhänger. Einer der Gründe für den Erfolg von ESG dürfte sein, dass die Zeiten, in denen Investoren einen Kompromiss zwischen nachhaltigem Investieren und Rendite schließen mussten, eher der Vergangenheit angehören. Erste Studien zeigen, dass ESG-Investments vor allem über einen längeren Investmenthorizont hinweg das Rendite-Risiko-Profil eines Portfolios verbessern können. US-Unternehmen mit Bestnoten bei wichtigen Nachhaltigkeitskennzahlen verzeichnen nicht selten eine deutlich bessere Wertentwicklung als Unternehmen mit schwacher Nachhaltigkeitsbilanz. Und eine Studie zeigt auch, dass zum Beispiel Stiftungen oder Family Offices mit der Erreichung der monetären und nicht-monetären Ziele ihrer Impact Investments überwiegend zufrieden sind. 5. Urbanisierung Erstmals in der Geschichte der Menschheit lebt heute über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, es ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Metropolen und urbanen Zentren. Die Dynamik der Urbanisierung ist in den Schwellen- und Entwicklungsländern besonders hoch. Aber selbst in hochentwickelten Industriestaaten ist die Landflucht ungebrochen. Die Städte der Zukunft werden vielfältiger, vernetzter, lebenswerter und in jeder Hinsicht „grüner“ sein. Das bedeutet aber auch hohe Anforderungen an Infrastruktur und Verkehrsplanung. Smart Cities ist hier ein wichtiges Stichwort. Fazit Smarte Technologien, veränderte Arbeitswelten, demografischer Wandel: Die Welt verändert sich und globale Megatrends werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Landschaft in den kommenden Jahren prägen. Richtungsweisende Faktoren, die sich auch bei Geldanlagen bemerkbar machen. W 4. Nachhaltigkeit Von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei BlackRock September 2018 69

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