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AssCompact 09/2019

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MANAGEMENT & VERTRIEB

MANAGEMENT & VERTRIEB Zehn Jahre SDV AG: „Mit beiden Beinen im Markt“ Interview mit Armin Christofori, Sprecher der SDV Servicepartner der Versicherungsmakler AG Die SDV AG wurde vor zehn Jahren als Servicedienstleister für Makler gegründet. Den persönlichen Serviceaspekt betont das Unternehmen auch heute noch. Gleichzeitig gestaltet die SDV den digitalen Wandel aktiv mit und will weitere Maklerpartner von ihrem dualen Vergütungssystem überzeugen. Herr Christofori, die SDV AG feiert zehnjähriges Bestehen. Mit welchen Ideen ist das Unternehmen 2009 gestartet? Wir wollten den ersten echten Servicedienstleister erfinden. Pools und Abwicklungsplattformen in allerlei Spielarten gab und gibt es viele am Markt. Wir wollten uns davon abheben, indem wir einen Rundum-Service anbieten, aus dessen Bausteinen der Makler das für ihn optimale Modell zusammenstellen kann. Der Fokus lag dabei schon damals auf dem Thema Technik, Prozesse, IT. Es war klar, dass die Versicherungswelt sich wandeln würde. Diese damalige Annahme, die ja zwischenzeitlich zum Fakt geworden ist, war einer der Auslöser für die Gründung der SDV AG. Ein Alleinstellungsmerkmal unseres Konzepts war zudem schon damals, nicht nur mit IT auf aktuellem Stand und mit optimierten Arbeitsabläufen, sondern auch mit bestens qualifizierten Ansprechpartnern zu arbeiten. Darum haben wir bereits zum Start ausschließlich Versicherungskaufleute eingestellt. Nun sind wir zehn Jahre weiter – eine Dekade voller Wandel. Die Welt dreht sich gefühlt etwas schneller – mit welchen Auswirkungen auf die SDV AG? Zunächst einmal sind wir natürlich unglaublich gewachsen. Mittlerweile betreuen wir über 500.000 Verträge und sind Ansprechpartner für ca. 1.300 Vermittler und deren Untervermittler. Es macht uns stolz, dass sich viele unserer Annahmen von damals als richtig erwiesen haben. Unser damaliger Fokus auf die Technik hat sich bezahlt gemacht. Wir haben aber auch festgestellt, dass unsere Service-Idee – also persönliche, hochqualifi- „Wir haben festgestellt, dass unsere Service-Idee – also persönliche, hochqualifizierte Ansprech - partner für jeden denkbaren Fall zu bieten – noch immer extrem nachgefragt ist.“ zierte Ansprechpartner für jeden denkbaren Fall zu bieten – noch immer extrem nachgefragt ist. Diese Philosophie haben wir weiterentwickelt. Mittlerweile sprechen unsere Partner bei uns auch mit selbst ausgebildeten Versicherungsfachwirten, Experten, Spezialisten und Underwritern. Dieses hohe Maß an Qualität spiegelt sich auch bei unseren Partnern wider, zu denen viele überdurchschnittlich qualifizierte Makler, aber auch institutionelle Kunden wie Banken gehören. Jeder Maklerpool oder Dienstleister hat seine eigene Philosophie und damit seinen Platz am Markt gefunden. Wie ist Ihre? Ich möchte das noch einmal betonen: Wir sind Servicedienstleister. Als solcher sind wir nicht nur für die Vermittlung von Versicherungsverträgen zuständig, sondern der Makler kann sein komplettes Backoffice an uns outsourcen. Dies gilt natürlich nicht nur für gemeinsam generierte Geschäfte, sondern auch für seinen Altbestand und die Verwaltung. Wir versprechen eine Leistung und tun alles dafür, diese zu erbringen und dem Versicherungsmakler den bestmöglichen Background zu geben, um erfolgreich in die Zukunft blicken zu können. Rund um die Themen Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle erhält der Makler bei uns Lösungen und Antworten. In welche Richtung bewegen Sie sich mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung? Wir gehen den digitalen Wandel nicht nur mit, wir wollen ihn auch aktiv gestalten. Das resultiert darin, dass wir sogar als Berater für Versicherungsunternehmen auftreten, um bestimmte Abläufe entsprechend anzupassen. Viele Themen, zum Beispiel die Dokumentenlieferung und Verarbeitung per BiPRO, werden zwar oft vonseiten der Versicherungsgesellschaften dahingehend mit uns besprochen. Die praktische Umsetzung steckt aber bei den Versicherern eher noch in den Kinderschuhen. Wir dagegen sind hier sehr weit fortgeschritten und nehmen deshalb jede neue Umsetzung erfreut zur Kenntnis. Wir warten quasi darauf, anwenden zu dürfen, was wir schon können. 114 September 2019

Nun hat sich der Poolmarkt insgesamt beinahe zu einem Tech-Markt entwickelt. Wie beobachten Sie den Markt? Diese Entwicklung kommt für uns nicht überraschend. Wie schon erwähnt, haben wir das Unternehmen vom ersten Tag an entsprechend aufgestellt. Mit der Einführung der SDV Makler-App und der korrespondierenden Endkunden-App My Insure haben wir echte Meilensteine gesetzt. Auch unsere Tochterunternehmen sollte man hier erwähnen. Die Manufaktur Augsburg ist ein volldigitaler Assekuradeur und Dienstleister von der Abschlussstrecke bis zum Policenversand. Wie wohl jeder andere Marktteilnehmer beobachten wir Entwicklungen am Markt sehr genau und werden, wie in der Vergangenheit, auch entsprechend reagieren. Bleiben Sie Spezialist im Versicherungsbereich oder werden Sie Ihr Angebot erweitern? Versicherung wird immer unser Kerngeschäft bleiben. Ganz einfach weil darin unsere absolute Expertise liegt. Nicht jede Veränderung freut uns im ersten Moment, aber in der stetigen Veränderung liegt auch die größte Chance für uns. Agiles Arbeiten und die ständige Anpassung unseres Geschäftsmodells haben uns in den letzten zehn Jahren ausgezeichnet und werden künftig noch wichtiger. Im vergangenen Jahr haben Sie ein duales Vergütungssystem gestartet. Wie ist hier der aktuelle Stand? Vor dem Hintergrund der Regulierung und von Veränderungen wie dem Provisionsdeckel war klar, dass wir Vermittler dabei unterstützen wollen, auch künftig genügend Einnahmen zu generieren und ihr Unternehmen wirtschaftlich zu führen. Als Servicedienstleister lag dabei ein Weg nahe, den wir schon im Frühjahr 2018 das erste Mal beschritten haben. Service ist aufwendig und kostet Geld – und zwar vor allem denjenigen, der ihn tagtäglich beim Endkunden ausführt: den Versicherungsmakler. Qualifizierte Versicherungsmakler beraten ihre Kunden umfänglich und dauerhaft, und das meist noch „umsonst“. Das muss nicht sein. Darum stellen wir unseren Partnern eine Vereinbarung zur Verfügung, die sie mit ihren Kunden individuell ausgestaltet abschließen können. Je nachdem, was Vermittler und Kunde vereinbaren, übernehmen wir bestimmte Komponenten des Services und vor allem das Inkasso der Gebühren. Das Konzept wird gut angenommen und von einigen Partnern sehr erfolgreich betrieben. Trotzdem glauben wir, dass hier immer noch Luft nach oben ist. Ist der mögliche Eingriff in die Vergütung die größte Herausforderung für Makler? Ganz sicher. Nach den regulatorischen Stellschrauben der letzten Jahre, die vor allem viel Zeit und strukturelle Umorganisation gekostet haben, ist das die nächste Herausforderung. Aber wir sehen der Zukunft ganz optimistisch entgegen. Schließlich kommt das nicht einfach von heute auf morgen. Man kann sich darauf vorbereiten – und dabei helfen wir unseren Partnern. Wo können Makler noch ansetzen, um ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln oder neue Tätigkeiten aufzunehmen? Verbesserungspotenzial gibt es immer. Die Vermittlerlandschaft ist aber viel zu heterogen, als dass man eine pauschale Antwort darauf geben könnte. Klar ist aber, dass Maklerbetriebe schlan- schneller werden sowie in puncto Digitalisierung weiter „Klar ist aber, dass Maklerbetriebe schlanker und ker und schneller vorankommen müssen. Das spielt unserem Geschäftsmodell des Outsourcings natürlich in die Karten.“ werden sowie in puncto Digitalisierung weiter vorankommen müssen. Das spielt unserem Geschäftsmodell des Outsourcings, das in anderen Branchen seit Langem Alltag ist, natürlich in die Karten. Zehn Jahre liegen hinter Ihnen. Wollen Sie schon einen Ausblick auf das Jahr 2029 wagen? Wir haben die ferne Zukunft im Blick, konzentrieren uns aber auf die Veränderungen, die vor der Tür stehen. Wie wir alle wissen, kamen die Veränderungen der letzten zehn Jahre auch nicht aus dem Markt selbst, sondern eher von außen. Und wer weiß, was da noch für Überraschungen warten. Es ist aber beruhigend zu wissen, dass wir auf Veränderungen reagieren können. Und das wird auch in zehn Jahren noch gelten. Und wo will die SDV dann stehen? Armin Christofori Mit beiden Beinen mitten im Versicherungsmarkt – so wie jetzt. W September 2019 115

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