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AssCompact 09/2020

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ASSEKURANZ © David Fuentes – stock.adobe.com Die Renaissance der Lastenräder Die Tour zum Baumarkt, der Wocheneinkauf, die Strecke zur Kita – all das, ohne nur einmal ins Auto zu steigen. Längst nutzen viele Privatleute Lastenräder für tägliche Wege, vor allem in Städten. Seit Kurzem sind sie auch im Geschäftsleben auf dem Vormarsch. Die Lastenwunder haben Potenzial, auch für Versicherungsmakler, meint die Ammerländer. Mobilität ist das A und O im Arbeitsleben: der Fotograf, der morgens eine Projektbesprechung mit der Agentur im Norden der Stadt hat und zwei Stunden später im Süden ein Fotoshooting. Die mobile Friseurin, die von einem Kunden zum nächsten fährt. Der Gärtner, der mitsamt Arbeitsgerät seine weit verstreuten Projekte betreut. Egal ob Freiberufler, Handwerker oder Dienstleister – sie alle wollen und müssen sich flexibel bewegen können. Weil für viele von ihnen weder das Auto noch Bus oder Bahn infrage kommen, greifen sie auf Altbewährtes zurück und schwingen sich in den Fahrradsattel. Das Lastenrad erlebt eine Renaissance. Rad mit Geschichte Lastenräder sind Fahrräder, die durch ihre Bauweise für den Gütertransport gemacht sind. Parallel werden auch die Begriffe „Transportrad“ oder „Cargobike“ verwendet. Was viele nicht wissen: Lastenräder sind keine moderne Erfindung. Schon vor rund 200 Jahren waren sie auf den Straßen zu sehen. Damals nutzten zum Beispiel der Handel oder Kurierdienste die Transporträder. Zu den Ur-Typen gehören daher das heute noch bekannte Bäcker- und das Postfahrrad, muskulär betriebene Räder mit verstärktem Front-Lastenträger über dem Vorderrad. Lastenrad-ABC Die Ur-Modelle gibt es immer noch, allerdings hat das hohe Innovationstempo der Radbranche dafür gesorgt, dass sich Lastenräder deutlich weiterentwickelt haben. Die Modellvielfalt ist groß. Neben einspurigen Bauformen sind auch unterschiedliche zweispurige Varianten verbreitet. Alle haben den stabilen Rahmen gemeinsam und erlauben eine höhere Zuladung als zum Beispiel das Bäckerfahrrad. Je nach Modell sind es bis zu 200 Kilogramm. Entweder findet die Fracht auf einer simplen Ladefläche Platz oder in einer fest verbauten Transportbox. Immer häufiger sorgen E-Antriebe dafür, dass weite Wege gut zu bewältigen sind und sich auch schwere Fracht noch bewegen lässt. Besonders beim Anfahren mit beladenem Rad ist der Antrieb nützlich. Auch Lenkung und Bremsen entwickeln sich ständig weiter. Die Modelle unterscheiden sich darin, wie die Ladefläche angelegt ist und wie der Radstand aussieht. Einer der Klassiker unter den Lastenrädern ist das Longjohn-Modell. Es ist ein einspuriges Cargobike, bei dem sich die Lastenfläche zwischen Vorderrad und Lenker befindet. Das Resultat ist ein langer Radstand. Für den günstigen Schwerpunkt ist die Fläche etwas vertieft angelegt. Der Gegenspieler ist der ebenfalls einspurige Longtail, bei dem sich ein großer Lastengepäckträger hinter dem Fahrradsattel befindet. Bei 30 September 2020

den mehrspurigen Varianten ist meist eine Frachtkiste zwischen den zwei Vorderrädern verbaut. Diese Lösung fährt sich stabiler als die einspurigen Kollegen, sie ist verglichen mit ihnen aber auch weniger wendig. Vielseitig einsetzbar Ganz gleich, auf welches Modell die Wahl fällt, in der Praxis sind Cargobikes vielseitig einsetzbar. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Transportbox bzw. die Ladefläche sorgen dafür, dass die Fotoausrüstung, Arbeitsgeräte oder selbst sperriges Baumaterial mitfahren können. Die laufenden Kosten sind geringer als beim Auto und die Parkplatzsuche fällt deutlich einfacher aus. Auch wenn die Straßen mit Autos verstopft sind, kommt man mit dem Lastenrad noch flink voran. Ihnen stehen zudem mehr Wege als dem Auto offen, zum Beispiel Fahrradstraßen. Hinzu kommen die positiven Effekte für die eigene Gesundheit und das Klima. Deutschland ist wichtigster Markt Das lässt die Verkaufszahlen in Deutschland deutlich steigen, so der Zweirad- Industrieverband (ZIV). In den vergangenen vier Jahren habe das jährliche Plus zwischen 40 und 80% gelegen. Im Jahr 2016 seien 15.000 Lastenräder verkauft worden, 2019 seien es schon rund 75.500 gewesen. Besonderes Potenzial haben E-Cargobikes bewiesen, die laut ZIV zweieinhalbmal so häufig verkauft werden wie muskulär betriebene Lastenräder. Diesen Aufwärtstrend bestätigt auch der „European Cargo Bike Industry Survey“. In der erstmalig durchgeführten Studie gaben 16 von 38 befragten Cargobike-Firmen Deutschland als ihren wichtigsten Markt in Europa an. Von 2018 auf 2019 habe das Verkaufswachstum europa weit bei 60% gelegen. einen E-Antrieb besitzen oder nicht, kosten Cargobikes leicht 2.500 Euro oder mehr. Das macht eine umfassende Versicherung sinnvoll, die die Alltagsrisiken absichert. Diebstahlschutz ist ein Muss, greift allein aber zu kurz. Diese Versicherungsleistungen müssen sein Ebenso sollte Teilediebstahl abgedeckt sein. Bei täglichem Gebrauch fallen auch bei hochwertigen Rädern Reparaturen an, zum Beispiel nach einem Unfall, Vandalismus oder verursacht durch Verschleiß. Reparaturkosten sollten daher abgefedert sein, auch bei Bagatellschäden. Fällt das Lastenrad länger aus, muss die Arbeit trotzdem weitergehen. Die Kosten für ein Ersatzfahrrad sollten also abgefangen werden. Wer ein gewerblich genutztes E-Lastenrad absichert, sollte sicherstellen, dass Feuchtigkeits- und Elektronikschäden an Akku und Motor abgedeckt sind. Generell ist eine Neuwertentschädigung unverzichtbar. Bislang sind Versicherungsprodukte für Lastenräder von Freiberuflern und anderen Selbstständigen mit solch einem Leistungsumfang noch selten. Die meisten Versicherer fokussieren sich auf Privatkunden und schließen Firmen-Cargobikes aus. Eines der wenigen Produkte am Markt bietet die Ammerländer. Sie hat ihre gewerbliche Fahrrad-Vollkaskoversicherung für Lastenräder geöffnet, die Selbstständige und Unternehmen für logistische Zwecke nutzen. Blick in die Zukunft Gewerblich genutzte Lastenräder werden künftig immer häufiger auf den Straßen zu sehen sein. Dafür sorgen die Verkehrslage in den Städten und das steigende Klimabewusstsein. Die Einsatzgebiete ziehen sich durch die verschiedensten Branchen. So hat eine Studie des EU-Projektes „CycleLogistics“ ergeben, dass im gewerblichen Lieferverkehr 25% aller Fahrten mit dem Lastenrad erfolgen könnten. Hinzu kommt der Trend zur mobilen Geschäftsidee. Statt Räume anzumieten, kommen immer mehr Dienstleister zu ihren Kunden nach Hause. Zusätzlich geben die Anschaffungshilfen von Bund und Ländern Kaufanreize. Dieser Mobilitätstrend wird dafür sorgen, dass auch der Bedarf für speziell zugeschnittene Versicherungen steigt. W Bedeutung für Makler und Vermittler Hier zeichnet sich ein Mobilitätstrend ab, der sich auch im Bedarf nach speziell zugeschnittenen Versicherungen zeigt. Die Lastenräder ersetzen das Auto oder den Transporter. Sie sind täglich im Einsatz und hochwertig. Je nach Ausstattung und je nachdem ob sie Von Gerold Saathoff, Vorstand Vertrieb der Ammerländer Versicherung September 2020 31

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