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AssCompact 09/2020

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KFZ-VERSICHERUNG Die

KFZ-VERSICHERUNG Die Route wird neu berechnet Ein harter Wettbewerb und neue Mobilitätsformen bis hin zum autonomen Fahren, das neuartige Risiken mit sich bringt – die Kfz-Versicherung stand schon vor Covid-19 vor großen Umbrüchen. Mit Spannung wird nun erwartet, wie sich Corona auf das Wechselgeschäft auswirkt. Folgen der Krise machen sich auch bei den Flottenversicherern bemerkbar. Von Tina Kirchner, AssCompact Alle Jahre wieder starten die Kfz-Versicherer im Herbst das Rennen um neue Kunden. In diesem Jahr wird mit Spannung erwartet, wie sich das Wechselgeschäft infolge der Corona-Krise gestaltet. Werden die Kunden noch preisbewusster, vergleichen sie mehr und wechseln dann zum billigeren Anbieter? Kurzarbeit und ein möglicher Anstieg der Arbeitslosigkeit infolge der Krise führen dazu, dass viele Haushalte ihre Ausgaben verringern müssen. Dass man beim Versicherungswechsel Geld sparen kann, ist den Kunden inzwischen durchaus bekannt und wird auch in Werbespots immer wieder unterstrichen. Laut einer aktuellen Studie der MSR Consulting Group müssen Versicherer unter den gegebenen Rahmen - bedingungen damit rechnen, dass auch Kundengruppen aktiv werden, die bisher selten Vergleiche angestellt haben. Neben dem Konkurrenzdruck setzten den Gesellschaften in den vergangenen Jahren auch steigende Schadenaufwendungen zu. Auch wenn das Jahr noch nicht vorbei ist – zumindest in dieser Hinsicht dürften die Versicherer in diesem Jahr etwas aufatmen können: Während des Corona-Lockdowns waren die Straßen teils menschenleer. Die Bundesbürger sind weniger gefahren und hatten auch weniger Unfälle. Der starke Wettbewerb verhindert aber zugleich, dass noch höhere Preise durchsetzbar sind, wie Michael Franke, Geschäftsführer vom Analysehaus Franke und Bornberg, im vorliegenden Sonderthema erläutert. Aus Kundensicht erfreulich sei laut Michael Franke die Entwicklung, dass die Versicherer in Sachen Qualität in den vergangenen Jahren zugelegt haben. 36 September 2020

Makler bleiben gefragt Befeuert wird der Wettbewerb durch Vergleichsportale. In der Kfz-Sparte entfällt rund ein Fünftel des Neugeschäfts - volumens auf den Direktvertrieb. Etwas mehr als ein Fünftel beträgt der Anteil des Maklerkanals. Doch wie aus der aktuellen Vertriebswegestatistik 2019 des GDV hervorgeht, konnte der Direktvertrieb nicht zulegen. Der Anteil des Direktvertriebs am Kfz-Neugeschäft hat sich im vergangenen Jahr sogar leicht verringert. Dagegen konnte der Maklerkanal erneut hinzugewinnen. Somit bleiben Makler auch in der Kfz-Versicherung gefragt. New Mobility – Neue Risiken Um auch künftig bei Kunden punkten zu können, sollten Makler aktuelle Trends im Kfz-Bereich rund um neue Mobilitätsformen im Blick haben. Anbieter wie ELEMENT Insurance wollen mit neuen Produktlösungen etwa im Bereich Leasing oder Carsharing ergänzenden Schutz zur klassischen Kfz-Versicherung bieten. Der Versicherer stellt Maklern White-Label-Produkte zur Verfügung, © Denis Rozhnovsky – stock.adobe.com mit denen sich neue Absatzwege eröffnen. Mit dem Wandel der Mobilität hin zum autonomen Fahren ergeben sich neue Risiken, die es abzusichern gilt. Nicht zu unterschätzen ist etwa die Gefahr aus dem Internet, wenn das vernetzte Fahrzeug Ziel eines Hackerangriffs wird. Welche rechtlichen Fragen sich hier auftun, erläutert Prof. Dr. Michael Fortmann von der Technischen Hochschule Köln. Wie manövriert die Flottenversicherung durch die Krise? Etliche Versicherer wie die VHV oder die ERGO haben Flottenver sicherungen im Portfolio. Als ganze Fuhrparks infolge der Pandemie stillstanden, machte sich dies auch im Flottengeschäft der Versicherer bemerkbar. So auch bei der ERGO, wie Mathias Scheuber, der Vorstandsvorsitzende, im Interview verrät. Die Nachfrage sei aber unverändert hoch, ebenso wie die Erwartungen der Kunden in puncto Service. Es zeige sich eine Netflix-Mentalität: Etwas Bestimmtes wird zu einem festgelegten Zeitpunkt und für einen festen Zeitraum benötigt. Hierauf gilt es für Versicherer und Makler zu reagieren. Historie statt Hightech Als Navigationsgeräte und vernetztes Cockpit noch Zukunftsmusik waren, rollten sie als Neuwagen über die Straße: Oldtimer. Aufgrund des Lockdowns blieben in den vergangenen Wochen auch viele klassische Fahrzeuge in der Garage und die Saison startete mit Verzögerung. Die meisten Oldtimerbesitzer verfügen nach wie vor über eine herkömmliche Kfz-Versicherung und nicht über einen speziellen Oldtimertarif. Doch es gibt durchaus Unterschiede. Genau hier können Makler in der Beratung ansetzen. In diesem Sonderthema erklären Experten der Mannheimer, wo der Schutz eines Oldtimertarifs über eine herkömmliche Kfz-Police hinausgeht. W Sonderthema im Überblick Volle Kraft voraus „Wir beobachten bei Flottenkunden eine verstärkte Netflix-Mentalität“ Den Fuhrpark richtig versichern Oldtimer in jeder Phase richtig versichert Warum sich gerade der Bereich Mobilität für digitale Produktwelten eignet Unsichtbares Risiko: Cyberangriff auf Kraftfahrzeuge Tesla mit Versicherung in den (E-)Startlöchern Weitere Konkurrenz für die Kfz-Ver - sicherer hierzulande droht aus Kalifornien. Der Elektroautobauer Tesla macht sich bereit, den deutschen Versicherungsmarkt zu entern. In Kalifornien hat Tesla bereits eine eigene Ver - sicherung im Portfolio, nun will der Elektroautobauer auch in Deutschland mit dem Verkauf der Fahrzeuge eine eigene Police anbieten. Laut einer Web-Kon ferenz will Tesla-Chef Elon Musk ein „großartiges, bedeutendes Versicherungsunternehmen“ aufbauen. Derzeit entsteht ein Autowerk in Brandenburg. Für den neuen Standort sucht das Unternehmen auch Versicherungs experten. Tesla brauche vor allem „revolutionäre Aktuare“, denen ihre Branche zu langsam sei, wird Musk zitiert. Er will maßgeschneiderten Versicherungsschutz für Tesla- Kunden anbieten, und zwar deutlich günstiger als klassische Versicherer. So soll es zum Beispiel für die Nutzung des Autopiloten aufgrund höherer Sicherheit Rabatte geben. Tesla hat vor allem einen Informationsvorsprung, da das Unternehmen über ausreichend Daten seiner Fahrzeuge verfügt. Zunächst gilt es für Tesla jedoch, die regulatorischen Anforderungen für eine Zulassung auf dem deutschen Markt zu erfüllen. September 2020 37

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