Aufrufe
vor 3 Monaten

AssCompact 10/2018

  • Text
  • Oktober
  • Vortrag
  • Makler
  • Unternehmen
  • Versicherer
  • Vermittler
  • Deutschland
  • Versicherung
  • Halle
  • Allianz

ASSEKURANZ © andrey

ASSEKURANZ © andrey gonchar – Fotolia.com Märkte erschließen mit bedarfsgerechten Konzepten für körperlich Tätige Mit der Grundfähigkeitsversicherung gibt es eine Lösung, körperlich Tätigen bezahlbaren Arbeitskraftschutz anzubieten. Swiss Re arbeitet mit ihren Kunden an der Gestaltung neuer Konzepte für die Zielgruppe, die bislang in der Arbeitskraftabsicherung zu kurz kam, und plädiert dabei für „Mut zur Vielfalt“. Was haben Krankenpfleger und Fliesenleger gemeinsam? Sie verrichten jeden Tag körperliche Arbeiten und gehören damit zu jenen Erwerbstätigen, deren größtes Kapital in ihren motorischen Fähigkeiten, in ihrer Arbeitskraft, liegt. Die ausschlaggebenden Schlüsselfähigkeiten sind häufig im körperlichen Bereich zu finden. Kranken- und Altenpfleger zum Beispiel benötigen für die Körperpflege der Patienten ihre Hände und Arme. Fliesenleger verlegen und verputzen Böden und müssen dafür viele Stunden in sogenannter Zwangshaltung, das heißt kniend verbringen. Für diese Arbeiten brauchen jene Personen vor allem aber Kraft in Armen und Händen sowie einen gesunden Bewegungsapparat. Diese Menschen verbindet aber noch etwas anderes: Sie gehören zu jener großen Zielgruppe, die mit dem wichtigsten Produkt im Bereich der Arbeitskraftabsicherung, der Berufsunfähigkeitsversicherung, nur schlecht erreicht wird. Woran liegt das? Zum einen sind die Gehälter, die in diesen Berufen gezahlt werden, recht gering. Eine Zahlungsbereitschaft für die Absicherung der Arbeitskraft ist zwar durchaus vorhanden. Sie ist aber häufig nur mäßig stark ausgeprägt. Eine Verbraucherstudie der Swiss Re zeigt, dass körperlich Tätige für die Absicherung von ca. 60% ihres Bruttogehaltes nur etwa 45 bis 50 Euro ausgeben würden. Für eine Berufsunfähigkeitsversicherung in adäquatem Umfang müssen körperlich Tätige aber deutlich tiefer in die Tasche greifen. Für einen 30-jährigen Krankenpfleger werden im Monat schon mal bis zu 140 Euro fällig. Ein 30-jähriger Fliesenleger muss sogar einen Preis bis zu 219 Euro für eine BU-Rente in Höhe von 1.000 Euro bezahlen (Endalter 67). Daher wird an der einen oder anderen Stelle versucht, die Höhe der Absicherung zu reduzieren, um den Kunden in den Genuss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kommen zu lassen. Doch reicht eine solche Absicherung aus, um den Kunden vor den finanziellen Konsequenzen eines Leistungsfalles, das heißt dem damit einhergehenden Einkommensverlust ausreichend zu schützen? Der Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist für diese Zielgruppe relativ schwierig. Die oftmals mit dem Beruf einhergehenden hohen körperlichen Belastungen führen häufig zu Vorerkrankungen des Bewegungsapparates, was in der Risikoprüfung nicht selten Risikozuschläge oder Ausschluss - klauseln bedingt. Körperlich Tätige tragen aufgrund ihrer körperlich anspruchsvollen Arbeit ein höheres Risiko, im Verlauf ihrer Berufstätigkeit gesundheitsbedingt kürzertreten zu müssen oder vollständig auszufallen. Daher ist der Bedarf für eine Absicherung der Arbeitskraft in dieser Zielgruppe besonders hoch. Ein ausreichender Schutz vor dem Verlust der Arbeitskraft ist daher unumgänglich. Welche Absicherungsmöglichkeiten 48 Oktober 2018

können dem Kunden angeboten werden? Muss es wirklich immer die Berufsunfähigkeitsversicherung sein? Gefragt sind Produktlösungen, die exakt auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe abgestimmt und bezahlbar sind. Immer mehr Lebensversicherer nehmen daher die Chance wahr, Lösungen zu entwickeln, die den Zugang zu dieser Kundengruppe ermöglicht. Grundfähigkeitsversicherung als werthaltiges Absicherungskonzept Grundfähigkeitsversicherungen sind das Produkt der Stunde. Sie ermöglichen die Absicherung der für diese Zielgruppen relevanten Schlüsselfähigkeiten wie zum Beispiel Heben und Tragen, Autofahren oder auch Feinmotorik. Darüber hinaus ist die Grundversicherung bezahlbar. Der Preis für eine Grundfähigkeitsversicherung mit einer ausreichenden Rentenhöhe liegt bei nur 30% des Preises für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine sogenannte Worst-Case-Absicherung. Die Leistung erfolgt auch nicht erst dann, wenn – überspitzt formuliert – der Arm oder das Bein amputiert wurde. Der Deckungsumfang der Grundfähigkeitsversicherung ist deutlich breiter. Eine Leistung in Form einer Rentenzahlung kann zum Beispiel bereits dann erfolgen, wenn sich der Versicherte für einen Zeitraum von voraussichtlich zwölf Monaten nicht mehr hinknien oder sich nicht mehr bücken kann. Das ist typischerweise dann der Fall, wenn eine ausgeprägte Kniegelenksarthrose vorliegt. Diese tritt insbesondere oft bei Fliesenlegern schon in jüngerem Alter auf und ist einer der Gründe, warum diese Berufsgruppe so häufig gesundheitsbedingt aus ihrem Beruf ausscheiden muss. Ein weiteres Beispiel sind ausgeprägte Schultergelenkentzündungen („Frozen Shoulder“). Diese können den Versicherten so stark beeinträchtigen, dass er nicht mehr in der Lage ist, über Kopf zu arbeiten, um etwa eine Wandfliese zu verlegen oder eine Wand zu streichen. Beide Erkrankungen sind keinesfalls selten und treten insbesondere in der Zielgruppe der körperlich Tätigen auf, da diese die betroffenen Gelenke durch die Ausgestaltung ihrer beruflichen Tätigkeit stärker belasten. Ein weiterer positiver Aspekt der Grundfähigkeitsversicherung ist, dass der Beruf bei der Feststellung des Leistungsanspruches vollkommen unerheblich ist. Das erleichtert und verkürzt die Leistungsprüfung in beträchtlichem Ausmaß. Auch kann der Versicherer der zielgruppengerechten Ausgestaltung der Bedingungen und/oder der verkaufsunterstützenden Materialien einen besonderen Stellenwert beimessen. Kunde und Vermittler verstehen, wann mit einer Leistung gerechnet werden kann. Einfachheit ist hier Trumpf. Schlanke Risikoprüfung und attraktive Zusatz komponenten Entscheidend für den Erfolg der Grundfähigkeitsversicherung ist eine sehr schlanke und risikoadäquate Risikoprüfung, die den Zugang für Vermittler und Kunden stark vereinfacht. Dabei sind sowohl summen- als auch altersabhängige Ansätze möglich, die den Schwerpunkt auf die wirklich risikoerheblichen Vorerkrankungen legt. In vielen Fällen wird die Grundfähigkeitsversicherung mit einer Dread-Disease-Deckung kombiniert. Der Kunde kann sodann bei einer schweren Erkrankung wie zum Beispiel einem Herzinfarkt, einer Krebserkrankung oder auch einem Schlaganfall eine Einmalzahlung erhalten, welche die durch den Arbeitsausfall entstandenen ersten Kosten deckt und eine vorübergehende Anpassung des Alltags ermöglicht. Sollte sich zusätzlich oder auch infolge der Erkrankung eine zwölfmonatige Beeinträchtigung einer Grundfähigkeit ergeben, erfolgt eine Rentenzahlung. Mit der Grundfähigkeitsversicherung hat der Markt eine gute Lösung gefunden, körperlich Tätigen bezahlbaren Arbeitskraftschutz anzubieten. Swiss Re arbeitet mit ihren Kunden an der Gestaltung neuer attraktiver Konzepte für eine Zielgruppe, die bislang in der Arbeitskraftabsicherung häufig „zu kurz kam“. One size fits all gehört der Vergangenheit an. Es gilt Mut zur Vielfalt! W Von Kathrin Lang, Senior Client Manager L&H, und Markus Unterkofler, Head Client Management L&H bei Swiss Re Europe S.A., Niederlassung Deutschland Oktober 2018 49