Aufrufe
vor 3 Wochen

AssCompact 10/2018

  • Text
  • Oktober
  • Vortrag
  • Makler
  • Unternehmen
  • Versicherer
  • Vermittler
  • Deutschland
  • Versicherung
  • Halle
  • Allianz

INVESTMENT

INVESTMENT Klimafreundliche Geldanlagen sind im Kommen © 9comeback – Fotolia.com Immer mehr Anleger machen sich heutzutage Gedanken darüber, wo und wie sie ihr Erspartes investieren wollen. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld spielt eine immer größere Rolle. Vor allem ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte stehen dabei vermehrt im Fokus. Die Realität des Klimawandels und seine Folgen zu ignorieren, wird immer schwieriger. Kriege, Hungersnöte, Überschwemmungen, Dürren, schwere Stürme, Verlust der Biodiversität, ausbrechende Infektionskrankheiten und Massenmigration – all dies steht im Zusammenhang mit einem wärmer werdenden Planeten. Prozesse In einer wegweisenden, von Fachleuten überprüf - wie Eis- ten Studie aus dem Jahr 2013 bestätigten 97% der schmelze, Übersäuerung befragten Wissenschaftler, dass die Klimaerwärmung real ist und von Menschen verursacht wird. der Ozea- ne und Erwärmung der Atmosphäre verlaufen nicht linear, sondern exponentiell. Daher sollten wir davon ausgehen, dass die Kosten des Klimawandels dramatisch steigen werden, sofern wir keine Maßnahmen zur deutlichen Verringerung von problematischen Treibhausgasemissionen ergreifen. Verantwortlich investieren Von Dylan Ball, Fondsmanager und Head of European Equity Strategies bei Franklin Templeton Investments Um eine Lösung zu finden, muss zunächst die Ursache ermittelt werden. Zu diesem Thema hat die Wissenschaft einen klaren Konsens erzielt. In einer wegweisenden, von Fachleuten überprüften Studie aus dem Jahr 2013 bestätigten 97% der weltweit 10.306 befragten Wissenschaftler, dass die Klimaerwärmung real ist und von Menschen verursacht wird. Die Unterzeichner des Pariser Klimaabkommens haben daher eine weise Entscheidung getroffen. Gleiches gilt für die Unterzeichner der Prinzipien für verantwortliches Investieren, zu denen auch Franklin Templeton gehört. Ein Weg in Richtung Nachhaltigkeit ist mit den oben genannten Abkommen geebnet, aber ein „Business as usual“ führt uns nicht zum angestrebten Ziel. Mit dem Templeton Global Climate Change Fund – einem Teilfonds der Franklin Templeton Investment Funds (FTIF), eine in Luxemburg registrierte SICAV – will Franklin Templeton den Übergangsprozess zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unterstützen und einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Gleichzeitig sollen unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken des Klimawandels attraktive Anlageergebnisse für die Anleger erzielt werden. Mehrstufiger Auswahlprozess Der Anlageprozess des Fonds kombiniert quantitative und qualitative Analysen des Klimawandels mit Templetons bewährtem fundamentalen Bottom-up- Research. Die Fondsmanager ermitteln Unternehmen, die auf lange Sicht Schnäppchen darstellen, also unterbewertet sind, und die gleichzeitig gegenüber dem Klimawandel resilient sind. Sie entwickeln Emissions- und Ressourcen-Intensitätsprognosen auf der Grundlage historischer Erfolge und festgelegter Ziele, um den Beitrag eines 66 Oktober 2018

Unternehmens zu den Klimaschutzzielen zu bewerten. Im Team wird pro - gnostiziert, inwieweit langfristige Erträge von Klimaschutzlösungen profitieren und welchen Beitrag diese Lösungen bei der Erreichung von Treibhausgasemissionen im Einklang mit Klimaschutzzielen leisten. Ferner arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, um zu prüfen, ob die Geschäftsführung über eine glaubhafte Strategie für das Management von Risiken und Chancen des Klimawandels verfügt und diese engagiert umgesetzt wird. Im Einklang mit dem doppelten Mandat für Klimaschutz und Werthaltigkeit hält der Fonds zum Beispiel keine Anteile an Herstellern fossiler Brennstoffe. W Kohlenstoffbilanz des Portfolios: „Um mehr als 50% niedriger als der Markt“ Nachgefragt bei Dylan Ball, Fondsmanager des Templeton Global Climate Change Fund Templeton sieht sich als ein Vorreiter im Bereich des verantwortlichen Investierens. Ist der Templeton Climate Change Fund eine Weiterführung dieses Gedankens? In gewisser Weise kann man das so sehen. Bereits in den 1950er-Jahren beschloss Sir John Templeton, Aktien von Firmen, deren Aktivitäten im Widerspruch zu seinen persönlichen ethischen Grundsätzen oder denjenigen seiner Kunden standen, im Portfolio nicht zu berücksichtigen. Sir John Templeton war nicht nur ein Pionier des verantwortlichen Investierens, er ebnete auch den Weg als früher weltweit aktiver wertorientierter Anleger, und wir wenden seine bewährte, an fundamentalen Werten orientierte Disziplin auf den Templeton Climate Change Fund an. Wir betrachten dies als entscheidenden Wettbewerbsvorteil und Unterscheidungsmerkmal des Fonds. Das Festhalten an unseren bewährten Werten ermöglicht uns die Schaffung eines Fonds für Klimaschutzlösungen, der aktuell mit einem niedrigeren durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des Buchwerts und der Gewinnprognose gehandelt wird als der relevante Index der Branche. Welche Strategie verfolgen Sie mit dem Templeton Global Climate Change Fund konkret? Der Fonds verfolgt wie gesagt einen konsequenten wertorientierten Anlageprozess. Auf Aktienebene verfolgen wir eine ESG- Analyse – also eine „Economical, Social and Governance“- Analyse – basierend auf wirtschaftlicher Grundlage. Für uns kommen nur Unternehmen infrage, die aktiv ihre Kohlenstoffbilanzen reduzieren oder Dritte bei diesem Anliegen unterstützen. Unternehmen, bei denen wir diese Merkmale nicht erkennen können oder die der Branchenentwicklung und der Entwicklung der vergleichbaren Marktteilnehmer hinterherhinken, werden ausgeschlossen. Wie sieht Ihre Analyse in der Praxis aus? Wir bewerten Trends der Treibhausgasemissionen und der Ressourcenintensität sowie die Bemühungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Ebenso analysieren wir die Ressourcenintensität in den Geschäftsvorgängen, Produkten und der Versorgungskette eines Unternehmens. Ferner halten wir nach Unternehmen Ausschau, deren Produkte und Dienstleistungen von der Energiewende profitieren werden, weil sie technische Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, emissionsärmere Kraftstoffe sowie umweltverträgliche Bauverfahren und außerdem Lösungen zur Beschränkung der Auswirkungen des Klimawandels anbieten. Wie unterscheidet sich das Portfolio vom breiten Markt? Da haben wir ganz klare Vorstellungen und Ziele. Die Kohlenstoffbilanz des Portfolios soll um mehr als 50% niedriger als der breitere Markt sein. Letztendlich wollen wir ja mit dem Templeton Global Climate Change Fund einen wichtigen Beitrag zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 2 Grad Celsius leisten. Können Sie ein konkretes Aktien-Beispiel aus dem aktuellen Portfolio vorstellen? Mit Vestas Wind Systems haben wir zum Beispiel einen interessanten Titel im Portfolio. Das dänische Unternehmen entwickelt Windturbinen zur Stromerzeugung, stellt sie her und vermarktet sie. Mit über 59.000 Windkraftanlagen in 76 Ländern und einer Gesamtkapazität von 82 GW ist Vestas der größte Windturbinenhersteller der Welt. Diese Strommenge reicht aus, um fast 120 Millionen europäische Haushalte zu versorgen und die CO 2 -Emissionen um mehr als 110 Millionen Tonnen zu reduzieren. Vestas bietet ein für das Wachstum einer CO 2 -armen Wirtschaft essenzielles Produkt an und das Unternehmen dürfte einer der größten Nutznießer internationaler Abkommen und politischer Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels sein. Vestas hat den UN Global Compact unterzeichnet und zur Aufsicht über die ESG-Governance auf Vorstandsebene einen Nachhaltigkeitsausschuss und einen Konzern-Risikomanagementausschuss eingerichtet. Das Unternehmen betrachtet die Produktentwicklung im Hinblick auf den Lebenszyklus und hat Maßnahmen zur Steigerung der Recyclingfähigkeit und der Entsorgung von Turbinen ergriffen. W Oktober 2018 67