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AssCompact 10/2019

ASSEKURANZ „Schlank

ASSEKURANZ „Schlank gestrickt und trotzdem mit Top-Leistungen“ Interview mit Marco Schmidt-Spaniol, Chief Sales Officer der Adam Riese GmbH Vor zwei Jahren wurde Adam Riese in den Markt eingeführt. Seitdem hat der digitale Versicherer aus der W&W-Gruppe das Produktportfolio, das insbesondere von Maklern vertrieben wird, ausgebaut. Vom steigenden Wettbewerb digitaler Anbieter wollen sich die Macher dabei nicht abschrecken lassen. Herr Schmidt-Spaniol, wie kam es zu der Namensfindung Adam Riese und was soll der Name ausdrücken? Wir wollten einen Namen, der frisch klingt, sich von anderen InsurTechs abhebt und trotzdem vertraut wirkt. Unsere Namensfindungsagentur stellte uns „Adam Riese“ vor. Das blieb direkt im Kopf. Natürlich auch, weil die Redewendung „nach Adam Riese“ geläufig und positiv besetzt ist – selbst für Jugendliche, die sie kaum noch verwenden. Adam Riese hat das vereinfachte Rechnen ermöglicht und unter das Volk gebracht. Das passt genau zu unserer Positionierung: Wir machen Versicherung transparent und für jeden verständlich. Und was ist das Markenversprechen dahinter? Adam Riese steht für einfache Versicherungsprodukte mit starken Leistungen, bepreist nach Bedarf und Risiko – eben für das Wesentliche. Für Makler schwingt hier mit: Die Produkte sind schlank gestrickt und beinhalten trotzdem Top-Leistungen. Außerdem fokussiert sich unsere Preisgestaltung darauf, dass Makler ihren Kunden risikogerechte Preise anbieten können. Wir haben zum Beispiel im Rechtsschutz eigene Familienstände für Paare und Alleinerziehende implementiert, während sie bei anderen Versicherern den teureren Familientarif bezahlen. Nun ging Adam Riese ziemlich genau vor zwei Jahren an den Start. War die Strecke bisher eher kurvenreich oder war es tatsächlich ein Durchstarten? Zur DKM 2017 sind wir mit unserer Privathaftpflicht auf allen Vertriebskanälen gleichzeitig gestartet. Mit dieser und allen folgenden Produkten sind wir auf Kurs, also läuft es bisher wenig kurvenreich. Klar klemmt es ab und an, aber dank unserer eigenen IT sind wir sehr flexibel, sodass wir schnell auf neue Markt- und interne Anforderungen reagieren können. Das gilt für unsere Prozesse wie auch für die fertigen Produkte: Wenn wir Optimierungspotenzial erkennen, scheuen wir uns nicht vor Veränderungen. Wir stellen ständig den Status quo infrage, um uns immer weiter zu verbessern. „Dank unserer eigenen IT sind wir sehr flexibel, sodass wir schnell auf neue Markt- und interne Anforderungen reagieren können. Das gilt für unsere Prozesse wie auch für die fertigen Produkte.“ Wo genau ist der Digitalversicherer in der W&W-Gruppe angesiedelt? Mit welchen Auswirkungen? Die digitalen Aktivitäten der W&W-Gruppe sind in der W&W Brandpool gebündelt und erschließen der Gruppe weitere Kundenschnittstellen. Dazu gehören zum einen Bereiche, die sich vom Portfolio der Gruppe zunächst scheinbar abheben. Diesen Sommer ist zum Beispiel die App Looping dazugekommen, die den klassischen Kalender im Familienoder Freundeskreis digitalisiert. Zum anderen gehören dazu Finanzdienstleister, die die traditionellen Geschäftsfelder ergänzen. Adam Riese zum Beispiel arbeitet zwar auch im Versicherungsbereich, bietet aber 100%-ige Online-Lösungen. Somit sprechen wir neue Kundengruppen an. Mit der noch jungen Marke wollen Sie Ihre Vertriebswege erweitern. Erklären Sie uns doch bitte kurz die Strategie. Wir vertreiben unsere Versicherungen über unsere Website, über Online- Vergleichsplattformen sowie über Makler. Auf Letzteren liegt ganz klar unser Fokus. Unsere Vermarktungsstrategie auf dem Maklermarkt fußt dabei auf dem hohen Automatisierungsgrad unserer Produkte und Services sowie auf dem Feedback der Makler. Was heißt das genau für die Makler, mit denen Sie zusammenarbeiten? Dank des Feedbacks können wir zielgruppengerechte Produkte entwickeln. Der hohe Automatisierungsgrad spart Zeit: Der Online-Abschluss und die Dunkelpolicierung reduzieren den Auf- 42 Oktober 2019

wand gegenüber dem üblichen Papierkrieg. Kunden erhalten ihre Dokumente in ihr persönliches Online- Kundenportal, zeitgleich sind Kopien der Dokumente für den Makler über das Maklerverwaltungsprogramm abrufbar. Monatlich erhalten Makler außerdem alle notwendigen Bestandsdaten elektronisch, nach Marktstandards. Trotzdem kümmern wir uns natürlich auch persönlich um unsere Vertriebspartner, per E-Mail oder klassisch per Telefon. Wie grenzt sich Ihr Angebot von dem der Württembergischen ab? Für die Gewerbekunden steht bereits die Inhaltsversicherung an, die noch 2019 live geht. Im Privatkundenbereich arbeiten wir an einer Unfall- und einer Wohngebäudeversicherung. Beide sind für 2020 geplant. Auch diese werden passgenau und damit risikogerecht sein. Deswegen spalten wir beispielsweise bei der Unfallversicherung die Berufsgruppen stark auf, um die Risikoverteilung besser abzubilden. Sie sprachen von Standardisierung, aber eigentlich sollen die Produkte auch individueller werden. Was trifft zu? Marco Schmidt-Spaniol Wir bilden gemeinsam das Versicherungsangebot der W&W-Gruppe und ergänzen uns. Daher achten wir darauf, dass sich unsere Produkte voneinander unterscheiden. Zudem haben wir als Adam Riese unser eigenes, fünfköpfiges Vertriebsteam, das Makler in ganz Deutschland betreut. Adam Riese entwickelt einfache, standardisierte Versicherungslösungen für online-affine Kunden, die selbst vergleichen oder über Makler vergleichen lassen. Dagegen bietet die Württembergische komplexere Produkte mit erhöhter Beratungsintensität, zum Beispiel durch besondere Zusatzbausteine und Risiken. Somit definiert der Kundenbedarf den infrage kommenden Versicherer. Gestartet sind Sie mit der Privathaftpflichtversicherung. Einige andere Produkte wurden in der Zwischenzeit realisiert. Wo stehen Sie jetzt? Seit 2017 haben wir mit der Rechtsschutz-, der Hausrat- und der Hundehalterhaftpflichtversicherung drei weitere Privatkundenprodukte auf den Markt gebracht. In diesem Bereich haben wir den Vorteil, dass sich die Produkte gut standardisieren lassen. Im Gewerbebereich ist das schwieriger, aber nicht unmöglich. Hier zählen wir bisher ein Produkt, die Betriebshaftpflichtversicherung. Neben den Neuentwicklungen haben wir auch schon Produktoptimierungen hinter uns. Dieses Jahr haben wir zum Beispiel die Hausratversicherung um die Bausteine Glasbruch, Fahrraddiebstahl und Elementarschäden erweitert. Eigentlich beides, und das schließt sich nicht aus. Für einen schnellen Online-Abschluss und eine breite Zielgruppe ist eine gewisse Standardisierung nötig. Gleichzeitig ermöglicht es die Digitalisierung, die Produkte mit den richtigen Tarifierungsmerkmalen individuell auf den Kunden zuzuschneiden. Das beginnt bereits bei der Abfrage des Kundenalters oder des Berufs und deren Auswirkungen auf das Angebot. Mit Lemonade kam vor Kurzem ein neuer digitaler Ver - sicherer auf den Markt – mit ähnlichen Ansprüchen: klare Sprache, digitale Abwicklung. Wie schätzen Sie persönlich die neuen Mitbewerber ein? Auf dem Markt der Digitalversicherer tummeln sich immer mehr Player. Viele Angebote sind auf den ersten Blick vergleichbar. Die Differenzierung hängt stark vom Vertrauen in den Anbieter ab. So schafft jeder seine eigene Markenwelt. Für Makler ist außerdem die Servicequalität entscheidend. Mit Lemonade ist der „Für einen schnellen Online-Abschluss und eine breite Zielgruppe ist eine gewisse Standardisierung nötig. Gleichzeitig ermöglicht es die Digitalisierung, die Produkte mit den richtigen Tarifierungsmerkmalen individuell auf den Kunden zuzuschneiden.“ erste amerikanische Anbieter bei uns gestartet. Wir beobachten die weitere Entwicklung genau und sind gespannt, wie das Angebot in Deutschland angenommen wird. Treiben marktfremde Unternehmen vielleicht die technische Entwicklung voran? Wir müssen uns vor marktfremden Unternehmen nicht verstecken. Auch der inländische Wettbewerb wird immer stärker und es dürfte jedem in der Branche klar sein, dass stetige Weiterentwicklung notwendig ist, um am Markt erfolgreich zu sein. Dazu gehört auch, die technische Entwicklung weiter voranzutreiben und nicht nur Mitläufer zu sein oder sogar abgehängt zu werden. W Wie sehen Ihre Produktpläne für die nächsten Monate aus? Oktober 2019 43

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