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AssCompact 11/2018

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ASSEKURANZ die JBC ist

ASSEKURANZ die JBC ist transparent, dieser beträgt 8‰ auf den Warenwert (zum Einkaufspreis). Spezieller wird es im Bereich der hochwertigen Juweliere; hier bedarf es in der Regel einer detaillierten Abstimmung der Sicherungen und Limits. Über welche Sicherheitsvoraussetzungen bzw. -standards müssen die jeweiligen Geschäfte verfügen, um überhaupt Versicherungsschutz zu erhalten? Im Gegensatz zu den meisten Versicherern haben wir keine fixen „Mindeststandards“. Wir beurteilen jedes Risiko individuell. Der Anspruch an die Sicherungen ist maßgeblich abhängig von dem zu versichernden Possible maximum Loss (PML). Hier wird primär zwischen offener und verschlossener Aufbewahrung tagsüber und nachts unterschieden. Das jeweilige PML bestimmt in der Regel die Sicherungsklasse und damit die Anforderungen an mechanische und elektronische Sicherungen des Betriebes (Türen, Fenster, Rahmungen, Schlösser, Safe, Schleuse, Alarmanlage etc.), um es versicherbar zu machen. Versicherer verwenden im Bereich der kleineren und mittleren Juwelierrisiken aus Gründen vermeintlicher Vereinfachung sogenannte Mindestsicherungen, Auflagen und damit Obliegenheiten. Diese werden mit Abschluss damit automatisch vorausgesetzt und sind dem Kunden mitunter unbekannt – eine erhebliche Gefahr im Schadenfall. Gerade für den unerfahrenen Versicherungsvermittler kann es hier zu großen Haftungsrisiken kommen, sofern der Versicherungsnehmer nicht ausführlich auf diese Mindest sicherungen hingewiesen wurde. „Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es den standardisierten Juwelier- bzw. Goldschmiedebetrieb nicht gibt, ein ‚Sicherungskatalog‘ also nur als Orientierung dienen darf.“ Ein Juwelierbetrieb muss seine wertvollen Waren gegen unterschiedliche Risiken passgenau absichern lassen. © Arman Zhenikeyev – Fotolia.com Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es den standardisierten Juwelier- bzw. Goldschmiedebetrieb nicht gibt, ein „Sicherungskatalog“ also nur als Orientierung dienen darf. Vornehmlich ist darauf zu achten, dass im Falle eines versuchten Einbruchs die guten mechanischen Sicherungen diesen entweder verhindern, zumindest aber erschweren bzw. verzögern, und zeitgleich die Alarmanlage auslöst. Der Faktor Zeit ist dabei entscheidend sowohl für die Abschreckungswirkung als auch für das Zeitfenster der Täter, denn der Einbruch selbst dauert meist nur wenige Minuten. Ein Sicherungskonzept muss grundsätzlich im Gesamtkontext des individuellen Risikos gesehen werden. Eine kompetente Beratung im Interesse des Kunden zeichnet sich eben nicht durch pauschale Einstufung und Anwendung nach Sicherungsklassen, Vorschriften und VDS-Klassen aus, sondern durch das Erkennen neuralgischer Punkte, die auch jenseits einer Norm liegen können. Ist Einbruch denn überhaupt das größte Risiko? Oder geht es häufig auch um Verlust oder Beschädigung? Das Besondere im Juwelierbereich ist ganz klar das Großschadenrisiko. Neben Einbrüchen und Raubüberfällen sind zunehmend auch einfache Diebstähle, Trickbetrug, Versendungen und Erpressung große Gefahrenquellen, welche oft lückenhaft oder nicht versichert sind. Aber auch die Unachtsamkeit des Mitarbeiters beim Ein- und Ausdekorieren kann in diesem hochwertigen Bereich zu teuren Schäden führen. Auch der bereits angesprochene Ankauf von Plagiaten kann bei hochwertigen Uhren schnell einen Schaden im fünfstelligen Bereich anrichten. Natürlich interessiert es uns auch, mit welchen erwähnenswerten Schadenfällen – ob nun Einbruch oder Beschädigung – Sie zu tun hatten. Dürfen Sie uns dazu etwas verraten? Viel darf ich dazu leider nicht erzählen. Sicherlich spektakulär und mit großem Schaden auch an der Fassade sind die Einbrüche mittels gestohlener Fahrzeuge oder durch selbst gebaute Rammen. Auch die sogenannten Rififi-Einbrüche (Einbruch durch Decken und Wände) teils durch ganze Parkdecks lassen uns in der Schadenbearbeitung manchmal staunen. Der wohl spektakulärste Juwelenraub war im Jahr 2014 bei Cartier in Paris. Hier stürmten zwei mit Kalaschnikows bewaffnete Männer die Boutique, nahmen eine Geisel und lieferten sich daraufhin eine Schießerei mit der Polizei. Anschließend kam es zu einer Verfolgungsjagd durch Paris. 42 November 2018

Das wirklich Beunruhigende ist, dass die Raubüberfälle immer brutaler und die Täter immer skrupelloser werden. Wichtig ist beim Risikomanagement mit dem Kunden somit auch die Beratung seines Risikos im privaten Bereich. Denn strahlt das Geschäftliche bei Juwelieren doch häufig auch ins Private, teils wird Handelsware mit nach Hause genommen und auch die Erpressungsthematik im Privaten gewinnt aufgrund des mittlerweile hohen mechanischen Sicherungsstandards leider immer mehr an Bedeutung. Daher ist auch die Beratung in diesem Bereich unumgänglich geworden. Besonders wichtig nach einem Raubüberfall ist die psychologische Akut-Intervention und die damit verbundene Unterstützung der Betroffenen. Sie sichern auch Auktionshäuser und Pfandleihhäuser ab. Was sind hier die Besonderheiten? Bei der Versicherung von Auktionshäusern und Pfandleihhäusern setzen wir einen Wertsachenanteil von mindestens 70% voraus. Diese Auktionshäuser und Pfandleihhäuser sind von ihren Werten sicher ähnlich wie Juweliere zu betrachten, jedoch ist die Aufbewahrung der Ware grundlegend unterschiedlich. Bei Pfandleihhäusern handelt es sich rein um Ware von Dritten, die im gesicherten Lagerbereich bzw. Safe aufbewahrt wird. Hier gibt es in der Regel keine oder zumindest deutlich weniger Waren im Schaufenster oder in der Auslage. Weiterhin gibt es im Bereich der Pfandleihhäuser eine Ver - sicherungspflicht (§ 8 Pfandleiherverordnung). Der Pfandleiher hat das Pfand mindestens zum doppelten Betrag des Darlehens gegen Feuerschäden, Leitungswasserschäden, Einbruchdiebstahl sowie gegen Beraubung zu versichern. Dieser „Grundversicherungsschutz“ ist heutzutage natürlich nicht mehr ausreichend und auch hier empfehlen wir eine echte Allgefahren-Police. Die Schadenfrequenz ist hier aufgrund der für Dritte oft nicht erkennbaren Begehrlichkeit geringer. Jedoch bestehen in der Absicherung andere Besonderheiten wie zum Beispiel die Mitversicherung von Zinsen und Gebühren und Vorsorge (Mehrforderung der Verpfänder). Bei Auktionshäusern geht es natürlich auch um die Besonderheit der Versteigerung, die Lagerung der Ware im Versteigerungslokal, Versendungen und Empfang von Valoren der Klasse II und insbesondere die verschiedenen Entschädigungsgrund - lagen für Auktionsware (vor und nach der Versteigerung), Pfänder, Handelsware und Kommissionsware. W Anzeige Ein Unternehmen der R+V Versicherungsgruppe Die Förderung ist der neue Zins Jetzt die Rente kräftig ankurbeln Staatliche Zulagen und Steuervorteile sichern – zusammen mit einer der höchsten Rentengarantien am deutschen Markt! Condor – Ihr fi nanzstarker Partner Condor Lebensversicherungs-AG