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AssCompact 11/2019

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MANAGEMENT & VERTRIEB ©

MANAGEMENT & VERTRIEB © stokkete – stock.adobe.com Notfallmanagement: Sind Ihre Kunden auf den Ernstfall vorbereitet? Unternehmer verdrängen häufig das Risiko, eines Tages nur eingeschränkt handeln zu können, und treffen daher keine Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter. Für die Existenz des Unternehmens ist es aber wichtig zu wissen, wie in Notfällen gehandelt werden soll. Vermittler sollten mit ihren Unternehmer-Kunden über dieses Thema reden. Manchmal reicht schon das Aufzeigen eines kurzen Szenarios aus, um für eine mögliche Gefahr zu sensibilisieren. Geht es um Unternehmer-Kunden, könnte es dieses Szenario sein: „Stellen Sie sich vor, Sie als Leiter Ihres Unternehmens sind nach einem Autounfall so schwer verletzt, dass Sie für mehrere Wochen im Koma liegen. Sie sind für niemanden ansprechbar. Es besteht aber die Hoffnung, dass Sie nach einiger Zeit wieder vollkommen gesund sein werden.“ Es ist exorbitant wichtig, dass Unternehmer für solche oder vergleichbare Situationen des Ausfalls eine Notfallplanung haben. Aber gibt es tatsächlich einen Notfallplan? Ist klar festgelegt, welche Personen die Stellvertretung übernehmen können – familienintern oder extern? Bestehen bereits Regelungen in Bezug auf unternehmerische oder familiäre Aspekte wie etwa Vollmachten, finanzielle Rücklagen, Ver - sicherungen oder Testament? Aus der langjährigen Erfahrung der Autorin gesehen, erachten alle Unternehmer ein Notfallmanagement als sehr wichtig. Allerdings haben die meisten nichts oder nur wenig geregelt. Bei den meisten herrscht die Vogel-Strauß-Mentalität: „Es regelt sich schon irgendwie“ oder „Ja, ich muss mich mal irgendwann damit auseinandersetzen.“ In Großunternehmen beispielsweise gehen die Beteiligten auch manchmal einfach davon aus, dass es ja bereits entsprechende Strukturen gibt (etwa Fremdgeschäftsführer oder Prokuristen). Das funk - tioniert aber oft nur theoretisch, auf Praxistauglichkeit wird die Struktur nicht geprüft. Tatsächliche Notfallplanung Je kleiner die Unternehmen aber werden, umso schlechter ist es um eine generelle Notfallplanung bestellt. Das erstaunt insbesondere, da ein Wegbrechen des Inhabers, des Chefs, der häufig stark in das Tagesgeschäft involviert ist, ein massives Problem für die Organisation und die Arbeitsabläufe darstellt. Es besteht also großer Handlungsbedarf: Diese Unternehmen müssen für das Thema Notfallplanung sensibilisiert werden. Dabei gibt es innerhalb einer Notfall - planung weitere Aspekte, für die Sorge getragen werden sollte. So sollten Vollmachten und Passwörter hinterlegt sein. Die wichtigsten Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner inklusive Ansprechpartner sollten bekannt sein. Zudem müssen Verbindlichkeiten bzw. Forderungen, die das Unternehmen hat, erkennbar sein. Das sind Punkte, die relativ schnell und kostengünstig geklärt werden können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die finanzielle Absicherung des Unternehmers. 112 November 2019

Auch hier musste die Autorin häufig feststellen, dass biometrische Risiken nicht ausreichend abgedeckt sind. Aber auch Versicherungsverträge das Unternehmen betreffend sind häufig nicht um - fassend genug oder nicht kompatibel mit Regelungen etwa zu Testament oder Gesellschaftsrecht – sofern es diese gibt. Regelungen gar nicht so aufwendig Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass schon eine Abwesenheit des Unternehmers von zwei Wochen zu starken bis sehr starken Störungen in den Geschäftsabläufen des Unternehmens führt (vgl. Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes NRW). Zudem kann es zum Wegbrechen von Kunden und zum Erliegen der Auftragseingänge auf Monate kommen. Dabei können diese Risiken relativ einfach minimiert werden. Wenig aufwendige Schritte sind, wie teilweise schon genannt, etwa Vollmachtsregelungen, Hinterlegung von Passwörtern oder Schlüsseln und der Abschluss passender Versicherungen. Das können zum Beispiel Lebens-, Berufsunfähigkeits-, Krankentagegeldund Pflegeversicherungen sein. Aber auch Vertretungspläne, Prokura, Testament sowie Back-up-Lösungen sind nicht so komplizierte Maßnahmen. Unternehmen bzw. Unternehmens - inhaber und -leiter, die sich – unabhängig vom Status und der Unternehmensgröße, ihrem persönlichen Alter oder dem Alter des Unternehmens – keine Gedanken um die Notfallplanung machen, sind als sehr risikobehaftet einzustufen, da viele Liquidationen und rund ein Drittel der Unternehmensübertragungen aufgrund von nicht vorhersehbaren Ereignissen erfolgen. Versicherungen und/oder anderer Finanzstrategien zu lösen. So bietet es sich beispielsweise an, ... W Informationsveranstaltungen anzubieten. Selbstverständlich ist stets darauf zu achten, dass das Standesrecht gewahrt bleibt, sodass beispielsweise Steuer- und Rechtsberatungen nur von Steuerberatern und Rechtsanwälten erfolgen dürfen. Die Einführung und die Sensibilisierung in das Notfallmanagement ist jedoch ein Schlüssel zur Kunden bindung und ein Türöffner für Neu- und Bestandskunden. W W einen „Notfallkoffer“ anzubieten, in dem alle Maßnahmen aufgeführt sind, die im Notfall zu ergreifen sind. den Liquiditätsbedarf aufzuzeigen, um finanzielle Lösungen für diverse Notfallsituationen anzubieten. Bei dieser Betrachtung ist es äußerst wichtig, sowohl lebzeitige Risiken (zum Beispiel Krankheit, längerer Ausfall, Pflege) als auch Risiken nach dem Ableben (Erbansprüche, Auszahlung von Gesellschaftsanteilen an die weichenden Erben durch die übrigen Gesellschafter; Vermeidung von Einfluss dritter Personen, Erbschaft-/Schenkungsteuer) zu thematisieren. Fazit: Ein immenses Potenzial Präsenzseminar des CAMPUS INSTITUTs Fällt ein Unternehmer, gleich ob durch Geschäftsunfähigkeit oder Tod, aus, stellt er sein Unternehmen ungewollt vor große Herausforderungen. Dies gilt umso mehr, wenn er hierfür nicht ausreichend Vorsorge getroffen hat, und unabhängig davon, ob der Unternehmer als Einzelunternehmer, als geschäftsführungs- und vertretungsberechtigtes Organ der unternehmensführenden Gesellschaft oder „nur“ als bestimmender Gesellschafter tätig ist. Zugleich wird diese Thematik häufig nicht gerne behandelt und bleibt somit allzu oft nur unzureichend geregelt. Aus diesem Grund bietet dieses Thema immenses Potenzial, den Unternehmer für diese Fälle zu sensibilisieren und sodann umfassend zu beraten. W Passend zum Thema findet am 14.11.2019 in Frankfurt am Main ein Präsenzseminar mit dem Titel „Sind Ihre Kunden auf den Ernstfall vorbereitet? – Notfallmanagement für Unternehmen & Unternehmer“ statt. In dem ganztägigen Seminar werden unter der Leitung von Heike Minks Problemfelder aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt. Weitere Informationen finden Sie unter www.campus-institut.de. Potenziale in der Beratung Im Rahmen von Beratungstätigkeiten bestehen folglich Potenziale, spezifische Dienstleistungen für die Unternehmer-/ Unternehmenskunden anzubieten. Kunden sind in der Regel sehr dankbar, auf das fehlende bzw. mangelhafte Notfallmanagement hingewiesen zu werden. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, die finanziellen Bedarfsfelder bei Ausfall und Todesfall zu analysieren und mittels Von Heike Minks, geschäftsführende Gesellschafterin der HA Berliner Nachfolgeplanung GmbH November 2019 113

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