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AssCompact 12/2018

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ASSEKURANZ © Sikov –

ASSEKURANZ © Sikov – Fotolia.com Auch in der Rechtsschutzversicherung die digitalen Chancen nutzen Der tendenziell risikoscheue Versicherungssektor hat die Digitalisierung lange eher beobachtet als vorangetrieben. Jetzt halten fortschrittliche Technologien nach und nach Einzug in den Konzernen. Auch bei ROLAND Rechtsschutz nimmt die Digitalisierung Fahrt auf. Im Zentrum stehen dabei stets Kunden und Vermittler. Ist die Digitalisierung eine Gefahr oder eine Chance? Diese Frage bewegt die Versicherungsbranche. Zunehmender Wettbewerbsdruck durch neue Marktteilnehmer, zahlreiche neue Technologien, ein verändertes Kundenverhalten – vor all diesen Themen ist auch der Rechtsschutzmarkt nicht gefeit. ROLAND, einer der führenden Rechtsschutzversicherer Deutschlands, sieht in der digitalen Transformation das Poten - zial, Produkte und Prozesse grundlegend neu zu gestalten – sowohl intern als auch gegenüber Kunden und Partnern. Für seine digitale Professionalisierung hat der Kölner Versicherer drei strategische Handlungsfelder identifiziert: Maklerprozesse zu digitalisieren, Angebote an allen digitalen Kontaktpunkten multikanalfähig zu optimieren und gemeinsam mit Start-ups neue Geschäftspotenziale zu erschließen. Zusammenarbeit mit Maklern: BiPRO ist der Schlüssel Ob Produktauswahl und -vergleich, elektronischer Antrag, Abschluss, Policierung oder die Verwaltung von Kunden- und Vertragsdaten, längst erledigen Makler viele dieser täglichen Aufgaben mithilfe von digitalen Lösungen. In den vergangenen Jahren konnten sie dadurch eine Vielzahl von Prozessschritten beschleunigen und vereinfachen – und somit ihren Administrationsaufwand erheblich verringern. Dazu trugen in starkem Maße auch die BiPRO-Normen bei, die Standards für den unternehmensübergreifenden Datenaustausch – zwischen Versicherer und Vermittler – definieren. An diesen Normen arbeiteten und arbeiten sowohl Versicherungs- als auch Maklerunternehmen mit. Die Anbieter von Maklerverwaltungsprogrammen (MVP) spielen in diesem Kontext eine verbindende Rolle: Angesichts der großen Anbietervielfalt fiel es gerade mittelgroßen bis kleinen Versicherern schwer zu entscheiden, auf welche MVPs sie sich zuerst fokussieren sollten. Diese Entscheidung wurde ihnen durch die Konsolidierung im MVP-Markt in den vergangenen drei Jahren zunehmend erleichtert. Auch ROLAND Rechtsschutz kam Anfang 2017 zu dem Schluss, dass die Zeit reif war, nun verstärkt in die Umsetzung von BiPRO-Normen zu investieren. Im Herbst konnte der erste Erfolg vermeldet werden: Die Umsetzung der Norm 425 gemeinsam mit der VEMA, gefolgt von diversen weiteren Partnern im Jahr 2018. Die Norm 425 regelt den Austausch von Daten in den Bereichen Tarifierung, Angebot und Antrag für die private sowie gewerbliche Rechtsschutzversicherung. Die Standards für die Übermittlung von Kunden- und Vertragsdaten werden durch die Norm 430 definiert, deren Rollout ROLAND Ende 2018 mit dem Partner assfinet beginnt. Die BiPRO Norm 440 wird parallel implementiert. Bis dato hat ROLAND bundesweit rund 12.000 Makler angebunden und plant bis Ende des kommenden Jahres für diese alle wichtigen Verbindungen zu MVPs und Vergleichern herzustellen. 28 Dezember 2018

Digitale Kontaktpunkte als Vertriebskanal und Impulsgeber Mit der konsequenten BiPRO-Umsetzung trägt der Kölner Rechtsschutzver - sicherer sowohl Vermittler- als auch Kundenbedürfnissen Rechnung. Denn: Schnelle, einfache und komfortable digitale Lösungen erwarten inzwischen beide Seiten. Ein Beispiel: In einer gemeinsamen Studie von Google und der Unternehmensberatung Bain & Company gaben 78% der befragten 10.000 Bundesbürger an, künftig auch digital mit ihrem Versicherer interagieren zu wollen. Dabei geht es nicht nur um den Austausch über laufende Verträge per E-Mail. Vielmehr wünschen sich Kunden während der gesamten Customer Journey eine einfache und transparente Interaktion über digitale Kanäle – vom Erstkontakt bis hin zum Schadenfall. Stichwort Erstkontakt: Sowohl Kunden als auch Makler konsultieren bei Interesse für eine Rechtsschutzversicherung im ersten Schritt häufig eine Vergleichsplattform. Das ist nachvollziehbar, da der Suchende hier schnell einen ersten Überblick über die verschiedenen Produkte und Tarife erhält. Zudem kann man durch Eingabe von Informationen zur persönlichen Situation und den eigenen Bedürfnissen sehr einfach ein Angebot herausfiltern, das dazu passt. Die meisten Kunden schließen nach einer mehr - dimensionalen Suche zwar bei einem Vermittler ab, überprüfen ihre Entscheidung zuvor aber oft noch einmal über einen digitalen Kontaktpunkt, sodass es wichtig ist, den Kunden bei seiner Suche multikanalfähig zu unterstützen. Diese Unterstützung wird angesichts einer wachsenden Angebotsvielfalt und -komplexität immer wichtiger werden. neun Team-Mitglieder wurden aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Produktmanagement, Aktuariat, IT, Vertrieb und Versicherungs technik zusammengezogen. Das Team handelt agil und ist dabei an den richtigen Stellen in die Konzernstruktur eingebunden. Mit offensichtlichem Erfolg: Im Mai 2018 brachte es den ersten modifizierten Rechtsschutz für Privatkunden heraus, der so gut angenommen wurde, dass ROLAND in diesem Jahr sein digitales Inlandsgeschäft verzehnfachen wird. Start-ups eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten Schnelligkeit, agile Produkt- und Lösungsentwicklung, ein starker Kundenfokus – diese Aspekte schätzt ROLAND auch an der Partnerschaft mit dem Start-up KASKO. Seit knapp zwölf Monaten arbeitet der Rechtsschutzversicherer mit dem InsurTech zusammen. Das Ziel: Durch die technische Lösung von KASKO können digitale Vermittler ROLAND- Produkte sehr einfach in ihr Produktangebot aufnehmen. KASKO bietet ihnen dafür unterschiedliche Web-Services, um ihr Angebotswesen (Preiskalkulation, Produktbeschreibung, Unterlagen, Police) vollkommen automatisiert abzuwickeln. Die Infrastruktur aufzubauen, dauert unter idealen Bedingungen nur eine Woche, sodass ROLAND mittlerweile im Zwei-Wochen-Takt neue digitale Vermittler anbindet. Aufgrund der zahlreichen Anfragen sind Anbindungen inzwischen bis Sommer 2019 geplant. Fazit Die digitale Transformation bietet Versicherern die Chance, sich noch kunden- und vermittlerzentrierter auszurichten. Aus Sicht von ROLAND Rechtsschutz gibt es dabei wie beschrieben drei wesentliche Hebel: W Unterstützung der Digitalisierung von Maklerprozessen durch die Umsetzung von BiPRO-Normen; W Verbesserung des Angebots an allen digitalen Kontaktpunkten; W Erschließung neuer Vertriebskanäle durch die Zusammenarbeit mit Start-ups. Im Hinblick auf diese Themen ist ROLAND Rechtsschutz vielleicht kein „First Mover“ – nun aber mit voller Konsequenz dabei. W Basierend auf dieser Erkenntnis hat ROLAND vor einem Jahr ein neues Team gegründet, dessen Ziel es ist, das digitale Angebot des Rechtsschutzversicherers auf Plattformen multikanalfähig zu optimieren – das heißt, Schnittstellen herzustellen, neue Produkte zu entwickeln und das Kundenerlebnis zu verbessern. Die Von Joachim Schabacker, Leiter Vertrieb Deutschland, und Fynn Monshausen, Head of Digital Sales der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG Dezember 2018 29