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AssCompact 12/2019

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ASSEKURANZ

ASSEKURANZ Lückenschluss: Neue digitale Services für die Kernprozesse in der LV Nicht nur der Fragenkatalog im Briefkasten wird vom knappen Online-Interview abgelöst. Für die digitale Zeitenwende in den bisher oft umständlichen Kernprozessen der Lebensversicherung bietet Munich Re eine Reihe von Services. Diese vereinfachen den Informationsaustausch zwischen Versicherten, Vertrieb, Ärzten und Versicherungsunternehmen. © Peter Hermes Furian – stock.adobe.com Komplexe medizinische Risiken eines Antragstellers in der Lebensversicherung müssen vom Risikoprüfer eingeschätzt werden. Deshalb hat er bisher einen standardisierten Fragenkatalog per Briefpost an den Hausarzt des Antragsstellers verschickt. Diesen hat der Arzt – ohne Hilfestellung und Anleitung – teilweise handschriftlich und oft nur lückenhaft pflichtschuldig ausgefüllt. Tage später kam das Schriftstück per Post zurück. Der Risikoprüfer musste die Angaben akribisch entziffern, risikorelevante Informationen analysieren, digital für die Weiterverarbeitung erfassen und im Abgleich mit dem Underwriting-Manual bewerten. Was ändert der neu entwickelte digitale Service MIRApply Physician? Er fragt den Arzt im regelbasierten Online-Dialog nur nach relevanten Informationen und führt im Drop-down- Menü oder in kontextbezogenen Unterpunkten zielstrebig durch die Gesundheitsfragen. „Mit der MIRA Digital Suite gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung digitale Zukunft. Die Services beschleunigen die Prozesse im Sinne aller Beteiligten.“ Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand EUROPA Leben im Continentale Versicherungsverbund Lesbar und vollständig werden die Daten im geschützten Raum erhoben und automatisch ausgewertet. Sollten am Ende Informationen fehlen oder Zusatzangaben eine Neubewertung ermöglichen, fragt das System eigenständig nach. Die Anwendung liefert dem Risikoprüfer einen begründeten Tarifierungsvorschlag auf Basis von MIRA, dem Underwriting-Manual von Munich Re. Nur noch fünf statt 45 Minuten pro Fall Der digitalisierte Teilprozess bringt enorme Vorteile: So sinkt aufseiten der Versicherer die durchschnittliche Fallbearbeitungsdauer pro Arztanfrage von 45 Minuten auf nur noch fünf Minuten. Zudem sorgen automatisch generierte Tarifierungsvorschläge für eine höhere Konsistenz und Transparenz bei den Risikoentscheidungen. Und die Ärzteschaft? Allen Vorurteilen, Ärzte seien konservativ und digitalisierungskritisch, zum Trotz hat das Tool MIRApply Physician eine sehr hohe Akzeptanz erzielt. Zeitersparnis und Effizienz haben viele Ärzte überzeugt: Je nach Anbieter nutzen bis zu 70% der Mediziner die digitale Lösung. Ähnliche Digitalisierungsservices für weitere bisher analoge Teilprozesse der Risiko- und Leistungsprüfung sind in der MIRA Digital Suite realisiert und können von Erstversicherern auch modular genutzt werden. Deutlich bessere Kundenerlebnisse Das Pendant zu MIRApply Physician in der Suite heißt MIRApply Insured. Risikorückfragen an den Antragsteller können über den cloudbasierten Service schneller und komfortabler gestellt werden. Zum Anwendungsfall: Der Versicherer schickt dem potenziellen Kunden anstelle seitenlanger Standardformulare einen Link auf die geschützte Website. Über ihn gelangt der Kunde online direkt zur Risikoabfrage. Ein dynamischer Abfrage-Algorithmus steuert 32 Dezember 2019

Continentale setzt auf MIRA Digital Suite Der Continentale Versicherungsverbund zählt mit seinem Unternehmen EUROPA zu den Digitalisierungspionieren im deutschen Markt. In der Antragsstrecke nutzt der Direktversicherer die MIRA Digital Suite mit eigenem Branding als erster Versicherer komplett. Die aktuelle Bilanz: W W W MIRApply Physician/eGesundheitsDialog Arzt: Die Akzeptanz bei den Ärzten lag trotz der zum Einführungszeitpunkt im Herbst aktuellen DSGVO-Thematik von Beginn an bei hohen 50%. Tendenz schnell steigend. Inzwischen nutzen zwei Drittel der Ärzte das schnelle und effiziente Tool. MIRApply Insured/eGesundheits- Dialog Kunde: Im Sommer 2019 ging das digitale Werkzeug für Risikorückfragen für den Kunden live. Auch hier war die Akzeptanz auf Anhieb gegeben. Aktuell kommen kaum noch steigerbare 92% der Antworten digital zurück. MIRA PoS/eGesundheitsCheck: Für das Online-Direktgeschäft in der Sparte Risiko-Leben hat die EUROPA Versicherung die automatisierte Risikoprüfung mithilfe von MIRA PoS integriert. Inzwischen können hiermit 75% der Online-Anträge abschließend votiert werden. den regelbasierten Dialog interaktiv, sodass der Kunde ausschließlich die für ihn relevanten Fragen beantworten muss – schnell und einfach per Klick. Wie bei der App für Arztanfragen wird der Prozess in der Antragsabteilung massiv beschleunigt. Transparenz und Konsistenz der Entscheidungen steigen. Nötige Daten werden strukturiert im Beantwortungsprozess erhoben und ohne zusätzliche technische Verarbeitung direkt nutzbar. Kunden und Makler profitieren von kurzen Reaktionszeiten und beschleunigten Annahmeprozessen. Der gesamte Ablauf ist komfortabel und zeitgemäß. Damit wird das Erlebnis des Kunden beim Versicherer merklich verbessert und entspricht dem, was heute auch in anderen Lebensbereichen – ob beim Online-Einkauf oder Bankgeschäft – digital erwartet wird. Kunden erleben den Vertragsabschluss deutlich positiver, was den Vertriebsprozess optimiert und Wettbewerbsvorteile bringt. CLARA halbiert Zeit bis zur BU-Leistungsentscheidung Maßgeblich für die Zufriedenheit der Kunden und die Reputation eines Versicherers ist speziell im BU-Geschäft das Tempo bei der Schadenbearbeitung. In der analogen Welt – dies zeigt eine Studie von Franke und Bornberg – wartet der Versicherte vom Zeitpunkt der Schadenmeldung durchschnittlich 196 Tage, ein halbes Jahr, auf die Leistung. Das hat Munich Re motiviert, MIRA Digital Suite um den Service CLARA (Claims Risk Assessor) zu erweitern. Die datengetriebene Automatisierungslösung verkürzt den Zeitaufwand für die Schadenbearbeitung mithilfe strukturierter Telefon-Interviews auf rund 98 Tage bis zur BU-Leistungsentscheidung. In einzelnen Fällen liegt das rechtssicher und transparent begründete Votum schon nach fünf Tagen vor. Wenig Aufwand und neue Erkenntnisse für Versicherer Die Vorteile für Lebensversicherer stellen sich sofort ein: Sie sparen Zeit und Kosten, verbessern ihre Reputation und stärken die eigene Wettbewerbsposition. Zudem verursachen die cloudbasierten Services der MIRA Digital Suite beim Versicherer fast keinen IT- und Wartungsaufwand. Software, Regelwerke und Algorithmen aktualisiert Munich Re automatisch – eigene Hardware ist nicht erforderlich. Mit dem Schnittstellenmodul MIRA PoS lassen sich die digitalen Services der Risikoprüfung vollständig in die Anbieterumgebung integrieren und ermöglichen in der Antragsstrecke auf Wunsch eine komplette Dunkelverarbeitung. Die Daten können durchgängig in den Modulen weiterverwendet werden und liegen strukturiert über alle Prozesse hinweg vor, das steigert auch die Data-Analytics- Fähigkeiten. So lassen sich künftig mithilfe strukturierter Daten von der Risikoprüfung bis zur Schadenbearbeitung völlig neue Erkenntnisse gewinnen. W Von Wolfgang Demmerich, Business Development Manager Digital Services bei Munich Re Dezember 2019 33

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