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AssCompact 12/2019

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KRANKENVERSICHERUNG Wie

KRANKENVERSICHERUNG Wie Vermittler jetzt ihre Chancen in PKV und bKV nutzen können ©deagreez - stock.adobe.com Die Diskussion um das duale Gesundheitssystem verstummt nicht. Das wirkt sich auf die Vermittlung von privaten Krankenversicherungen aus, Vermittler und Kunden zögern. Doch es gibt weiterhin Argumente für die PKV. Und sollte die Vollversicherung tatsächlich wegfallen, bietet die bKV neues Vertriebspotenzial. Viele Vermittler sind verunsichert bei der Ansprache der Kunden zu Themen der Krankenversicherung. Befeuert wird dies durch Darstellungen in den Medien und den vielen Kommentare der jeweiligen Interessenvertreter. Es geht meist um das Nebeneinander von gesetzlicher Krankenkasse (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) und deren Entwicklungen in der Zukunft. Eigentlich müsste man jedem Interessenten heute empfehlen, in die PKV zu wechseln, sollten die Voraussetzungen und das familiäre Umfeld dies zulassen. Denn sollte es tatsächlich in den nächsten Jahren zu einer Einheitsversicherung kommen, ist ein solcher Wechsel dann nicht mehr möglich. Im Gegenzug aber besteht dann die Möglichkeit, in diese Einheitsversicherung hinein zu wechseln, wenn dies gewünscht sein sollte. So zumindest die Informationen, die zu diesem Thema vorliegen. Es besteht also kein Risiko, sich heute für einen solchen Systemwechsel zu entscheiden und diese Entscheidung dann lebenslang mit allen Konsequenzen tragen zu müssen. Wirtschaftlichkeit in der GKV Die PKV bietet Vermittlern hohes Beratungspotenzial. © LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com Grundvoraussetzung für den Erhalt von medizinischen Leistungen, dem eigentlichen Kernthema dieser Diskussion, ist in beiden Systemen dieselbe: Es muss genügend Geld zur Verfügung stehen. Und gerade hier wird sich in den nächsten gut zwanzig Jahren zeigen, welches der Systeme auf diese Herausforderungen besser vorbereitet ist. Schon heute sagen alle Berechnungen zur Finanzierung der GKV große Einschnitte auf der Einnahmenseite voraus, getrieben durch die demografischen Entwicklungen und den Wegfall vieler Millionen Arbeitnehmer und deren höhere Beiträge zur GKV. 38 Dezember 2019

Im Gegenzug nimmt die Zahl der Rentner mit über fünf Millionen bis 2040 zu. Es gibt bis heute keine belastbaren Berechnungen der Vertreter der Einheitsversicherung, wie das Delta aus dem Wegfall der hohen Beiträge der Generation 50+ und dem dann anfallenden Beitragsaufkommen als Rentner gegenfinanziert werden soll. Prognosen sagen heute schon ein Defizit von gut 50 Mrd. Euro voraus. Die Folgen daraus sind unweigerlich entweder deutlich steigende Beiträge, kombiniert mit immer höheren Bundeszuschüssen, die von allen Steuerzahlern getragen werden müssen, oder das Wirtschaftlichkeitsgebot zieht sich immer enger wie ein Korsett um die von der GKV erstattungsfähigen Leistungen. Wirtschaftlichkeit in der PKV In der PKV wirken sich aktuell andere Dinge auf das Thema langfristige Beitragsentwicklungen aus. Das Niedrigzinsumfeld lässt die Alterungsrückstellungen von gesamt über 270 Mrd. Euro nicht so anwachsen wie gewünscht. Sich aber auch ausschließlich darauf zu verlassen, dass diese Alterungsrückstellungen schon irgendwie ausreichend sein werden, auch die Beiträge im Alter finanzierbar zu machen, ist ein schwerer Trugschluss. Der Wechsel in eine PKV sollte niemals vor dem Hintergrund stehen, in erster Linie Beiträge zu sparen. Eine Langfristbetrachtung muss immer auch die Finanzierung der Gesundheitsvorsorge im Alter berücksichtigen. Wer es heute unterlässt, die Ersparnis zur GKV auf die hohe Kante zu legen, wird das lebenslange Leistungsversprechen einer PKV, kombiniert mit Beitragssteigerungen, finanziell schwer zu stemmen haben. Zum Beitrag der GKV sollte parallel eine Berechnung von Zusatzversicherungen bis zum Leistungsniveau der PKV erfolgen, da sich erst jetzt ein seriöser Vergleich in finanzieller Hinsicht erstellen lässt. Die Gesamtersparnis von GKV zuzüglich Zusatzversicherungen zur ausgewählten PKV ist der Basiswert zur Berechnung der monatlichen Geldanlage für die Finanzierung der Gesundheitsvorsorge auch im Rentenalter. Wird dieser Weg konsequent gegangen, ist die Finanzierung auch höherer Beiträge in der PKV im Rentenalter immer gewährleistet. Wunsch nach bestmöglicher Behandlung Viel wichtiger erscheint aber doch der Wunsch nach bestmöglicher medizinischer Behandlung, gerade dann, wenn es gesundheitlich einmal ernst wird. Wie möchte ich versorgt sein? Wer soll mich behandeln? In welchem Krankenhaus möchte ich behandelt werden? Das sind doch die brennenden Fragen, die es zu beantworten gilt. Das sind die Dinge, die einen massiv betreffen, wenn man gesundheitliche Hilfe benötigt. Die Antworten darauf geben die Versorgungsansprüche der beiden Systeme GKV und PKV. Freie Krankenhauswahl Zum einen die gesetzlichen Regelungen des Zuganges zu Krankenhäusern nach § 39 SGB V. Hier ist geregelt, dass immer ein Krankenhaus in direkter Nähe gewählt werden sollte. Auch darf die Krankenkasse aus ökonomischen Gründen bei der Krankenhauswahl mitreden, wird zum Bespiel ein anderes Krankenhaus als das nächstgelegene, geeignete und kostengünstige gewählt. Hier kann die Krankenkasse die Mehrkosten dem Versicherten in Rechnung stellen. Es gibt aber auch Krankenkassen, die mit der freien Krankenhauswahl werben. Dies hat dann allerdings noch nicht mit der freien Wahl des Behandlers, des Wunscharztes, zu tun. Die Bereitstellung des Arztes obliegt dann weiterhin dem Krankenhaus. Also ist auch hierbei eine bestmögliche Versorgung noch nicht gegeben. All dies kennt ein Tarif einer PKV nicht, wenn das Thema Wahlleistungen (unter anderem Terminvergabe, Unterkunft, ärztliche und medizinische Wahlleistungen) gut versichert ist. Warum gerade dieser Bereich so wichtig ist, zeigen die Ergebnisse einer Analyse von Science Media Center und dem Projekt Weisse Liste der Bertelmann Stiftung aus Juni 2019 zur erstmaligen Veröffentlichung der Mindestmengen der deutschen Krankenhäuser. Unter die Mindestmengenregelung fallen komplexe Operationen, die ein Krankenhaus O Kunden wollen bei der medizinischen Versorgung die Wahl haben. Der Wechsel in eine PKV sollte niemals vor dem Hintergrund stehen, in erster Linie Beiträge zu sparen. Eine Langfristbetrachtung muss immer die Finanzierung der Gesundheitsvorsorge im Alter berücksichtigen. © Svyatoslav Lypynskyy - stock.adobe.com Dezember 2019 39

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