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AssCompact 12/2019

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KRANKENVERSICHERUNG

KRANKENVERSICHERUNG „Ich kann Vermittlern nur raten: Keine Angst vor der bKV“ Interview mit Dr. Jan Esser, Mitglied des Vorstands der Allianz Private Krankenversicherungs AG (APKV) Die Allianz wächst in der betrieblichen Krankenversicherung fünfmal stärker als der Markt. Elf Bausteine stellt der Versicherer dabei seinen Firmenkunden zur Verfügung. Das Geschäft kommt jetzt auch immer öfter über Versicherungsmakler. Herr Dr. Esser, die betriebliche Krankenversicherung kommt nach längerer Anlaufphase in Schwung. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein? Die bKV verzeichnet einen spürbaren Aufwärtstrend. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern eine bKV anbieten, mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei rund 9.000. Diese Zahl zeigt aber auch: Hier ist noch viel Potenzial. Bei der Allianz machen wir die Erfahrung, dass sich Arbeitgeber verstärkt für die bKV interessieren und auch abschließen. Die bKV bleibt für uns ein Wachstumsmarkt. Könnte eine sich abschwächende Konjunktur der bKV einen Strich durch die Rechnung machen? Die Unternehmen selbst sehen im Fachkräftemangel das Geschäftsrisiko Nummer eins, nicht in der Konjunktur. Das berichtet der Arbeitsmarktreport des Deutschen Industrieund Handelskammertages. Und in einem Land mit unserer Demografie wird dieser Mangel eine Herausforderung bleiben. Genau da spielt die bKV ihre Stärken aus. Sie ist ein hervorragendes Instrument, um als Arbeitgeber qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu halten. Zudem punktet sie auch hinsichtlich ihrer Kosten, da sie im Vergleich zu anderen Personalzusatzleistungen oft günstiger ist. Ich mache mir daher keine Sorgen um die bKV. Viele bKV-Verträge der letzten Monate gingen an Ihr Haus. Können Sie uns ein paar Marktzahlen nennen und wo steht da die Allianz? Die bKV insgesamt wächst – und die APKV wächst, bezogen auf die versicherten Personen, seit 2015 etwa fünf Mal stärker als der Markt. Jedes Jahr verzeichnen wir im Schnitt rund 50% mehr Versicherte als im Vorjahr. Einen besonderen Auftrieb hat unsere bKV bekommen, als wir Mitte 2018 unser Portfolio komplett überarbeitet haben: Seitdem bieten wir in allen Tarifen altersunabhängige Einheitsbeiträge an und die Bausteine können frei miteinander kombiniert werden. Außerdem haben wir unser Angebot um zwei Zahnersatztarife ergänzt, bei denen wir auf eine Zahnstaffel und Wartezeiten verzichten und sogar die Kosten laufender Behandlungen übernehmen. Damit haben wir offenbar einen Nerv getroffen: Sieht man sich die Anzahl der versicherten Firmen an, ging im ersten Halbjahr nach Start der neuen Tarife schon gut ein Fünftel des Wachstums im Markt an uns. Im ersten Halbjahr dieses Jahres war es mehr als ein Viertel. Einige Erfolgszahlen hatten Sie bereits zum Sommerende bekannt gegeben. Zwei Sachen haben uns da überrascht: Warum sind bei der bKV die kleineren Unternehmen den Konzernen voraus? Weil gerade kleinere und mittelständische Unternehmen besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen sind und daher schneller handeln müssen: Die „Großen“ punkten bei Bewerbern allein schon durch ihre Bekanntheit, bieten oft einen ganzen Strauß an Zusatzleistungen oder haben ein eigenes betriebliches Gesundheitsmanagement. Clevere Mittelständler und kleinere Firmen haben schnell erkannt, dass sie sich mit der bKV unkompliziert und wirkungsvoll ebenfalls einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können – und potenziellen Mitarbeitern damit Zusatzleistungen bieten, die hoch im Kurs stehen. Inzwischen entdecken aber auch große Unternehmen, dass sie eine bKV sinnvoll einsetzen können; die ersten DAX- Konzerne haben wir bereits versichert. Denn die bKV hat einen großen Vorteil: Mitarbeiter können die Angebote ganz individuell nutzen. Sie sind nicht mehr an den Standort oder an bestimmte Termine gebunden, sondern nehmen die Leistungen am Ort und zur Zeit ihrer Wahl in Anspruch. Das ist gerade für diejenigen, die mobil oder in Teilzeit arbeiten oder im Außendienst unterwegs sind, ein Riesengewinn. Und wie kommt es, zweitens, dass die Allianz bisher noch ohne bKV ausgekommen ist? 46 Dezember 2019

Wir haben in der Allianz Deutschland schon länger eine bKV für unsere leitenden Angestellten – und seit Juli auch für alle übrigen rund 24.000 Kolleginnen und Kollegen. Sie ergänzt passgenau das in unserem Haus lange etablierte betriebliche Gesundheitsmanagement, das von der Grippeschutzimpfung bis zum Fitnesskurs ebenfalls viele Leistungen bietet. Nun lernen Sie dazu auch die Kundensicht kennen: Was läuft gut? Wo hakt es? Unsere Mitarbeiter können die bKV erst seit Juli nutzen, es ist also noch etwas früh für ein Resümee. Aber: Wir haben ein überwältigendes Feedback aus der Mitarbeiterschaft erhalten. Dass unser Angebot gut ankommt, war zu erwarten. Aber dass die Mitarbeiter das so deutlich und begeistert geäußert haben, hat mich schon überrascht. Wir haben im eigenen Haus gespürt: „bKV wirkt“. Wie gestaltet sich denn Ihr externes Angebot – also für Ihre Firmenkunden? Unser Portfolio besteht aus elf verschiedenen, frei kombinierbaren bKV-Bausteinen: Vom Zahnersatz über die Heilpraktikerbehandlung bis zur Vorsorge und dem Zweibettzimmer im Krankenhaus können Firmen sich daraus ein Paket schnüren, das zu ihnen und ihrer Belegschaft passt. Dank des schon erwähnten Einheitsbeitrags ist die bKV für den Arbeitgeber zudem übersichtlich und einfach in der Verwaltung. Welche Leistungsstärke oder welche Modelle werden denn von den Arbeitgebern insbesondere gewählt? Am meisten verkaufen wir unsere Zahntarife. Sie werden auch von den Arbeitnehmern stark nachgefragt, weil die GKV im Zahnbereich regelmäßig hohe Zuzahlungen vorsieht und eine bKV diese Kosten übernimmt. Ebenfalls beliebt sind unsere Vorsorgebausteine. Nun ist die Einrichtung einer bKV auch immer eine steuerliche Frage für den Arbeitgeber. Sitzt denn bei der Beratung immer ein Steuerberater mit am Tisch? Dr. Jan Esser sieht in der bKV einen Wachstumsmarkt für die Allianz. Es ist sicher nicht verkehrt, wenn auch der Steuerberater eines Arbeitgebers bei der Einführung der bKV miteinbezogen wird. Er ist im Normalfall gut vertraut mit der Firma und kann vieles vorab klären. Darüber hinaus stellen wir unseren Kunden umfangreiche Unterlagen zur Verfügung, die wir mit Steuerberatern zusammen entwickelt haben. Wenn dann noch steuer- und arbeitsrechtliche Fragen offenbleiben, sind unsere bKV-Experten zur Stelle und arbeiten bei Bedarf auch mit externen Spezialisten zusammen. Der Start der bKV soll schließlich glatt laufen. Über welchen Vertriebskanal kommt denn das Geschäft? Und wo sehen Sie Potenzial? „Da die bKV zwar ein wachsendes, aber immer noch relativ kleines Geschäftsfeld ist, sehe ich in jedem Vertriebsweg Potenzial.“ Die bKV wird nach wie vor hauptsächlich über unsere Allianz Vertreter verkauft. Freie Vermittler und Makler haben in den letzten Jahren aber zugelegt. Über sie kommt inzwischen etwa ein Drittel des Geschäfts. Es gibt außerdem die Tendenz, dass im Maklervertrieb eher größere Unternehmen ab 100 Mitarbeitern gewonnen werden, da diese oft Wert auf eine Ausschreibung legen. Auch wenn die Einführung der bKV dann etwas länger dauern kann – am Ende lohnt es sich. Und da die bKV zwar ein wachsendes, aber immer noch relativ kleines Geschäftsfeld ist, sehe ich in jedem Vertriebsweg Potenzial. Welche Voraussetzungen sollte ein Vermittlerbüro mitbringen, um sich in das Abenteuer bKV zu werfen? Ich kann Vermittlern nur raten: keine Angst vor der bKV. Wagen Sie es einfach und sprechen Sie das Thema an – und nutzen Sie die Unterstützung, die wir Ihnen bieten. Insgesamt stehen Arbeitgeber der bKV aufgeschlossen gegenüber, denn sie wissen, dass sie etwas dafür tun müssen, um gute Fachkräfte zu finden und zu halten. Von Vorteil ist es natürlich, wenn Vermittler bereits Firmenkunden haben. Da fällt es leichter, im Beratungsgespräch auch die bKV vorzustellen. Gerade in Kombination mit der bAV können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ein wirklich nachhaltiges Angebot machen. W Dezember 2019 47

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