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AssCompact 12/2019

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INVESTMENT | Roundtable

INVESTMENT | Roundtable 2. AssCompact Roundtable Investmentfonds 2019 AssCompact hat auf der DKM 2019 wieder zum Investment-Roundtable geladen. Experten der teilnehmenden Gesellschaften diskutierten über aktuelle und zukünftige Vertriebstrends sowie über das Thema des Jahres: Nachhaltigkeit. Doch auch Marktthemen wie Handelskrieg und Brexit kehrten in diesem Jahr aufs Tableau zurück. Die DKM hat sich auch in diesem Jahr mit wichtigsten Trends der Finanz- und Versicherungswirtschaft auseinandergesetzt. Der Investmentkongress der diesjährigen Leitmesse trägt erstmals einen Zusatz: Nachhaltigkeit. Warum ist Nachhaltigkeit speziell in diesem Jahr so ein wichtiges Thema für die Investmentlandschaft? Sabine Härtl Weil es zum einen in aller Munde ist. Das heißt, dass es ein gesellschaftspolitisches Thema ist. Zum anderen aber auch, weil wir mit dem EU-Aktionsplan kurz vor einer neuen Regulierung stehen. Es müssen sich daher schon bald alle zwingend damit auseinandersetzen – sowohl als Portfoliomanager wie auch als Versicherer im Rahmen der IDD. Inwiefern wird Nachhaltigkeit von Kunden bereits vermehrt nachgefragt? 2. Roundtable Investmentfonds 2019 – die Teilnehmer: Martin Eberhard, Vorstand Marketing der FondsKonzept AG Sabine Härtl, Leiterin Mandats- & Vertriebsmanagement der DJE Kapital AG Thorsten C. Klingenmeier, Director I Senior Relationship Manager Insurance der DWS International GmbH Franz Linner, Leiter Finanzportfolioverwaltung der European Bank for Financial Services GmbH (ebase) Gabriele Recke, Leiterin Nachhaltigkeit Allianz Leben der Allianz Investment Management SE Dierk Wilhelmsmeyer, Chief Technology Officer (CTO) von DAB BNP Paribas Moderation: Michael Herrmann, AssCompact Franz Linner Man merkt es auch auf der Kundenseite. Bei ebase sieht man das auch an den Fondsabsätzen. Es ist ein Thema, das zunimmt. Die Nach - frage ist da. Teilweise kommen die Kunden aktiv auf uns zu und fragen nach Fonds, die noch nicht auf der Plattform sind. Und es wird auch von den Vermittlern so gesehen. In einer ebase-Umfrage haben 90% der Vermittler angegeben, dass Nachhaltigkeit für sie ein Thema für die Zukunft ist. Martin Eberhard Es stellt sich im Grunde ohnehin nicht mehr die Frage, ob man Nachhaltigkeit gut findet oder nicht. Das Thema kommt eh zukünftig in das Beratungsprotokoll mit rein. Berater müssen den Kunden dann fragen, ob er in seiner Geldanlage Wert auf Nachhaltigkeit legt oder nicht – wie auch immer das genau definiert oder ausgelegt wird. Entsprechend muss das Portfolio danach aus - gerichtet werden. Vonseiten der Fondsgesellschaften ist das Thema bereits sehr 58 Dezember 2019

gut platziert, auch mit entsprechenden Produkten. Auf Vermittlerseite herrscht allerdings noch Verunsicherung, wie es nicht nur auf Nachfrage der Kunden, sondern als aktives Marketinginstrument verwendet werden kann. Nachhaltigkeit ist kein Trend, der heute da ist und morgen wieder geht. Das Thema wird uns bleiben. Gott sei Dank. Ich vergleiche es gerne mit der Niedrigzinsphase. Die haben wir auch schon seit zehn Jahren und der Vermittlermarkt hat noch zu wenig draus gemacht. Würden heute die Kunden gefragt, ob sie bei der Geldanlage Wert auf Nachhaltigkeit legen, würden die wenigsten mit Nein antworten. Und damit hätte ich ja schon einen guten Türöffner. Natürlich herrscht auch noch viel Verunsicherung, zum Beispiel bei der Frage, wie man ein nachhaltiges Portfolio konkret baut. Bisher ist großes Interesse an dem Thema vorhanden. In der Absatzstatistik unseres Pools merken wir davon allerdings noch zu wenig. Dierk Wilhelmsmeyer Bei unseren institutionellen Kunden sehen wir, dass viele von ihnen nachhaltige Ziele in ihren eigenen unternehmerischen Werten festsetzen und entsprechend auch ihre Investments stärker dahingehend steuern wollen. Firmenkunden wie Banken, Stiftungen oder Versicherungen sind da im Allgemeinen schon weiter als der Endkundenmarkt. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei der DWS? Thorsten C. Klingenmeier Das Thema Nachhaltigkeit ist für die DWS von großer Bedeutung. Wir wollen zu den Marktführern der Asset-Management- Branche im ESG-Bereich gehören und stellen uns entsprechend auf. Insbesondere wollen und können wir unseren Kunden dabei helfen, nachhaltiger handeln zu können, indem wir ESG-Kriterien in unsere Anlageentscheidungen mit einbeziehen. Das ist bei uns Standard, denn Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil unserer Investmentplattform. Wir haben ESG in den DWS CIO-View, unsere strategische Hausmeinung, integriert. Indem wir ESG-Kriterien einbeziehen, reduzieren wir Anlagerisiken. Der Aktionsplan der EU für ein nachhaltiges Finanzwesen, der weitreichende Konsequenzen für die Vermögensverwaltungsbranche haben wird und den wir ausdrücklich begrüßen, bestätigt unser Vorgehen. Gabriele Recke Die Hauptherausforderung liegt darin zu definieren, was genau Nachhaltigkeit ist, und dass nicht zu viele angeblich grüne Produkte auf den Markt kommen, mit denen Greenwashing betrieben wird. Die EU hat diese Herausfor - derung erkannt und versucht gegenzusteuern. Das ist schwer umzusetzen und eine klare Lösung ist noch nicht zu sehen. Inwiefern hat das Thema zuletzt wirklich Fahrt aufgenommen? Recke Die Allianz ist schon relativ lange in diesem Bereich aktiv. Das letzte Jahr war diesbezüglich allerdings unglaublich. Sowohl innerhalb der Allianz als auch von außerhalb merkt man, dass das Thema Nachhaltigkeit deutlich an Bedeutung gewonnen hat und immer mehr Fragen dazu kommen. Linner Das Thema war ja schon mal aktuell. Als damals Riester eingeführt wurde, war auch die Pflicht zu fragen: Möchtest du eine ESG-konforme Anlage? Damals hat es sich noch nicht durchgesetzt. 2001 war die Zeit noch nicht so weit. Heute ist es aber in der Gesellschaft wesentlich breiter verankert, und das sieht man auch in der Nachfrage. Besteht die Herausforderung jetzt vor allem darin festzulegen, was nachhaltig ist und was nicht? Klingenmeier In der Tat ist eine der größten Herausforderungen im Hinblick auf den Vertrieb von nachhaltigen Investments der fehlende Marktstandard, aber auch die unterschiedlichen Investmentansätze und das fehlende gemeinsame Verständnis innerhalb der Branche über das, was grüne Finanzprodukte sind. Aufgrund des Zeitdrucks sollte aber zunächst jedes Haus definieren, wie es das Thema Nachhaltigkeit umsetzen möchte. Dazu gehören Themen wie Produktauswahlprozess, Produktpalette, Erweiterung der Beratungsprozesse, Geeignetheitsprüfung, Schulung der Mitarbeiter, Integration von Nachhaltigkeitsrisiken ins Portfoliomanagement oder Reporting. Wir stehen unseren O Dierk Wilhelmsmeyer sieht institutionelle Kunden bei Nachhaltigkeit schon weiter als den Endkundenmarkt. Dezember 2019 59

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