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AssCompact 12/2019

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DKM-News Messe Dortmund

DKM-News Messe Dortmund 22. – 24. Oktober 2019 Fakten, Meinungen und Inspirationen: Große Namen in der Speaker’s Corner In der Speaker’s Corner der DKM waren auch in diesem Jahr wieder Persönlichkeiten auf der Bühne, die man nicht überall zu sehen und zu hören bekommt. Im Gepäck dabei hatten sie Fachwissen, Zukunftsideen und Impulse aus anderen Branchenwelten. Verbunden mit der Idee der Ökosysteme ist die in Umsetzung befindliche PSD 2. Mit ihr müssen Banken auch anderen Instituten nach Einwilligung der Kunden Kontoinformationen zur Verfügung stellen. Dies sei ein neuer Weg, Kunden anzusprechen, so die Vorstandsvorsitzenden. Allerdings sei das noch die Theorie. In der Praxis starte es holprig. Die Kunden seien einfach nicht so schnell bereit, ihre Daten freizugeben. Die Gesellschaften arbeiten aber alle daran, die Daten künftig auswerten und dann den Vermittlern zur Verfügung stellen zu können – was wiederum zu einer Produktivitätssteigerung im Vertrieb führen könne. Die Podiumsdiskussion zur Zukunft der Versicherungswirtschaft ist ein Qualitätsmerkmal der DKM. VV-Runde: Der persönliche Vertrieb wird bleiben Die Runde der Vorstandsvorsitzenden, mit der das Programm der Speaker’s Corner am ersten Messetag startete, war wieder ein Besuchermagnet. Die Zuschauer konnten dort erfahren, wie sich die Versicherer auf die digitale Zukunft vorbereiten und welche Bedeutung sie dem persönlichen Vertrieb in diesem Umfeld einräumen. Unter der Leitung von Dr. Marc Surminski (Zeitschrift für Versicherungswesen) diskutierten Dr. Achim Kassow (ERGO), Christoph Bohn (ALTE LEIPZIGER), Dr. Carsten Schildknecht (Zurich) und Dr. Norbert Rollinger (R+V). Das brandaktuelle Thema Ökosysteme beschäftigt die Entscheider der Versicherer sehr, konnte man der Diskussion insbesondere entnehmen. Die Häuser stehen vor der Frage, ob man selbst Ökosysteme bauen oder aber Teil eines bestehenden Ökosystems werden könne. Ein eigenes Ökosystem sei der Königsweg – nur müsse man dem Kunden dann auch eine Lebenswelt bieten, die ihn anspreche und dazu bringe, das Ökosystem auch zu nutzen. Schwierig sei das, weil Versicherung eben weiterhin kein Hype-Produkt sei, wie die Teilnehmer zu bedenken gaben. Würde man sich in Ökosystemen nur als Produzent bzw. Lieferant einklinken, dann wäre man jedoch immer am kürzeren Hebel und dem Regime der jeweiligen Plattform unterworfen. Ob das dann auch tatsächlich so sei, fragte Moderator Marc Surminski nach. Spielt denn der Vermittler dann tatsächlich noch eine Rolle? Ja, so die Beteuerung der Entscheider. PSD 2 ermögliche es erst einmal nur, Daten zu übermitteln. Die Wünsche, Bedürfnisse und Pläne der Kunden kenne aber kein IT-System. Das ist das, was die Vermittler im persönlichen Gespräch ermitteln und entsprechend beraten müssten. Die Datenauswertung könne den Vermittlern aber enorm helfen. Auch künstliche Intelligenz (KI) sei keine Gefahr für die Vermittler. Auch hier gelte, dass sie dazu beitragen werde, die Vertriebsprozesse der Vermittler effektiver zu gestalten. Zudem könnten sie den Kunden damit personalisierter ansprechen. Allerdings war sich die Runde auch einig, dass man bei den Entwicklungen bei KI noch am Anfang stehe. 78 Dezember 2019

www.die-leitmesse.de Zinsumfeld: Altersvorsorge ohne Garantien Mit Klaus Kaldemorgen war in diesem Jahr eines der bekanntesten Investmentgesichter in Deutschland in der Speaker’s Corner vertreten. Der Fondsmanager der DWS zeigte unter anderem auf, wie dramatisch sich die Renditen von Staatsanleihen in den vergangenen Jahren verändert haben. Negative Renditen prägen demnach nicht nur in der Eurozone das Bild. Und im Gegensatz zum Death Valley sei bei den Zinsen nicht klar, ob der tiefste Punkt erreicht ist, so der Vortragende. Deutlich besser stelle sich das Bild bei Unternehmensanleihen dar. Sowohl in den USA als auch im Euroraum und sowohl im Investment-Grade-Bereich als auch bei High-Yields bieten sie laut dem DWS-Experten positive durchschnittliche Renditen von bis zu 5,6%. Insgesamt steige aber der Druck negativer Renditen auf Inves - toren rasant. „Altersvorsorge mit Garantien wird in einem solchen Umfeld schwerer“, mahnte Kaldemorgen. Kunden haben dem Starfondsmanager zufolge auf dieses drastisch veränderte Zinsumfeld bisher weitestgehend noch nicht reagiert. 2,5 von insgesamt 6,2 Bio. Euro des Vermögens bunkern deutsche Sparer in Bargeld und (nahezu) unverzinsten Anlagen. Vor den langfristig renditeträchtigen Aktien hätten die Deutschen aber große Angst, vor allem aufgrund der kurzfristigen Risiken und Schwankungen. Aktuell würden zudem die Risiken am Aktienmarkt steigen. „Die schwache Konjunktur belastet die Unternehmensergebnisse“, so Kaldemorgen. Das gelte insbesondere für Deutschland, wo die Unternehmensergebnisse je Aktie zuletzt um mehr als ein Fünftel gefallen sind. Insgesamt seien Aktien laut Kaldemorgen aber trotz der Gewinnschwäche vieler Unternehmen und großer Kurssteigerungen in den vergangenen Jahren keineswegs zu teuer. Im historischen Vergleich liegen die Bewertungen gerade in Europa unter den historischen Durchschnittswerten. Auch die Gefahr, die durch den Handelskrieg zwischen China und den USA ausgehe, sei von aktiven Investoren handhabbar, so die Einschätzung des Kapitalmarktexperten der DWS. Für die meisten Kunden sei Rendite aber ohnehin nicht alles. Vielmehr würden sie vor allem vier Dinge wollen: Renditen über der Inflationsrate, Streuung des Kapitals, Flexibilität der Investmentlösung und Beachtung der Risikotoleranz. Genau diese Anforderungen würden moderne Total- Return-Fonds wie beispielsweise der von Klaus Kaldemorgen selbst gemanagte DWS Concept Kaldemorgen erfüllen. Je nach Risikopräferenz könnten Kunden den für sie passenden Fonds finden – von defensiv bis offensiv. Der Fondsmanager Kaldemorgen hat natürlich auch selbst auf das veränderte Umfeld reagiert und mehrere Maßnahmen für seinen Fonds getroffen: Ausbau der US-Staatsanleihen, einen stabilen Goldanteil, den Kauf von Immobilienaktien, vermehrte Käufe von Titeln in Sicherheitswährungen wie Yen und Schweizer Franken. Mit einer solch aktiven Diversifikation seien die Risiken an den Kapitalmärkten nach wie vor in den Griff zu bekommen, zeigt sich Kaldemorgen überzeugt – und damit sei dann auch eine aktive Altersvorsorge ohne Garantien möglich. Klaus Kaldemorgen (r.) und DWS-Vertriebsleiter Harald Rieger (l.) diskutierten nach dem Vortrag mit AssCompact-Redakteur Michael Herrmann. Dezember 2019 79

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