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AssCompact Sonderedition Betriebliche Versorgung

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Produkte & Lösungen bAV © sdecoret – Fotolia.com Versorgungswerke auslagern schützt vor Überschuldung Vor allem in kleineren und mittelgroßen Unternehmen gibt es noch viele Versorgungswerke in Form von klassischen Pensionszusagen. Eine Auslagerung dieser Verpflichtungen in einen Pensionsfonds lohnt sich für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Gründen. Früher war die Pensionszusage eine attraktive Möglichkeit der betrieblichen Altersversorgung. Durch die Bildung von Pensionsrückstellungen nutzten Unternehmen Steuerstundungseffekte, die ihnen zusätzliches Eigenkapital bescherten. Häufig wurden für die Leistungen keine oder unzureichende Finanzierungsinstrumente aufgebaut. Klassische Versorgungswerke umfassen typischerweise gehalts- und dienstabhängige und damit dynamische Zusagen auf Alters-, Invaliditätsund Hinterbliebenenrenten. Brennpunkt demografische Entwicklung Doch obwohl die Versorgungswerke mittlerweile meist für neu eintretende Mitarbeiter geschlossen wurden, bergen sie immer noch erhebliche Planungs- und Liquiditätsrisiken, denn sie bestehen meist aus immer älter werdenden Rentnern und immer weniger Anwärtern. So spiegelt sich die demografische Situation in Versorgungswerken wider: Die Aktiven müssen den Gewinn erwirtschaften, um die Renten über tendenziell verlängerte Zeiträume zu finanzieren. Damit betreibt das Unternehmen ein Umlagesystem wie die gesetzliche Rentenversicherung. Umkehr des einstigen Innenfinanzierungseffekts Was bedeutet das nun für die Unternehmen? Ist die „Steuerersparnis“ nicht zum Aufbau zweckgebundener Mittel für die Rentenzahlungen (z. B. kongruente Rückdeckungsversicherung) genutzt worden, müssen andere Quellen herangezogen werden. Die zu erwartenden Rentenleistungen müssen also in die Liquiditäts- und Investitionsplanung einfließen, wobei diverse unternehmensfremde Größen die Prognose sehr diffizil gestalten. Langlebigkeit Selbst in reinen Rentnerbeständen vergehen meist noch Jahrzehnte bis zur endgültigen Abwicklung. Umso wichtiger ist es, nicht nur die Rentensummen, sondern auch die Zeiträume, für die sie anfallen, möglichst genau zu bestimmen. Leistungsfälle durch BU oder Tod Diese Risiken sind ein Unsicherheitsfaktor mit weitreichenden Konsequenzen. Pensionsrückstellungen beziehen sich zunächst auf den Zeitpunkt der Pensionierung und bauen sich allmählich auf. Tritt ein vorzeitiger Leistungsfall ein, muss die Pensionsrückstellung aber sofort auf den Wert aufgestockt werden, der für die Auszahlung der sogenannten „vorzeitigen Renten“ erforderlich ist. Ein solcher Bilanzsprung kann zu einer extremen Gewinnminderung und im Extremfall sogar zu bilanzieller Überschuldung führen. Rentenanpassungen nach § 16 BetrAVG Renten aus Versorgungen, die vor 1999 eingerichtet wurden, sind mindestens gemäß 26 Sonderedition

Verbraucherpreisindex bzw. Nettolohnentwicklung im 3-Jahres-Rhythmus anzupassen. Diese ungewissen Erhöhungen bleiben aufgrund der Bewertungsvorschriften des § 6a EStG bei der Ermittlung der Pensionsrückstellungen für die Steuerbilanz unberücksichtigt und finden sich in der HGB-Rückstellung nur dann wieder, wenn sie vom Unternehmen ausdrücklich vorgegeben wurden. bAV als K.-o.-Kriterium für Investitionen? Stehen laufenden Versorgungsverpflichtungen keine oder zu wenig zweckgebundene Mittel gegenüber, müssen die Renten aus dem operativen Geschäft finanziert werden und belasten den Cashflow – eventuell für Jahrzehnte! Und: Eine Fehlplanung kann sogar Investitionsprojekte blockieren. Wenn auf Renten beispielsweise 0,5% des Umsatzes entfallen, im selben Jahr aber eine Umsatzrendite von nur 2% erzielt wird, schlagen die Zahlungen plötzlich mit stolzen 25% des Gewinns zu Buche und das Investitionsbudget wird empfindlich dezimiert. Achtung, Scheingewinne! Zusätzlich wirken sich ungleiche Bewertungsvorschriften für Pensionen in der Steuer- und Handelsbilanz ungünstig aus. Während der steuerliche Zinssatz konstant bei 6% liegt, wird der Handelsbilanzzins laufend reduziert. Das geht mit stark steigenden Pensionsrückstellungen einher und hat gravierende Auswirkungen: In der Steuerbilanz entstehen durch unterbewertete Verpflichtungen „Scheingewinne“ – unter Umständen bei gleichzeitigem handelsrechtlichem Verlust. Außerdem ergeben sich eine rückläufige Eigenkapitalquote bzw. ein steigender Verschuldungsgrad und schlimmstenfalls bilanzielle Überschuldung. Auslagerung in den Pensionsfonds – Eine Maßnahme, viele Vorteile Es bietet sich an, die Gewinne eines ertragreichen Jahres für eine Auslagerung von Versorgungsverpflichtungen in den Pensionsfonds zu nutzen. Durch Auslagerung lassen sich die beschriebenen Begleiterscheinungen klassischer Versorgungswerke entschärfen bzw. eliminieren und weitere Vorteile erzielen: W Beseitigung von Bilanzsprungrisiken: Betriebsfremde Risiken (Langlebigkeit, Berufsunfähigkeit und Tod) werden ausgelagert und beeinflussen die Steuerbilanz nicht länger. W Umkehr des Negativeffekts „Scheingewinn“ in angemessene Gewinnminderung W Bilanzstabilität und Schutz vor unwägbaren Nachfinanzierungsrisiken: Die Laufzeiten von Kapitalanlagen und Verpflichtungen können weitgehend harmonisiert werden („duration matching“). W Stärkung der Eigenkapitalquote, Rentabilität, Bonität W Kostensenkung für gesetzliche Insolvenzsicherung um 80% W Administrative Entlastung: Pensionsfonds übernimmt Rentenverwaltung. W Schaffung von Plan-Assets: Nach internationalen Rechnungslegungsstandards ist Pensionsfondskapital saldierungsfähiges Vermögen. Fazit Unternehmen mit innenfinanzierten Versorgungswerken sind hinsichtlich des Risikomanagements, der Liquiditätsplanung und -steuerung und der bilanziellen Auswirkungen gefordert. Vor allem die komplexe Kalkulation und Finanzierung biometrischer Risiken, aber auch bilanzielle und weitere Aspekte verdeutlichen, dass für die Entscheidung für oder gegen einen externen Versorgungsträger der häufig herangezogene Vergleich zwischen Eigenkapitalrendite des Unternehmens und Kapitalanlagerendite des Pensionsfonds unzulänglich ist. Die Auslagerung der Versorgungsverpflichtungen in den Pensionsfonds befreit die Firma von bedeutenden betriebsfremden Risiken und stärkt Planungssicherheit und Bilanzstabilität. Die Swiss Life Pensionsfonds AG bietet Auslagerungsmodelle für jede Bedarfskonstellation, in die auch bestehende Rückdeckungsversicherungen einbezogen werden können. Ein durchdachtes Kapitalanlagekonzept ist genauso selbstverständlich wie die Unterstützung der Geschäftspartner mit dem langjährigen bAV- Wissen von Swiss Life. W Von Hubertus Harenberg, Mitglied des Vorstands Swiss Life Pensionsfonds AG Sonderedition 27