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AssCompact Sonderedition Betriebliche Versorgung

Ausgabe 2019

KONZEPTE & LÖSUNGEN

KONZEPTE & LÖSUNGEN „Ein individuelles Ansprachekonzept ist beim Thema bKV wichtig“ Interview mit Michael Krzyzek und Roland Aschenberger, bKV-Regionalleiter bei der Versicherungskammer Maklermanagement Kranken GmbH Das Interesse von Firmen an zusätzlicher Absicherung ihrer Mitarbeiter im Krankheitsfall steigt. Der Königsweg ist ein gut geplantes Gesundheitsmanagement in Verbindung mit einer bKV. Bei der Beratung zum Thema bKV sollten Vermittler auf individuelle Ansprache setzen. Zudem ist eine Analyse der Firma unabdingbar. Herr Krzyzek, Herr Aschenberger, warum sollten Versicherungsmakler sich noch mehr mit der bKV beschäftigen? Michael Krzyzek Es gibt ein stark wachsendes Interesse an der betrieblichen Krankenversicherung (bKV). Immer mehr Unternehmen „Makler, die bereits Beratungsmandate im Bereich Sach oder bAV bei Firmen haben, benötigen für die bKV- Beratung nicht zwingend zusätzliche Spezialisierungen.“ Roland Aschenberger Roland Aschenberger suchen mithilfe der privaten Krankenversicherung nach Lösungsmöglichkeiten, eine zusätzliche Absicherung im Krankheitsfall für die Belegschaft zu finden. Nun ist es aber ein Beratungsfeld, das nicht jedem Makler liegt. Was sind denn die Voraussetzungen, die ein Maklerbüro mitbringen sollte? Roland Aschenberger Kontakte zu Unternehmen sind für die bKV von Vorteil. Makler, die bereits Beratungsmandate im Bereich Sach oder sogar bAV bei Unternehmern haben, benötigen für die bKV- Beratung nicht zwingend zusätzliche Spezialisierungen. Gern unterstützen wir bereits im Anbahnungsprozess. Welche Ansätze gibt es denn für das Beratungsgespräch zum Thema bKV? MK Ein individuelles Ansprachekonzept ist schon wichtig. Dafür ist eine Analyse des Unter- nehmens unabdingbar. Aber sehr oft kennt der Versicherungsmakler seinen Firmenkunden und weiß, „wo der Schuh drückt“. Hier können wir sehr leicht gemeinsam mit dem Makler ein abgestimmtes Konzept für den Unternehmer erarbeiten. Wir unterstützen selbstverständlich auch bei einer aktuellen Firmenanalyse. Wenn der Arbeitgeber überzeugt ist, seinen Mitarbeitern eine Zusatzversicherung anzubieten, was sind dann die nächsten Schritte? RA Zunächst gilt es zu besprechen, was genau installiert werden soll. Beispiel: Arbeitgeber - finanzierte bKV, welche Tarife werden gewünscht? Soll betriebliches Gesundheits - management ebenfalls eine Rolle spielen? Daraus ergibt sich dann auch oft der Inhalt für die arbeitsrechtlich relevante Betriebsvereinbarung. Mit der anschließenden Antrags - aufnahme und der Bestätigung des Gruppenvertrages sollten im Anschluss die Mitarbeiter informiert werden. Dafür eignet sich am besten eine Betriebsversammlung. In Ihrem Hause setzt man auf flexible Modelle. Was heißt das konkret? MK Hin und wieder kommt es vor, dass ein Unternehmer gern in die bKV und die damit verbundenen Vorteile für die Mitarbeiter investieren möchte, aber der finanzielle Rahmen für die Wunschtarife nur zu einem Teil vorhanden ist. Hier bieten wir Lösungen für Firmen an, mit einer guten Basis die bKV zu installieren. Dadurch können sich oft die Arbeitnehmer gegen eigenen Beitrag und ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung individuell höher versichern. Auch für Angehörige bieten wir eine individuelle Versicherungsmöglichkeit mit Gruppenkonditionen an. Dadurch können Arbeitnehmer und deren Familien 30 Sonderedition

egelmäßig bis zu 60% Beitragsvorteile (gegenüber einer privaten Absicherung) erzielen. Was sollte denn dann die Zusatzversicherung für den einzelnen Arbeitnehmer beinhalten? RA Möglichst unterschiedliche Leistungs - bereiche wie zum Beispiel Brille, Zahn, Vorsorge und stationäre Zusatzversorgung. Hier hat der Arbeitnehmer dann die größtmögliche Chance, individuell Leistungen abzurufen. Damit entsteht sehr oft bereits nach sehr kurzer Zeit ein positives Erlebnis bei dem Arbeitnehmer oder sogar bei den mitversicherten Angehörigen. Gehören für Sie bKV und betriebliches Gesundheitsmanagement zusammen? MK Ja. Es gibt bereits vereinzelt Unternehmen, welche für sich erkannt haben, dass gesunde Mitarbeiter dauerhaft leistungsfähiger sind, und die bieten ihrer Belegschaft ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) an. Der Königsweg für Unternehmen ist ein gut geplantes Gesundheitsmanagement in Verbindung mit der bKV. Hier lässt sich für die Firmenleitung das Investment in die Gesundheit der Mitarbeiter am besten messen. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber – ob groß oder klein – zu einer Gefährdungsbeurteilung. Thema dabei sind auch psychische Belastungen. Spielt das an dieser Stelle eigentlich auch eine Rolle? RA Seit 2014 existiert im Arbeitsschutzgesetz der § 5. Dieser beschreibt die Verpflichtung aller Arbeitgeber, die Belegschaft auf psychologische Belastungen hin zu prüfen, also eine psychologische Belastungsbeurteilung (PGB) durchzuführen. In diesem Paragrafen sind auch Maßnahmen für die Fälle geregelt, dass eine solche Beurteilung nicht durchgeführt bzw. dokumentiert worden ist. Wie lässt sich das Gesundheitsmanagement installieren? Für Makler ist das ja auch Neuland. MK Wenn ein Unternehmen sein Interesse an einer BGM oder der PGB zeigt, ist die Installation der Maßnahmen sehr einfach. Der Makler kann unsere Angebote zu diesen Themen nutzen und wir leiten die Anfragen des Arbeitgebers an unsere Dienstleister weiter. Von der Einführung und Durchführung bis zur abschließenden Dokumentation der Maß- nahmen wird der Makler informiert oder (je nach Wunsch) in die Prozesse mit eingebunden. Die größte Sorge rund um die betriebliche Vorsorge ist ja auch immer der Aufwand, zumindest in der bAV. Wie wird das Problem in der bKV gelöst? RA Dafür haben wir vor einiger Zeit innerhalb der Versicherungskammer Michael Krzyzek Maklermanagement eine eigene Beratungsgesellschaft gegründet: die bKV Consulting. Hier kann der Makler selbst entscheiden, mit welchem Aufwand er die Installation der bKV oder BGM begleiten möchte. Wir bieten darüber hinaus auch die vollumfängliche Unterstützung, von der Anbahnung über die Organisation mit Arbeitgeber und Arbeitnehmer bis zur individuellen Beratung der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen vor Ort an. Unser Angebot finden Partner unter www.versicherungskammer-makler.de. „Der Königsweg für Unternehmen ist ein gut geplantes Gesundheitsmanagement in Verbindung mit der bKV. Hier lässt sich für die Firmenleitung das Investment in die Gesundheit der Mitarbeiter am besten messen.“ Michael Krzyzek Welches Potenzial sehen Sie denn in der bKV in den kommenden Jahren, gerade auch für Makler? Kann sie zur Stabilisierung von Provisionseinnahmen beitragen? MK Wir sehen ein sehr hohes Potenzial für die bKV. Auch der PKV-Verband spricht von einer Verdopplung der bKV-Verträge von rund 3.800 auf 7.700 allein in den letzten drei Jahren. Zusätzlich steht ja eine deutliche Verbesserung in der Steuerproblematik an. Seit den Urteilen des Bundesfinanzhofs folgen bereits einige Betriebsstätten-Finanzämter und lassen die Beiträge zur bKV als Sachlohn zu (derzeit noch mit Begrenzungen). Es ist auch nicht einzusehen, warum zum Beispiel klimaschädliche Leistungen wie Tankgutscheine gefördert werden und Leistungen zugunsten der Gesundheitsförderung steuerlich belastet sind. W Sonderedition 31

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