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AssCompact Sonderedition Gewerbeversicherung 2018

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PRODUKTE & LÖSUNGEN © Eisenhans – Fotolia.com Vom Gütertransport zum passenden Versicherungsprodukt Die Globalisierung schreitet voran und mit ihr der internationale Handel mit Gütern. Vermittler tun gut daran, ihre gewerblichen Kunden in der Absicherung des Warentransports zu unterstützen, beinhaltet dieser doch ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Zu diesem Zweck bietet Helvetia eine breite Produktpalette rund um den Transport an. Deutschland ist noch amtierender Fußballweltmeister und war in der Vergangenheit mehrmals Exportweltmeister. Im Fußball kann man diesen Titel innerhalb eines Sommermonats gewinnen. Im Welthandel gelingt dies nur, wenn Tag für Tag Waren im- und exportiert werden. Wie das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat, wurden 2016 alleine in den deutschen Seehäfen knapp 300 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Deutschland hat 2016 Waren im Wert von 1.203,8 Mrd. Euro exportiert und im Wert von 954,9 Mrd. Euro importiert. Warentransport bringt Gefahrenpotenzial mit sich Auch wenn die Zeiten der Segelschiffe oder der Postkutschen lange vorbei sind, so ist es auch heute noch mit erheblichen Gefahren verbunden, Waren von einem Ort zu einem anderen zu befördern oder befördern zu lassen. Hieran hat sich trotz fortgeschrittener Technik und Kommunikationsmethoden nichts geändert. Wurde Captain Jack Sparrow in der Karibik noch von der Royal Navy gejagt, sichert heute die Operation Atalanta den freien Seeweg am Horn von Afrika. Gewandelt haben sich allenfalls die Erscheinungsbilder der Gefährdung. Hinter den heutigen Ladungsdiebstählen stecken meist Organisationen, die mit modernsten Mitteln arbeiten. Hier ist meist schon vorher bekannt, welche Lkw mit wertvoller Ware unterwegs sind. Auch die Vertriebskanäle stehen schon fest. Ob über Tippgeber oder gezielte Hacker-Attacken (Klauen 4.0) – die dunkle Seite der Macht ist kreativ und sorgt so für einen wirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe. Wer zahlt, wenn etwas passiert? Käufer oder Verkäufer? Der Welthandel kann nur funktionieren, wenn es einheitliche Spielregeln gibt. Ein international anerkanntes und bewährtes Regelwerk sind die Incoterms, die von der internationalen Handelskammer in Paris festgelegt werden. Sie befassen sich unter anderem mit den Hauptpflichten der Vertragspartner. Eine wichtige Bedeutung hat der unterschiedlich geregelte Übergang der Kosten- und Gefahr tragung vom Käufer auf den Verkäufer. Die Klausel CIF (Cost, Insurance and Freight) wird dabei sehr häufig angewandt und bestimmt, dass der Ver- 18Sonderedition

käufer eine Transportversicherung zugunsten des Käufers abschließen muss. National kann die Gefahr tragung über allgemeine Geschäftsbedingungen geregelt werden. Wurde im Kaufvertrag keine besondere Vereinbarung getroffen, so gelten die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches und des Handelsgesetzbuches. Entscheidend ist also, wer von den beiden Geschäftspartnern (Käufer oder Verkäufer) zum Zeitpunkt des Schadeneintritts die Gefahr getragen hat. Frachtführerhaftpflichtversicherung Der Spediteur und der Frachtführer haften aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Haftungsbestimmungen für die ordnungsgemäße Durchführung und Besorgung von Transporten und Lagerungen. Das Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG) schreibt dem Frachtführer sogar vor, das für Transporte innerhalb Deutschlands im Güterverkehr (Kfz und Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t) eine besondere Haftpflichtversicherung abzuschließen ist. Die Frachtführerhaftpflichtversicherung ist somit in diesem Fall eine Pflichtversicherung. Die Haftung selbst wird für nationale Transporte im HGB geregelt. Für internationale Straßentransporte gilt das Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr (CMR). Gemäß § 431 HGB haftet der Frachtführer bei Verlust oder Beschädigung der gesamten Lieferung oder Teilen davon mit einem Höchstbetrag von 8,33 Sonderziehungsrechten (SZR) je kg des Rohgewichtes der Sendung. 8,33 SZR entsprechen knapp 10 Euro/kg. Die Haftung kann innerdeutsch durch Vereinbarung zwischen Verlader und Frachtführer auf 40 SZR (47,50 Euro) erhöht werden. Die Haftung ist somit der Höhe nach begrenzt. Sie kann sogar ganz entfallen, wenn ein Schaden durch Umstände wie höhere Gewalt verursacht wurde. Transportwaren- und Verkehrshaftungsversicherung Die Verkehrshaftungsversicherung für Speditionen und Frachtführer deckt somit nur einen Teil des möglichen Güterschadens; in bestimmten Fällen kann es sogar sein, dass keine Haftung besteht. Risiken wie Beschädigungen, Zerstörungen und Verluste entziehen sich normalerweise weitgehend der Kontrolle des Absenders und des Empfängers. Sie gehören aber leider zur Tagesordnung. Ohne eine reibungslos funktionierende Transportversicherung mit einer Allgefahrendeckung ist ein erfolgreicher und multimodaler Handel undenkbar. Über eine Transportwaren- Generalpolice kann ein Unternehmen alle Bezüge und Versendungen versichern. Auch Transporte mit eigenen Fahrzeugen (Werkverkehr) oder Messeaufenthalte mit den dazugehörenden Hin- und Rücktransporten können darüber versichert werden. Basis für die Prämienberechnung ist der Umsatz. Die Kalkulation erfolgt individuell in der Regel durch den Transportspezialisten des jeweiligen Versicherers. Immer noch sehr häufig am Markt anzutreffen ist, dass viele Verlader ihre Transporte über den Spediteur versichern. Spediteure können ebenfalls eine Transport- Generalpolice abschließen und darüber die Sendungen ihrer Auftraggeber versichern. Der Kunde hat hier keine Kostentransparenz und wird in der Regel deutlich mehr bezahlen, als wenn er eine eigene Transport- Generalpolice bei seinem Versicherer oder Makler abschließt. Eine ähnliche Konstellation hat man bei den Lieferkonditionen. Bei der Lieferkondition CIF trägt der Verkäufer Kosten wie Fracht und Versicherung bis zum Empfangshafen. Der Transportversicherungsschutz wird durch ein Zertifikat dokumentiert. Dies berechtigt den Empfänger, seinen Schaden direkt bei dem ausländischen Versicherer, der beispielsweise in China seinen Sitz haben kann, geltend zu machen. Auch hier ist Versicherungsschutz über die eigene Transport- Generalpolice sicherlich der komfortablere Weg für unsere Kunden. Und genau aus den oben genannten Gründen lohnt es sich, das Thema Transportversicherung anzusprechen. Gemeinsam können hier Vermittler und Transportversicherer Mehrwerte für ihre Kunden generieren: Kostenersparnis bei den Prämien sowie eine bessere und einfachere Abwicklung von Schäden. W Von Steffen Mühlthaler, Abteilungsleiter Transport bei den Helvetia Versicherungen Sonderedition 19

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