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AssCompact Sonderedition Gewerbeversicherung 2018

PRODUKTE & LÖSUNGEN

PRODUKTE & LÖSUNGEN Managerhaftung im Mittelstand Waren vor 20 Jahren fast ausschließlich die Lenker von Großkonzernen von der persönlichen Haftung betroffen, sieht sich heute auch das Führungspersonal im Mittelstand teils existenzbedrohenden Risiken ausgesetzt. Die Württembergische Versicherung bietet Lösungen, die auf mittelständische Kunden zugeschnitten sind. führt, der haftet“, lautet ein Spruch, der das große, zuweilen existenzielle „Wer Berufsrisiko von Managern treffend umschreibt. Die Wurzel dieser Managerhaftung findet sich in der sogenannten ARAG/ Garmenbeck-Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1997. Damals ließen die obersten deutschen Richter sogenanntes „dead letter law“ – frei übersetzt „totes Recht“ – wieder lebendig werden. Das wohl größte Risiko [...] ergibt sich aus Unter - nehmensinsolvenzen. Hier treffen fehlendes Risiko - bewusstsein vieler Manager und die harte Hand klagefreudiger Insolvenzverwalter aufeinander. Eigentlich sahen die deutschen Gesetze bereits seit vielen Jahrzehnten Schadensersatzansprüche gegen Unternehmensorgane vor, die durch fahrlässiges Fehlverhalten ihre jeweilige Firma schädigen. In den Jahren der „Deutschland AG“ kamen diese Gesetze jedoch so gut wie nie zur Anwendung – nach dem Motto „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Erst mit der fortschreitenden Liberalisierung der Märkte in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich in Bezug auf die Managerhaftung ein anderes Bewusstsein, das mit der ARAG/Garmenbeck-Entscheidung einen ersten Höhepunkt fand: Aufsichtsorgane haben danach die Pflicht, Geschäftsführungsorgane für berufliche Fehler in Regress zu nehmen, andernfalls haften die Aufsichtsorgane ihrerseits für ihr Unterlassen. Auch im Mittelstand können Fehler passieren Im Fokus dieser plötzlich sehr lebendigen Managerhaftung waren zu Beginn insbesondere Von Ulrich Dörges, Produktmanager VH/D&O bei der Württembergischen Versicherung AG die Chefs von Großkonzernen. Kein Wunder, denn bei dieser Gruppe herrscht wegen scharfer Börsenregularien, fortschreitender Internationalisierung und hoher Regel ungsdichte bis heute ein Arbeitsumfeld, in dem schnell Fehler passieren können. In den Unternehmen, die bezogen auf ihre Größe hinter den Großkonzernen rangieren, war den Betroffenen die Tragweite dieser Managerhaftung nicht sofort bewusst. Dies hat sich in den über 20 Jahren seit der ARAG/Garmenbeck-Entscheidung jedoch grundlegend geändert. Mittlerweile ist das Thema auch im Mittelstand präsenter denn je. Nach einer geläufigen Definition der Europäischen Kommission sind Mittelständler kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu circa 50 Mio. Euro Jahresumsatz. Diese Definition ist mit Bezug auf das Thema Managerhaftung nicht zufriedenstellend, denn sie schließt die davon nicht betroffenen selbstständigen Einzelunternehmer und -kaufleute ein. Die für das Thema Managerhaftung relevanten größeren Unternehmen, die strukturell in den Mittelstand passen, werden nach dieser Definition jedoch ausgeschlossen. Dennoch lohnt ein Blick auf diese Gruppe, um die gestiegene Bedeutung der Managerhaftung im Mittelstand zu verstehen. Gestiegene Risiken durch Internationalisierung Zahlreiche Risiken sind bei diesen Mittelständlern mittlerweile ähnlich gelagert wie in Großkonzernen, beispielsweise in puncto Internationalisierung. Deutlich mehr als die Hälfte der deutschen Mittelständler ist laut einer Commerzbank-Studie im Ausland aktiv, sei es durch Exporte oder durch eigene Niederlassungen und Tochtergesellschaften. Die Auseinandersetzung mit fremden Märkten macht Fehlentscheidungen durch mangelndes kulturelles Verständnis oder schlichte Unkenntnis wahrscheinlicher als bei reinen Inlandsgesellschaften. 32Sonderedition

Regulierungsdichte verschärft Managerhaftung Ein weiteres Thema, welches ursprünglich eher Großkonzerne und deren Manager betraf, ist die gestiegene Regelungsdichte. Diese hängt oft mit der Internationalisierung zusammen; immerhin kommt mit jedem Exportland auch eine weitere zu beachtende Jurisdiktion hinzu. Aber auch in Deutschland steigt durch die Regelungswut von Behörden und Gesetzgebern das Managerhaftungs - risiko. Welcher Firmenlenker kann guten Gewissens behaupten, die Regeln beispielsweise der Export-, Umwelt-, Sicherheits-, Compliance- und Rechnungslegungsvorschriften zu 100% im Griff zu haben? Größtes Risiko: Unternehmensinsolvenz Das wohl größte Risiko – gemessen an der Anzahl von Managerhaftungsfällen – ergibt sich aus Unternehmensinsolvenzen. Hier treffen fehlendes Risikobewusstsein vieler Manager und die harte Hand klagefreudiger Insolvenzverwalter aufeinander. Man denke nur an die dramatisch gestiegenen Haftungsfälle des auf die „Lehman Brothers“-Pleite folgenden Wirtschaftseinbruchs der Jahre 2008 bis 2010 mit in der Spitze knapp 33.000 Unternehmensinsolvenzen pro Jahr. Zum Vergleich: 2017 waren es lauf Creditreform rund 20.000 – ein Rekordtiefstand. Insolvenzverwalter erklären heute ganz freimütig, dass die Überprüfung etwaiger Managementfehler und der entsprechende Regress beim verantwortlichen Organ in jedem Insolvenzfall auf ihrer Checkliste stehen. D&O-Versicherung sichert Manager ab Zur Absicherung der Managerhaftung haben sich sogenannte Directors-and-Officers- Versicherungen, kurz D&O-Versicherungen, etabliert. Diese werden von den Unternehmen jeweils als einzelne Konzernpolice für alle Organe abgeschlossen. Die Württembergische Versicherung ist seit 2013 mit einem speziell am Mittelstand und an Vereinen ausgerichteten D&O-Konzept erfolgreich am Markt. Die genannten Risiko- Beispiele sind dort mit weltweiter Deckung – die USA können auf Wunsch gegen Prämienzuschlag eingeschlossen werden – und vollem Insolvenzschutz vollumfänglich adressiert. Darüber hinaus bietet die D&O-Versicherung der Württembergischen umfassenden Rechts- und Kostenschutz mit hohen Sublimiten in Höhe von 1 Mio. Euro sowie weitgehende zeitliche Deckungskomponenten, beispielsweise mit unverfallbaren zwölfjährigen Nachmeldefristen. Neben umfassenden Leistungsversprechen spielt aber auch der an mittelständischen Bedürfnissen ausgerichtete Service eine große Rolle: Die Württembergische bietet den Vermittlern auf Wunsch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten bei den Deckungsinhalten. Die Kunden haben die Möglichkeit, die D&O-Policen unkompliziert mit Haftpflicht-, Sach- und anderen Deckungen der Württembergischen zu bündeln. Die versicherten Personen haben freie Anwaltswahl und erhalten auf Wunsch im Schadenfall Hilfe aus dem großen auf Managerhaftungsfragen spezialisierten Anwaltsnetzwerk der Württembergischen. Durch ihre Erfahrung in diesem Bereich ist die Württembergische auch beim Thema Managerhaftung der solide Partner des Mittelstands. W © scusi – Fotolia.com Sonderedition 33

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