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AssCompact Sonderedition Gewerbeversicherung 2020

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PRODUKTE & LÖSUNGEN © Harald Kuhn, ASS CAR TRUCK GmbH Nach dem Crash: Wer zahlt die Bergung von Lkw und Ladung? Müssen Lkw und Ladung nach einem Unfall geborgen werden und macht die Bergungsfirma auch noch von ihrem Pfandrecht Gebrauch, kann es schnell teuer werden. Als Service für Kunden organisiert der Gewerbeversicherer KRAVAG die Bergung und rechnet die anfallenden Kosten direkt mit dem Bergungsunternehmern ab. Kfz-Versicherung oder Verkehrshaftungsversicherung? Nicht immer ist eindeutig, wer nach einem Unfall die Kosten für die Bergung von Lkw und Ladung bezahlen muss. Wenn dann der Bergungsunternehmer auch noch sein Pfandrecht geltend macht, kann ein vergleichsweise harmloser Unfall weitreichende Folgen für den Frachtführer haben. Der Gewerbeversicherer KRAVAG will hier Abhilfe schaffen. Von der beitragsfreien Serviceleistung LKW b+a (LKW bergen + abschleppen) in der Vollkasko- und Ladungsversicherung profitieren Unternehmer und Versicherer. Ein Beispiel zeigt, wie teuer eine Bergung werden kann: Auf dem Weg in die Schweiz wird ein mit 66 Paletten Papier und Dekoartikeln beladener Lkw auf der A 81 von einem überholenden Lkw am Fahrerspiegel gestreift. Als der Fahrer vor Schreck das Lenkrad verreißt, kippt das Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von etwa 80 Stundenkilometern samt Anhänger um und bleibt auf der Leitplanke und dem Grünstreifen liegen. Aufwendige Bergungsaktion Der Abschleppdienst rückt mit drei Fahrzeugen und vier Mann an. In einer knapp achtstündigen Bergungsaktion richtet er das Fahrzeug einschließlich Ladung mittels Luftkissen sowie einem Mobilkran auf und transportiert es mit zwei Bergefahrzeugen ab. Es entstehen Bergungskosten in Höhe von 16.000 Euro. Hinzu kommen 2.700 Euro, weil die 4.500 kg schwere Ladung, die einen Gesundwert von immerhin 34.000 Euro hatte, auf einen anderen Anhänger umgeladen, beförderungssicher gestaut sowie teilweise neu verpackt werden muss. Für den Ersatz der Bergungskosten kommen zwei Versicherungen infrage: einerseits der Fahrzeugversicherer, also Kfz-Haftpflicht beziehungsweise Kaskoversicherer, und andererseits der Verkehrshaftungsversicherer, über den die Haftung des Frachtführers für das transportierte Gut abgedeckt ist. Bei der Abgrenzung zwischen diesen beiden Deckungsbereichen ergibt sich häufig eine Vielzahl von Problemen. Abgrenzungsprobleme zwischen den Versicherungssparten Zwar sind auch die Bergungskosten eine Folge des Transportmittelunfalls und resultieren aus dem Betrieb des Kraftfahrzeuges, jedoch ordnen die Kraftfahrtversicherer diese Kosten gern (anteilig) der Ladung zu. Schäden 22 Sonderedition

an der Ladung sind gemäß den allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung (AKB) aus dem Deckungsbereich der Kfz- Versicherung ausdrücklich ausgeschlossen. In den meisten Versicherungsbedingungen der Verkehrshaftungsversicherer findet sich zwar eine Klausel, die den Ersatz von Bergungskosten regelt, jedoch greift diese Klausel regelmäßig nur, „soweit nicht ein anderer Versicherer (beispielsweise Kfz-Haftpflichtversicherer) zur Übernahme verpflichtet ist“. Anders als die Kfz-Versicherer ordnen die Verkehrshaftungsversicherer die Bergungskosten nicht dem „direkten“ Ladungsschaden zu, sondern sehen ihn allenfalls als Folgeschaden der Güterbeschädigung an. Güterfolgeschäden wären jedoch wiederum Gegenstand der Kfz-Versicherung. Sofern sich der Verkehrshaftungsversicherer hinsichtlich etwaiger Ladungsbergungskosten für zuständig erklärt, bleibt das Problem der konkreten Zuordnung der Kosten zu den unterschiedlichen Objekten wie Zugfahrzeug, Auflieger und Ladung. Da das beladene Fahrzeug geborgen wurde, ist es kaum möglich, die einzelnen Kostenpositionen konkret einem der drei Risikobereiche zuzuschlagen. Im vorliegenden Fall hat ein Sachverständiger die Kosten wie folgt aufgeteilt: Zugmaschine 5.800 Euro, Auflieger 5.000 Euro, Ladung 5.200 Euro. Bergungskosten häufig überzogen Für den Frachtführer hat die Abstimmung zwischen den verschiedenen Versicherungsbereichen eine fatale Konsequenz. Der Bergungsunternehmer macht in aller Regel ein Pfandrecht an den geborgenen Sachen geltend und gibt Fahrzeug und Ladung erst wieder heraus, wenn die Bergungskosten vollständig bezahlt sind. Sehr zum Ärger des Frachtführers, denn er kann sein Fahrzeug weder nutzen noch seinen Kunden bedienen. Gerade kleinere Unternehmer können die – häufig erheblichen – Bergungsrechnungen nicht einfach vorstrecken. Zudem sind die Kosten oftmals überzogen, sodass zusätzlich zu dem versicherungsrechtlichen Problem auch noch ein Streit über die Höhe der Werklohnforderung entbrennt. Der Bergungsunternehmer sitzt mit seinem Unternehmerpfandrecht zunächst einmal am längeren Hebel. Um diese Situation zu entschärfen, sollten die Unternehmer ihre Kfz- und Verkehrshaftungsversicherung möglichst bei einem Versicherer zeichnen, denn die Abstimmung zwischen den Sparten geht innerhalb einer Gesellschaft in aller Regel deutlich schneller als zwischen unterschiedlichen Häusern. KRAVAG übernimmt die Organisation Einen Schritt weiter geht die KRAVAG. Seit Mai 2019 bietet sie Kunden, die sowohl ihre Kfz-Haftpflicht- und Kasko-Versicherung als auch die Verkehrshaftungsversicherung bei der KRAVAG eingedeckt haben, einen bundesweit einmaligen Service. In Zusammen - arbeit mit der Firma Assistance-Partner (AP) organisiert der Versicherer die Bergung und rechnet die hierfür anfallenden Kosten direkt gegenüber den Bergungsunternehmern ab. Der Service gilt für alle bundesdeutschen Straßen und Autobahnen. Der Versicherungsnehmer braucht den Unfall lediglich an eine Bergehotline zu melden und erhält über ein Online-Portal jegliche Informationen zum Bergungsvorgang – inklusive Bilder von der Bergung sowie Trackingdaten zum Standort des verunfallten Fahrzeugs. Etwaige Abgrenzungsfragen zwischen den Deckungsbereichen Kfz- und Verkehrshaftungsversicherung werden intern geklärt. Das Unternehmerpfandrecht des Bergungsunternehmers oder überzogene Kostenrechnungen spielen für den Versicherungsnehmer somit keine Rolle mehr. Dem Kunden entstehen durch den Service weder Zusatzkosten noch Mehrbeiträge. Neben der Verbesserung der Kundenzufriedenheit verspricht sich der Versicherer eine Kostensenkung durch eine schnellere Einbindung in Bergungsmaßnahmen sowie frühere Informationen zu etwaigen Folgeschäden wie Umweltschäden durch auslaufende Betriebsstoffe oder Ladung. Im Ergebnis führt dies zu einer Win-win-Situation für Versicherte und Versicherer. W Von Ingo Schumacher, Leiter Verkehrshaftung-Schaden der KRAVAG Sonderedition 23

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