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AssCompact 01/2021

Die IVW-geprüfte Fachpublikation AssCompact 01/2021 im neuen Layout! Viel Spaß beim Lesen.

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MANAGEMENT & VERTRIEB © fizkes – stock.adobe.com Ein Berliner Testament passt selten Das Berliner Testament wirft viele Fragen auf. So mancher Schwachpunkt lässt sich aber mithilfe von Finanz - produkten lösen. Das kann aber nur ein Finanzberater. Der IGB-Service von Institut GenerationenBeratung, das zum Generationenberater ausbildet, bringt Finanzberater und Anwälte zusammen. Das „alte“ Berliner Testament für Eheleute und eingetragene Lebenspartnerschaften ist immer noch für viele Paare die gängige Lösung. In der heutigen Zeit sollte dies jedoch mit Klauseln durch einen Anwalt und das Einbinden von klugen Finanzlösungen ergänzt werden. Erst dann ist sichergestellt, dass der Wille der Erblasser umfänglich durchgesetzt wird. Auf eine einfache Formel gebracht, gilt: Je größer das Vermögen ist, desto weniger passt das Berliner Testament. Oberstes Ziel des Berliner Testamentes ist es seit jeher, den Partner zu versorgen, dann die Kinder. Für wirklich gute Vorsorge für den Überlebenden und für die Vermeidung von unnötigem Stress während der Trauer helfen clevere Finanzinstrumente. GenerationenBerater (IHK) sind genau dazu ausgebildet und kennen die richtigen Lösungen. Steuerfreibetrag einmal verschenkt Folgender Fall: Ein vermögender Erblasser gibt bei Errichtung des Testaments beim Notar eine geringere Vermögenssumme an, um Notar kos - ten zu sparen. Denn diese berechnen sich nach der Höhe des Vermögenswertes. Kurz darauf verstirbt der Mann und der Erbe beschwert sich beim Notar, wie es komme, dass sein Vater ein solches ungünstiges Testament verfasst habe und er jetzt mehrere zehntausend Euro an Erbschaftsteuern zu zahlen habe! Beispiel: Bei einem Vermögen von 1,2 Mio. Euro sind das 4.891 Euro Notarkosten. Der Erblasser gab hingegen 500.000 Euro an und zahlte dafür 2.225 Euro. So sparte er 2.666 Euro. Durch das Berliner Testament hat er jedoch 400.000 Euro Freibetrag verschenkt. Dies bedeutet, dass 60.000 Euro Erbschaftsteuer fällig sind. Der Sohn kann seinen Pflichtteil einklagen. 94 AssCompact | Januar 2021

MANAGEMENT & VERTRIEB Mit einem Vermächtnis in Form einer Versicherung oder eines Depots bereits beim ersten Erbgang oder als Schenkung wäre ein solches Problem lösbar gewesen. Pflichtteil ist nicht außen vor Man hört es so oft: „Wir haben ein Berliner Testament errichtet und mein Partner erhält alles. So bekommen die Kinder zunächst nichts.“ Doch dann ist der Schrecken groß, wenn der überlebende, trauernde Partner ein Anwaltsschreiben mit der Klage eines Kindes auf den Pflichtteil erhält – und zahlen muss. Besonders heikel ist die Situation bei Patchworkfamilien, wenn Sozialhilfe gezahlt wird, bei hohem Immobilienvermögen, wenn das Kind allgemein bedürftig ist oder es wegen der sonst hohen Erbschaftsteuer auf seinen Pflichtteil besteht. Die pragmatische Lösung ist auch hier eine Begünstigung für die Kinder in Form einer Versicherung oder eines Depots, das im Testament benannt wird. Wer über nicht genügend freie Liquidität verfügt, für den rettet eine Risikolebensversicherung auf den Todesfall die Situation. Patchwork und Berliner Testament ist ein No-Go Bei Patchwork ist die Höhe des Erbes übrigens immer ein Roulette. Denn die Höhe des Erbes hängt davon ab, wer zuerst verstirbt. Beim Berliner Testament wird das leibliche Kind zudem seinen Pflichtteil einklagen, denn sonst geht es leer aus. Beispiel: Bei Beate und Heiner war die Situation wie folgt: Mit Ende vierzig, die Kinder waren bereits erwachsen, heiraten die beiden. Er hat einen Sohn und sie zwei Töchter. Im Laufe der Zeit hat sich das Verhältnis zu seinem Sohn so weit entfernt, dass Heiner nicht einmal weiß, wo dieser lebt. Also beschließen Beate und Heiner, er soll nichts erben! Gesagt, getan: Haus, Depot, Schiff und Auto werden auf Beate überschrieben. Heiner erhielt ein Wohnrecht – getreu dem Gedanken: „Wenn ich nichts habe, kann ich nichts vererben!“ Zehn, zwölf Jahre vergingen, dann errichteten die beiden ein Berliner Testament – wahrscheinlich einfach, weil alle das so machen. Am Ende starb Beate zuerst: Heiner erbte alles und dem Kind stand uneinbringlich sein Pflichtteil zu. Das ist die Hälfte des gesetzlichen Anspruchs, hier konkret ein Viertel des gesamten Nachlasses. Diese Eheleute haben beim Errich - ten des notariellen Testamentes wohl versäumt, dem Notar ihre persönliche Situation mit dem gestörten Verhältnis zum Sohn offenzu legen. So etwas passiert häufig. Hingegen hätte wohl ein einbezogener Finanzberater mehr Zeit in die individuelle Beratung investiert, um so genau zu erfahren, wie der familiäre und finanzielle Hintergrund ist. Beim Testament, das immer von einem Juristen zu erstellen ist, lösen Finanzprodukte die Situation, damit Pflichtteile leicht gezahlt werden können. Gerade bei Immobilienbesitzern ist das wichtig, denn sonst muss im Härtefall das Haus verkauft werden. Bindungswirkung Ein Wort noch zur Bindungs - wirkung: Gerade bei jüngeren Personen hat diese besondere Auswirkungen. Beispiel: Anne heiratet einen Witwer mit Berliner Testament. Als fleißige und sehr erfolgreiche Geschäftsfrau kümmert sie sich rührend um die damals jugendlichen Stiefkinder. Wenn ihr Mann verstirbt, gilt das Berliner Testament und die zwei Jungs ihres Mannes erben alles. Es spielt dann keine Rolle, wie viel die beiden neuen Eheleute gemeinsam aufgebaut haben. Der überlebende Ehegatte kann kein neues Testament errichten. Ist dieser sogar als Vorerbe benannt, darf er das Vermögen nur verwalten. Doch diese Bindungswirkung kann beim Überlebenden verheerende Folgen haben. So bei Anne, die sich im Laufe der Jahre mit einem der Kinder nicht mehr versteht. Wäre ein Generationenberater eingeschaltet gewesen, hätte dieser neben Schenkungen auch an Begünstigungen von Finanzprodukten gedacht, um so das „liebe Kind“ zu bevorzugen. Doch das Testament besteht und kann nicht geändert werden. Ein Markt für Finanzberater Laut Statistischem Bundesamt haben rund 70% aller Deutschen ihre Vermögensnachfolge nicht geregelt. Einen Großteil von denen mit Testament entschließen sich für ein Berliner Testament, weil das die Eltern schon so getan haben. Der Finanzberater darf weder ein Testament errichten noch dazu beraten. Das ist ausschließlich Juristen vorbehalten. Doch außerhalb kann er mit cleveren Finanzprodukten das Kundenvermögen in die nächste Generation bringen oder mit Risiko - versicherungen Schlimmes abwenden. Eine für den Kunden runde Sache ist es vor allem dann, wenn der Berater beispielsweise über den IGB- Service von Institut Generationen - Beratung direkt im Kundengespräch den Kontakt zum Erbrechtsanwalt herstellt. Begeisterte Kunden sagen: „Hätte ich gewusst, dass diese Angelegenheit so leicht mit Ihrer Unterstützung gelöst wird, wäre ich bereits früher gekommen!“ Die Finanzbranche hat genügend Produkte für eine gute Vorsorge in Kombination mit dem Testament. P Von Margit Winkler Geschäftsführerin der Deutsches Privat Institut GenerationenBeratung GmbH Januar 2021 | AssCompact 95

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