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AssCompact 03/2020

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MANAGEMENT & VERTRIEB

MANAGEMENT & VERTRIEB Thinksurance erhöht Tempo in Digitalisierung Interview mit Florian Brokamp und Christopher Leifeld, Co-Gründer und Geschäftsführer der Thinksurance GmbH Thinksurance, ehemals Gewerbeversicherung24, hat sich von einem Online-Makler zu einem Technologieunternehmen der Assekuranz entwickelt. Wie sich das Start-up strategisch ausrichtet und was für 2020 geplant ist, erklären die beiden Unternehmensgründer. Florian Brokamp Herr Brokamp, Herr Leifeld, seit ein paar Monaten haben Sie ja einen neuen Investor an Bord, mit dem Sie weitere große Schritte Richtung Zukunft gehen können. Was hat sich seitdem bei Thinksurance verändert und welche Projekte gehen Sie jetzt an? Florian Brokamp Seit der Zusammenarbeit mit unserem neuen Partner Eight Roads können wir unser gewohnt hohes Tempo der letzten Jahre nochmals deutlich erhöhen. Wichtig ist für uns vor allem, auch an dieser Stelle zu betonen, dass wir weiterhin Herr im Haus sind und sich an unserer Strategie nichts geändert hat. Was bedeutet das konkret? FB Wir wollen der zentrale Digitalisierungspartner für Gewerbeversicherungen sein und unsere Versicherungs- sowie Vertriebspartner umfassend sowie langfristig begleiten. Eine nachhaltige Entwicklung ist viel wichtiger als kurzfristiger Erfolg. Christopher Leifeld Daher steht bei der Umsetzung dieser Strategie auch das Team im Mittelpunkt – motivierte Menschen, die unsere Vision teilen. Anfang Februar sind wir bereits in unser neues Büro in der Frankfurter Innenstadt gezogen und haben nun Platz für 150 Kollegen – es ist also genug Platz für ein paar neue Gesichter. In welchen Bereichen suchen Sie denn Mitarbeiter? CL Aufgrund unseres schnellen Wachstums suchen wir in fast allen Bereichen Verstärkung. Mitarbeiter, die etwas gestalten wollen, sind bei uns gut aufgehoben. Wir besetzen auch nicht streng nach Planstellen, sondern suchen in erster Linie gute Leute, die uns weiterhelfen. Wenn uns jemand gefällt und ins Team passt, schaffen wir auch schon Mal eine neue Stelle. In unserer Philosophie setzen wir Menschen genau dort ein, wo sie ihre Stärken am besten ausspielen können. Herr Brokamp, Sie sind federführend verantwortlich für die Zusammenarbeit mit Ihren Versicherungspartnern. Welche Projekte planen Sie für 2020? FB Auf der einen Seite werden wir auch weiter in unser Kernmodul, den Vergleichsrechner, investieren. Alleine für 2020 sind über 100 neue Tarifintegrationen geplant. Auf der anderen Seite stehen innovative neue Lösungen für uns im Vordergrund. Dazu gehören Data Analytics, Bestandsumdeckungs- Tools, vertriebsnahe Betriebsprozesse sowie Policierung und Digitalisierungsservices. Warum muss beispielsweise ein Versicherer viel Geld und Zeit in Antragsstrecken und neue Produkte stecken, wenn wir das innerhalb weniger Tage zur Verfügung stellen können. Letzteres klingt schon fast nach den Services anderer InsurTechs oder Technologieplayer. Was unterscheidet Sie dort? FB Ja, tatsächlich ist unser Angebot in mancher Hinsicht ähnlich, wobei unsere Kernkompetenz klar im Bereich der Gewerbeversicherung liegt. Kein Anbieter hat je zuvor so viele Gewerbetarife digitalisiert wie wir. Wir kennen Produktstruktur, Marktnachfrage und Anforderungen durch den Vertrieb wie kein zweites Unternehmen. Gleichzeitig arbeiten wir mit unseren Versicherungspartnern an so grundlegenden IT-, Prozess- und Vertriebsthemen, dass wir deren Herausforderungen immer detaillierter verstehen. Was genau bieten Sie den Versicherern denn hier an? FB Wir stehen von Anfang bis Ende bei der Digitalisierung zur Seite – von der Produktentwicklung bis hin zu Vertrieb und Policierung. Wobei alle Investitionen quasi automatisch multipliziert werden an mittlerweile immerhin schon über 30.000 User unserer Plattform. Für unsere Versicherungspartner – natür- 94 März 2020

lich auch für unsere Nutzer – soll sich der Weg über unsere Plattform mehr lohnen als über herkömmliche Wege. Auf der breiten Nutzung Ihrer Plattform baut ja mittlerweile auch Ihr Angebot im Bereich Data Analytics auf. Wie läuft dieses Segment für Sie? FB Data Analytics erlaubt es uns, neue Informationen über das Entscheidungsverhalten im Markt und Produktpräferenzen zu gewinnen. Tatsächlich gehören unsere Tools mittlerweile zu unseren umsatzstärksten Services. Damit unterstützen wir unsere Partner zum Beispiel in den Bereichen Produktentwicklung, Vertriebssteuerung oder Preisfindung. Vision ist hier, dass wir Versicherern über „Predictive Analytics“ bei ihrer Risikoselektion und dem eigenen Portfoliomanagement helfen. Herr Leifeld, was sind die Pläne für die Thinksurance-Vertriebsplattform? CL Im Fokus steht für uns die möglichst einfache Beratung des Versicherungsnehmers. Damit der beste Service bei ihm ankommt, braucht der Makler einen One-Stop- Shop, der alle seine Bedürfnisse in der Kundenberatung abdeckt – von Risikoanalyse bis Abwicklung. Aktuell greifen Makler noch auf zu viele Einzellösungen und analoge Instrumente zurück, was die Komplexität für alle erhöht. Unsere Plattform soll jedem Makler als zentrales Werkzeug zur Beratung und Betreuung seiner Kunden dienen – und davon profitiert am Ende auch der Versicherungsnehmer. Welche Zielgruppen kann der Makler mit Ihrer Versicherungsplattform bedienen? CL Makler können mit unserer Vertriebsplattform Selbstständige, Gewerbetreibende und Großunternehmen gleichermaßen bedienen. Dabei wollen wir uns nicht auf den Bereich des Gewerbetreibenden beschränken. Schon gar nicht nur auf die sogenannten KMU. Warum das? CL Die Grenze zwischen „Gewerbe“ und „Industrie“ ist reine Definitionssache. Organisatorisch oftmals aufgrund von unterschiedlichen Abteilungen oder Gesellschaften beim Versicherer. Inhaltlich aufgrund der Komplexität. Organisatorisch sowie inhaltlich wird unsere Technologie diese Herausforderungen schon bald über unsere Ausschreibungsplattform meistern können. Bei uns wird Christopher Leifeld jetzt schon keine Unterscheidung zwischen „einfachen“ und „komplexen“ Risiken gemacht – alles ist technisch vollintegriert und wird entsprechend digital unterstützt. Was leistet die Thinksurance-Ausschreibungsplattform im Gegensatz zum Vergleichsrechner? CL Unsere Ausschreibungsplattform kann komplexe Risiken abseits des Standardgeschäfts abwickeln und setzt auf die Vernetzung von Technologie und Menschen. Hier werden Risiken strukturiert, digital erfasst und die Bewertung durch die jeweiligen Underwriter unterstützt. Wir werden in diesem Bereich weiter stark investieren und haben bereits erste Pilotprojekte mit Groß- und Industriemaklern gestartet. Sie sprachen auch davon, die Bedienung Ihrer Plattform lösungen weiter konsequent kundenorientiert auszurichten. Was bedeutet das konkret für Sie? CL Heute sind Angebotsplattformen stets aus Produktsicht gebaut. Wir sind aber der Überzeugung, dass das keine Kundenorientierung ist. Wir denken vom User her. Wie vorhin schon gesagt, sie soll dem Nutzer als Werkzeug dienen. Services wie Risikoanalyse, Analyse der Vorversicherungen, Tarifrechner, Ausschreibungsplattform, Angebotserstellung und Dokumentation sollen in einem Tool vereint sein. Wir denken hier eher an eine Art Warenkorb des Beratungsprozesses. Wie in einem Online-Shop? CL Ja, genau. In den Warenkorb kann der Makler dann alle beratungsrelevanten Informationen zu seinem Kunden legen: Vorversicherungen, Angebote aus Tarifrechnern und Ausschreibung, Vergleichsdokumente und die Anträge sowie Policen. So stellen wir sicher, dass der digitale Prozess wieder aus Sicht des Kunden abläuft und nicht aus Sicht des Produktes. Das Ganze dann natürlich nicht nur für Neukunden, sondern auch für Bestandskunden. W März 2020 95

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